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Industrie 4.0: Warum Abonnementmodelle und digitale Apps für Hersteller unverzichtbar werden

Industrie 4.0: Warum Abonnementmodelle und digitale Apps für Hersteller unverzichtbar werden

Auteur n°4 – Mariami

Deutsche Hersteller sehen sich mit schrumpfenden Margen und verschärftem Wettbewerb konfrontiert, weil globale Anbieter kostengünstige Hardwarelösungen offerieren. Gleichzeitig wandeln sich die Erwartungen der Kunden: Sie verlangen nun digitale Services, die genauso reibungslos und intuitiv sind wie im B2C-Bereich.

Um relevant zu bleiben, müssen Industrieunternehmen vom punktuellen Transaktionsmodell zu einem kontinuierlichen Wertmodell übergehen, das auf vernetzten Anwendungen und Abonnementstrukturen basiert. Dieser Wandel beschränkt sich nicht auf eine zusätzliche Software-Ebene, sondern erfordert eine Neudefinition des Angebots, eine klare Monetarisierungsstrategie und eine skalierbare sowie sichere technologische Architektur.

Wettbewerbsdruck und neues Modell

Punktverkäufe reichen nicht mehr aus, um die Betriebskosten zu decken und Innovationen zu finanzieren. Hersteller müssen Mehrwertdienste anbieten, um Kunden zu halten und ihre Umsätze zu diversifizieren.

Margen unter Druck

In einem Umfeld, in dem der globale Markt Maschinen zu immer wettbewerbsfähigeren Preisen anbietet, bleibt lokalen Herstellern vor allem die Qualität ihres Services. Klassische Einzelwartungen und Supportverträge generieren jedoch kaum ausreichend wiederkehrende Erlöse, um stabile Finanzströme zu gewährleisten.

Die schrittweise Erosion der Margen durch sinkende Hardwarepreise zwingt das Management, das Geschäftsmodell zu überdenken. Ein integriertes Digitalangebot kann zusätzliche Einnahmequellen erschließen und gleichzeitig die Kundenzufriedenheit durch höhere Serviceverfügbarkeit steigern.

Durch die Einführung eines Abonnementdienstes – selbst bei moderatem Durchschnittspreis – lassen sich die Erlöse langfristig glätten. So gewinnen Investoren und Geschäftsführung bessere finanzielle Planbarkeit und können Wachstum agil steuern.

Wandel der Kundenerwartungen

Fachanwender industrieller Maschinen erwarten heute eine User Experience auf B2C-Niveau: klare Oberflächen, mobilen Zugriff und Echtzeit-Benachrichtigungen. Diese Ansprüche setzen sich branchenübergreifend durch.

Produktionsstätten wünschen sich prädiktive Dashboards und automatisierte Reports, um die Fertigung zu steuern und Ausfälle frühzeitig zu erkennen. Digitale Apps spielen dabei die zentrale Rolle, um Maschinendaten in Effizienzkennzahlen umzuwandeln.

Die Personalisierung der Services – konfigurierbare Alerts, individuelle Wartungsempfehlungen – wird zum Differenzierungsmerkmal. Hersteller, die diese Erwartungen erfüllen, profitieren von langfristigem Nutzerengagement und stabilen Partnerschaften.

Beispiel für proaktive Anpassung

Ein Hersteller für automatisierte Schneideanlagen hat seine Produktionslinien um eine digitale Performance-Analyseplattform erweitert. Über ein Abonnement werden monatliche Leistungsberichte und prädiktive Warnmeldungen bereitgestellt.

Dieses Angebot führte zu einer 20 %igen Steigerung der Maschinenverfügbarkeit und generiert inzwischen 15 % des Umsatzes in Form wiederkehrender Einnahmen.

Das Beispiel zeigt: Ein durchdachtes, nutzerfreundliches Softwaremodul kann die Kundenbeziehung transformieren und die finanzielle Prognose für den Hersteller stabilisieren.

Digitale Apps als strategischer Hebel

Vernetzte Anwendungen optimieren den Betrieb der Anlagen und stärken die Kundenbeziehung. Sie sind auch eine verlässliche Quelle wiederkehrender Einnahmen zur Finanzierung von Innovationen.

Optimierung des Maschineneinsatzes

Durch kontinuierliches Sammeln von Betriebsdaten erkennt eine digitale App Anomalien, bevor sie zu Stillständen führen. Prädiktive Wartung senkt Ausfallkosten und minimiert Produktionsunterbrechungen.

Mithilfe historischer Leistungsdaten können Hersteller optimale Konfigurationen und maßgeschneiderte Wartungszyklen empfehlen. Das stärkt das Vertrauen der Kunden und verlängert die Lebensdauer der Anlagen.

Support-Teams profitieren von automatisierten Alerts und Remote-Diagnosemodulen. Sie können schneller und zielgerichteter eingreifen, was Servicequalität und Anwenderzufriedenheit erhöht.

Stärkung der Kundenbeziehung

Eine dedizierte Mobile- oder Web-App dient als ständiger Kontaktpunkt zwischen Hersteller und Nutzer. Sie bündelt Verträge, Serviceberichte, Lagerbestände und Schulungsmodule.

Push-Benachrichtigungen und integrierte Chatbots ermöglichen asynchronen Dialog und verkürzen Reaktionszeiten. So wird der technische Support zu einer proaktiven, wertvollen Erfahrung für den Kunden.

Durch Nutzungsdaten kann der Hersteller personalisierte Angebote oder relevante Upgrades auf Basis der Performance-Historie und der spezifischen Bedürfnisse jedes Kunden erstellen.

Erzeugung wiederkehrender Einnahmen

Der Wechsel zu einem Abonnementmodell schafft planbare Erlöse und vereinfacht die Investitionsplanung in F&E sowie die Erstellung robuster Finanzmodelle. Anbieter können unterschiedliche Service-Level anbieten.

„Basic“, „Premium“ oder „Enterprise“ spiegeln Budgetrestriktionen und Anforderungen der jeweiligen Kundensegmente wider. Sie decken Standard-Support, prädiktive Wartung und sogar Data-Science-Begleitung zur Produktionsoptimierung ab.

Dieses hybride Modell – Verkauf der Maschine plus Abonnement für digitale Services – verteilt Risiken besser und steigert die Kunden-Lifetime-Value (LTV). Ein positiver Kreislauf aus Bindung und kontinuierlicher Innovation entsteht.

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Häufige Fallstricke und strategische Ausrichtung

Viele Initiativen scheitern, weil keine ganzheitliche Vision für Architektur, User Experience und Vertriebsmodell existiert. Fehlende Koordination dieser Kernbereiche blockiert Adoption und Monetarisierung.

Fehlkonzipierte Architektur

Eine geschlossene oder nicht skalierbare Plattform birgt Vendor-Lock-in-Risiken und verteuert künftige Erweiterungen. Manche setzen auf proprietäre Lösungen, ohne Migrationskosten und Systemkompatibilität zu prüfen.

Eine schlecht ausgelegte App weist oft fragile Integrationen und hohe Latenzen auf, was die User Experience beeinträchtigt. Änderungen werden komplex und riskant, Innovation gerät ins Stocken.

Dagegen ermöglicht eine modulare, Open-Source-Architektur einfache Service-Erweiterungen und hohe Skalierbarkeit. Sie bietet langfristig ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis und wahrt technologische Freiheit.

Unvorbereitete Vertriebsteams

Verkäufer, die an transaktionale Ansätze gewöhnt sind, tun sich schwer damit, wiederkehrende Modelle zu promoten. Ihre Vergütung und ihr Pitch drehen sich weiter um die reine Maschinenübergabe statt um digitales Begleitgeschäft.

Ohne gezielte Schulung und passende Vertriebs-Tools gelingt es den Commercial-Teams kaum, den Mehrwert digitaler Services überzeugend darzustellen. Das hemmt die Kundenüberzeugung und bremst das Momentum.

Erfolgsentscheidend ist, Incentives anzupassen, Schulungsmaterialien zu entwickeln, die langfristige Vorteile betonen, und technische Consultants in den Verkaufsprozess einzubinden, um operative Gewinne praxisnah zu veranschaulichen.

Fehlende Monetarisierungsstrategie

Ohne klares, passgenaues Preismodell werden digitale Services oft als kostenloser Bonus wahrgenommen und generieren nicht die erwarteten Erlöse. Manche Anbieter launchen Apps, ohne Service-Level und Zusatzoptionen zu definieren.

Eine falsche Preisgestaltung kann zu geringer Adoption oder unbedeutenden Margen führen. Essenziell ist die Kalibrierung des Angebots nach Nutzungsumfang, Produktionswirkung und Zahlungsbereitschaft des Kunden.

Eine erfolgreiche Monetarisierungsstrategie basiert auf feiner Segmentierung, begrenzten Gratis-Trials und automatischen Upgrade-Mechanismen, sobald Nutzungskennzahlen voreingestellte Schwellenwerte überschreiten.

Erfolgreiche Modelle und nachhaltige Co-Innovation

Freemium, Pay-per-Use und integrierte Bundles bieten Flexibilität und Attraktivität, um neue Funktionen zu testen und einzuführen. Co-Innovation mit Partnern erhöht die Relevanz und beschleunigt den Markteintritt.

Freemium und Pay-per-Use zum Testen und Gewinnen

Im Freemium-Modell erhalten Kunden kostenlosen Zugriff auf Basisfunktionen, was eine risikofreie Produkterfahrung ermöglicht. Dieser Ansatz erleichtert die Wertdemonstration und fördert die Nutzerbindung.

Pay-per-Use berechnet nur tatsächlich konsumierte Services, etwa erweiterte Analysen oder prädiktive Module.

Durch die Kombination beider Modelle kann ein Hersteller schnell Feedback sammeln, seine Preispositionierung optimieren und das wahrgenommene Risiko für Interessenten reduzieren, während er wertstarke Use Cases validiert.

Partnerschaften und Co-Innovation

Die Zusammenarbeit mit Start-ups aus den Bereichen KI oder IoT beschleunigt die Entwicklung fortschrittlicher digitaler Services. Hersteller profitieren so von externem Expertenwissen, ohne massiv intern aufzustocken.

Co-Innovation bedeutet geteilte Risiken und Erträge sowie transparente Roadmap-Abstimmung. Pilotprojekte vor Ort ermöglichen schnelle Anpassungen an reale Anforderungen.

Ein Industriebetrieb kooperierte mit einem Technologie­labor, um einen prädiktiven Wartungsalgorithmus zu entwickeln.

Datenmonetarisierung und prädiktive Services

Die Aufwertung von Maschinendaten bietet Zusatzservices wie Benchmark-Analysen, Energieoptimierung und prädiktive Software-Updates.

Fortschrittliche Diagnosemodule auf Basis von Machine Learning antizipieren Fehlfunktionen und schlagen Korrekturmaßnahmen vor, bevor es zu einem Ausfall kommt. Ihre Bereitstellung als SaaS garantiert konstante Erlösströme.

Mit einer modularen Service-Bibliothek können Hersteller maßgeschneiderte Bundles schnüren und den durchschnittlichen Kundenwert steigern. Dieser flexible Ansatz erfüllt branchenspezifische Anforderungen und stärkt die Kundenbindung.

Verwandeln Sie Ihr Maschinenangebot in einen rentablen digitalen Service

Der Übergang vom transaktionalen Modell zu kontinuierlichem Mehrwert ist die direkte Antwort auf Wettbewerbsdruck und veränderte Kundenerwartungen. Digitale Apps optimieren den Anlageneinsatz, festigen die Kundenbeziehung und sichern wiederkehrende Einnahmen.

Um Fallstricke zu vermeiden, sind eine modulare Architektur, die Schulung der Vertriebsteams auf neue Ansätze und eine passgenaue Monetarisierungsstrategie unerlässlich. Freemium, Pay-per-Use und Co-Innovationspartnerschaften zählen heute zu den wirksamsten Hebeln.

Unsere Experten begleiten Sie von der Analyse Ihrer bestehenden Systeme bis hin zur Implementierung eines rentablen und skalierbaren Abonnementmodells.

Besprechen Sie Ihre Herausforderungen mit einem Edana-Experten

VERÖFFENTLICHT VON

Mariami Minadze

Mariami ist Expertin für digitale Strategien und Projektmanagement. Sie prüft die digitale Präsenz von Unternehmen und Organisationen aller Größen und Branchen und erarbeitet Strategien und Pläne, die für unsere Kunden Mehrwert schaffen. Sie ist darauf spezialisiert, die richtigen Lösungen für Ihre Ziele zu finden und zu steuern, um messbare Ergebnisse und einen maximalen Return on Investment zu erzielen.

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Cyberangriffe im Einzelhandel: Wenn digitale Nachlässigkeit Millionen kostet

Cyberangriffe im Einzelhandel: Wenn digitale Nachlässigkeit Millionen kostet

Auteur n°4 – Mariami

In einem Umfeld, in dem der Einzelhandel mit Nachdruck digitalisiert wird, sind Cyberangriffe zu einem strategischen Thema für Einzelhändler geworden. Dieser Sektor, lange Zeit im Vergleich zu Banken oder Krankenhäusern als nachrangig angesehen, sieht sich nun hochentwickelten Angriffen ausgesetzt, die darauf abzielen, Reputation, Kundendaten und Lieferketten zu schädigen. Die Führungskräfte müssen verstehen, dass Cybersicherheit nicht nur eine IT-Angelegenheit ist, sondern Teil der Gesamtstrategie des Unternehmens.

Angesichts des regulatorischen Drucks (DSGVO) und der steigenden Kosten im Zusammenhang mit Datenpannen ist eine proaktive und abteilungsübergreifende Sicherheitsstrategie unerlässlich, um das Vertrauen der Kunden und die finanzielle Stabilität zu wahren.

Cyberrisiken und Kundenvertrauen

Cyberangriffe können eine gravierende Vertrauens- und Reputationskrise auslösen, die sich direkt auf den Umsatz auswirkt. Sie setzen das Unternehmen zudem regulatorischen Sanktionen und hohen Kosten für Gegenmaßnahmen aus.

Auswirkungen auf Reputation und Kundenvertrauen

Ein Datenleck bei Kundendaten führt oft zu einem sofortigen Vertrauensverlust. Die Offenlegung persönlicher Informationen kann bei Verbrauchern Unsicherheit hervorrufen, sodass sie zögern, erneut Käufe zu tätigen oder ihre Kontaktdaten preiszugeben.

Die mediale Aufmerksamkeit für einen Sicherheitsvorfall kann die Markenwahrnehmung auch langfristig schädigen. Soziale Netzwerke und Fachforen verstärken die Reichweite der Krise, wodurch die Wiederherstellung der Reputation deutlich aufwändiger wird.

Für einen Einzelhändler kann der Verlust des Vertrauens nur weniger tausend Kunden einen Rückgang der Laden- oder Online-Besucherzahlen um mehrere Prozent bedeuten, was schnell einen Verlust von Millionen Franken nach sich zieht.

Folgekosten und regulatorische Sanktionen

Über die Krisenkommunikation hinaus muss das Unternehmen forensische Analysen, die Benachrichtigung betroffener Personen und technische Gegenmaßnahmen finanzieren. Diese Ausgaben können mehrere hunderttausend Franken betragen.

In Europa sieht die DSGVO bei schwerwiegenden Verstößen Geldbußen von bis zu 4 % des weltweiten Jahresumsatzes vor. Die Aufsichtsbehörden achten immer stärker auf Vorfälle, die die Privatsphäre betreffen.

Die indirekten Kosten, etwa durch entgangene Geschäfts­chancen und Verzögerungen bei der Markteinführung neuer Angebote, werden von den Geschäftsleitungen häufig unterschätzt.

Beispiel Fertigungsindustrie: Kundendatenleck

Ein Hersteller von Konsumgütern entdeckte, dass eine SQL-Injection-Attacke Informationen mehrerer tausend Kunden offenlegte. Zu den kompromittierten Daten gehörten Namen, E-Mail-Adressen und Kaufhistorien.

Dieses Leck führte zu einem 15 %igen Rückgang der Online­verkäufe über drei Monate und löste eine DSGVO-Untersuchung mit einer potenziellen Geldbuße von über 200.000 € aus. Das Unternehmen musste ein externes Team beauftragen, um die Anwendung abzusichern und seine Incident-Management-Prozesse vollständig zu überarbeiten.

Dieser Fall zeigt, dass eine technische Schwachstelle schnell zu einem geschäftlichen Problem werden kann, das Reputation, Vertrauen und finanzielle Stabilität beeinträchtigt.

Omni-Channel-Schwachstellen und Saisonpersonal

Einzelhändler modernisieren ihre Kundenprozesse durch die Vervielfachung digitaler Kontaktpunkte, was gleichzeitig die Angriffsflächen für Cyberkriminelle erhöht. Die Einbindung von Saisonpersonal und komplexe Lieferketten erschweren die Absicherung zusätzlich.

Omni-Channel und zahlreiche Integrationen

Um ein nahtloses Erlebnis zu bieten, verknüpfen Händler ihre E-Commerce-Websites, Mobile Apps und Kassensysteme vor Ort mit demselben Backend. Diese Verknüpfung schafft zahlreiche potenzielle Angriffsvektoren.

Jede Drittanbieter-API, jedes Plugin und jeder hinzugefügte Microservice kann Schwachstellen einführen, wenn Updates nicht konsequent gesteuert und getestet werden.

Eine Schwachstelle in einem Zahlungsmodul oder im CRM kann bereits ausreichen, um sensible Daten zu exfiltrieren oder schädlichen Code einzuschleusen, was unmittelbare Auswirkungen auf das Geschäft hat.

Saisonalität des Personals und begrenzte Schulung

In Zeiten hoher Auslastung (Ausverkauf, Weihnachtsgeschäft) rekrutieren Händler Saisonpersonal. Aus Zeitmangel bleibt die Schulung in Cybersicherheitsbest­praktiken häufig oberflächlich.

Der Mangel an Sensibilisierung führt zu menschlichen Fehlern wie dem Öffnen schädlicher Anhänge, der Verwendung schwacher Passwörter oder der Ablage sensibler Informationen auf ungesicherten Arbeitsplätzen.

Gezielte Phishing-Kampagnen gegen Mitarbeitende können so zu kritischen Sicherheitslücken werden, die Angreifern einen ersten Zugang gewähren, um Ransomware oder versteckte Malware zu verbreiten.

Beispiel E-Commerce: falsch konfigurierte ERP-Integration

Eine E-Commerce-Plattform integrierte ein ERP im SaaS-Modell zur Verwaltung von Lagerbeständen und Aktionen. Die schnelle Einbindung des Drittanbieters erfolgte ohne detailliertes Audit der Sicherheitskonfigurationen.

Weniger als zwei Monate nach dem Rollout nutzte ein Angreifer eine unmodifizierte Standardkonfiguration, um auf Kunden- und Lieferantendaten zuzugreifen. Der Vorfall verzögerte den Start einer Marketingkampagne um sechs Wochen und verursachte zusätzliche Kosten von 120.000 € für Gegenmaßnahmen und Kommunikation.

Diese Situation zeigt, dass eine zu schnelle Integration ohne Governance und sorgfältige Validierung die Wertschöpfungskette schwächt.

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ERP-Schwachstellen und Zugriffsverwaltung

Veraltete monolithische ERP-Architekturen, unzureichend verwaltete Zugriffsrechte und das Streben nach Agilität lassen Einzelhändler die Kontrolle über ihre Angriffsoberfläche verlieren. Patches werden häufig verzögert oder unvollständig eingespielt.

ERP-Altsysteme und veraltete Monolithen

Viele Händler setzen auf ERP-Systeme, die vor über zehn Jahren installiert wurden und entstanden, bevor kollaborative Cybersicherheit und Cloud-Lösungen Alltag waren. Der Quellcode ist selten dokumentiert oder aktualisiert.

Personalisierte Module, im Laufe der Zeit hinzugefügt, bilden ein heterogenes Gefüge, bei dem jedes Update mit hohem Risiko verbunden ist und sorgfältige Wartungsfenster erfordert.

Ohne Netzwerksegmentierung und Flusskontrollen kann die Kompromittierung eines ERP-Moduls sich auf alle Back-Office- und Frontend-Systeme ausbreiten.

Mangelhaftes Zugriffs- und Identity-Management

Die Rollen von Mitarbeitenden und externen Dienstleistern ändern sich, ohne dass die zugehörigen Rechte angepasst werden. Inaktive Konten oder übermäßige Privilegien bleiben oft monatelang oder jahrelang bestehen.

Ohne zentrales IAM und regelmäßige Rechteprüfungen können ehemalige Mitarbeitende auch nach ihrem Ausscheiden auf kritische Anwendungen zugreifen.

MFA-Lösungen (Multi-Faktor-Authentifizierung) werden oft optional und nicht verpflichtend implementiert, wodurch Angreifern Angriffsflächen für Credential-Stuffing-Attacken bleiben.

Beispiel Gesundheitswesen: Diebstahl von Administrator-Anmeldedaten

Ein Krankenhaus hatte MFA auf der Administrationsoberfläche seines Patientenportals nicht aktiviert. Ein Angreifer erlangte per gezielten Phishing-Angriff ein komplexes Passwort.

Mit diesem Zugang verbreitete er Malware auf mehreren internen Diensten und beeinträchtigte das elektronische Patientenakten­system. Der Vorfall wurde nach zwei Tagen behoben, mit geschätzten Betriebskosten und Wiederherstellungsaufwand von 300.000 €.

Dieser Angriff verdeutlicht die Notwendigkeit, jede Zugriffsebene zu stärken – auch für Konten, die als weniger kritisch eingestuft werden.

Proaktive IAM- und Governance-Strategie

Angriffe vorzubeugen erfordert eine ganzheitliche Strategie, die Identity-Management, Sicherheitskultur und Systemmodernisierung vereint. Die Daten­governance bildet dabei das Fundament.

Stärkung von IAM und kontinuierlicher Überwachung

Ein einheitliches IAM-System ermöglicht die Kontrolle aller Zugriffe auf Ihre Anwendungen, egal ob On-Premise oder Cloud. Jede Authentifizierung wird rollen- und richtlinienbasiert protokolliert und segmentiert.

Identity-Federation-Lösungen und Standardprotokolle (OAuth2, SAML) gewährleisten eine präzise Rechteverwaltung und erleichtern die verpflichtende Einführung von MFA für sensible Konten.

Die Implementierung einer SIEM-Plattform (Security Information and Event Management) ermöglicht die Echtzeitüberwachung von Ereignissen. Auffälligkeiten werden erkannt, bevor sie kritisch werden.

Regelmäßige Sensibilisierungs- und Schulungsprogramme

Die Schulung der Mitarbeitenden zu aktuellen Risiken (Phishing, Social Engineering, Ransomware) sollte zur Routine werden. Kurze, interaktive Module, die vierteljährlich aktualisiert werden, erhalten die Aufmerksamkeit hoch.

Simulationsübungen (Table-Top-Übungen) messen die Reaktionsfähigkeit der Teams und helfen, Eskalations- und Incident-Response-Prozesse anzupassen.

Die Sensibilisierung muss auch Drittanbieter einschließen, da deren Praktiken Ihre Lieferkette oder digitalen Dienste beeinflussen können.

Systemmodernisierung und digitale Governance

Die Wahl einer modularen Architektur auf Basis von Microservices erleichtert gezielte Updates und begrenzt die Ausbreitung bei Schwachstellen. Der hybride Open-Source-Ansatz verhindert Vendor Lock-in und sichert kontrollierte Skalierbarkeit.

Die Daten­governance definiert die Verantwortlichkeiten entlang des gesamten Lebenszyklus von Kundeninformationen: Erhebung, Speicherung, Zugriff, Archivierung und Löschung.

Ein funktionsübergreifendes Gremium aus IT-Abteilung, Fachbereichen und Cybersecurity überwacht die Prioritäten, stellt die Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen sicher und genehmigt Aktionspläne bei jeder strategischen Iteration.

Cybersicherheit als Vertrauens- und Wettbewerbsvorteil

Cybersicherheit muss als wertschöpfende Investition betrachtet werden und nicht lediglich als technische Ausgabe. Mit einem proaktiven Ansatz, der IAM, Schulungen, Modernisierung und Daten­governance kombiniert, stärken Einzelhändler ihre Resilienz und schützen ihre Reputation.

Die rasante digitale Transformation darf nicht auf Kosten der Sicherheit erfolgen. Ziel ist der Aufbau eines Ökosystems, in dem jede neue Komponente hinsichtlich Risiko und Business-Impact bewertet wird.

Die Edana-Experten unterstützen Unternehmen bei der Definition und Implementierung maßgeschneiderter, hybrider und skalierbarer Cybersicherheitsstrategien.

Besprechen Sie Ihre Herausforderungen mit einem Edana-Experten

VERÖFFENTLICHT VON

Mariami Minadze

Mariami ist Expertin für digitale Strategien und Projektmanagement. Sie prüft die digitale Präsenz von Unternehmen und Organisationen aller Größen und Branchen und erarbeitet Strategien und Pläne, die für unsere Kunden Mehrwert schaffen. Sie ist darauf spezialisiert, die richtigen Lösungen für Ihre Ziele zu finden und zu steuern, um messbare Ergebnisse und einen maximalen Return on Investment zu erzielen.

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KI am Arbeitsplatz: Ohne Change Management scheitert Ihre Transformation

KI am Arbeitsplatz: Ohne Change Management scheitert Ihre Transformation

Auteur n°3 – Benjamin

Die KI-Revolution verändert unsere Arbeitsweisen – bleibt aber ohne eine strukturierte mensch­liche Begleitung wirkungslos. Schweizer Mittelstandsunternehmen riskieren das Scheitern ihrer KI-Projekte, wenn sie sich ausschließlich auf technologische Aspekte konzentrieren.

Über die Werkzeugauswahl hinaus besteht die Herausforderung im Change Management für KI: ein klares „Warum“ definieren, Anwendungsfälle eingrenzen, Governance absichern, anhand konkreter Beispiele schulen und den Business Impact messen. Fehlen diese Schritte, verhindern mentale Überlastung, Widerstand gegen Veränderungen und fehlende Sponsoren die unternehmensweite KI-Adoption. Dieser Artikel skizziert einen pragmatischen Ansatz, um KI in einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln.

„Warum“ klären und Anwendungsfälle eingrenzen

Eine gemeinsam getragene KI-Vision schafft Akzeptanz und verhindert unnötige Rollouts. Dieser erste Schritt ermöglicht die Festlegung einer internen KI-Strategie, die auf Ihre Business-Ziele abgestimmt ist.

Geschäftsvision und Ziele definieren

Die menschzentrierte digitale Transformation beginnt mit einer klar formulierten Vision für den Mehrwert von KI. Diese Vision verknüpft jeden Use Case mit einer konkreten operativen Fragestellung – etwa der Verkürzung der Time-to-Market oder der Verbesserung der Servicequalität – und fügt sich in Ihre agentenbasierte KI-Innovationsstrategie ein: Strategie für agentenbasierte KI-Innovation.

Ein Lenkungsausschuss bündelt IT-, Fach- und Compliance-Stakeholder, um Prioritäten festzulegen. Wichtig ist die Benennung eines Executive Sponsors, der das Vorhaben legitimiert und die nötigen Ressourcen sichert.

Dieser strategische Rahmen dient als Kompass für das weitere Change Management und sorgt für konsistente Kommunikation zu Erwartungen und Nutzen – und reduziert so interne Widerstände.

Charta für verantwortungsvolle KI-Governance erstellen

Eine verantwortungsvolle KI-Governance legt Nutzungsregeln und ethische Grundsätze fest. Sie basiert auf Open-Source-Standards und auf Referenzrahmen, die zum Schweizer Rechtskontext passen.

Die Charta bestimmt Rollen – Datenverantwortlicher, KI-Architekt, Security-Manager – und definiert Prüfprozesse für neue Modelle. Audit-Meilensteine gewährleisten die Compliance und Fairness der Algorithmen.

Das Festlegen der Anwendungsgrenzen sichert zudem den transparenten und geschützten Umgang mit sensiblen Daten. Risiken werden frühzeitig erkannt und unerwünschte Entwicklungen vermieden, die dem Firmenimage schaden könnten.

Beispiel eines Westschweizer KMU

Ein Finanzdienstleister-KMU in der Westschweiz hat sein „Warum“ auf eine Reduktion der Kundenanfrage-Antwortzeiten um 30 % ausgerichtet. Er hat die Anwendungsfälle in einer internen KI-Policy codiert und einen Governance-Ausschuss eingerichtet, der jeden Use Case geprüft hat.

Die initiale Formalisierung beschleunigte die Akzeptanz der Fachabteilungen. Das Unternehmen vermied Tool-Sammelsurien, konzentrierte sich auf drei prioritäre Use Cases und sicherte so den ROI.

Das Beispiel zeigt, dass eine gemeinsame Vision und klare Regeln die Säulen einer erfolgreichen KI-Einführung sind und einen flexiblen Rahmen für künftige technologische Chancen schaffen.

Verträge und Governance absichern

Eine robuste Governance und klare Verträge gewährleisten die Nachhaltigkeit von KI-Projekten und das Risikomanagement. Sie schützen vor Lieferantenabhängigkeit und sichern die regulatorische Compliance.

Governance strukturieren und Sponsoren benennen

Die KI-Governance erfolgt durch einen gemischten Ausschuss aus CIO, Fachbereichen, Recht und Cybersecurity. Er überwacht die KI-Strategie und priorisiert Projekte auf Basis eines Zero-Trust-Identitäts- und Zugriffsmanagements: Zero-Trust-IAM für komplexe IT-Ökosysteme.

Ein Executive Sponsor, häufig auf Geschäftsleitungsebene, sorgt für Sichtbarkeit und Budgetfreigabe. Er beseitigt organisatorische Hindernisse und stellt die Übereinstimmung mit der digitalen Roadmap sicher.

Dieses abteilungsübergreifende Steering minimiert Silorbildung und fördert einen einheitlichen Ansatz – essenziell für eine erfolgreiche menschzentrierte digitale Transformation. Gleichzeitig schafft es Raum für agile Anpassungen.

Agile und sichere Verträge aufsetzen

Verträge mit KI-Dienstleistern sollten Portabilität der Modelle, Datenhoheit und umfassende Algorithmus-Dokumentation regeln. Solche Klauseln vermeiden übermäßige Abhängigkeiten und fördern die Skalierbarkeit der Lösung.

Service-Level-Agreements (SLAs) zu Performance und Verfügbarkeit sowie strikte Datenschutzbestimmungen sind empfehlenswert. Vertragsstrafen bei Nichteinhaltung sichern die Einhaltung der Verpflichtungen.

Besonderes Augenmerk gilt dem Auditrecht und der Wartung der KI-Pipeline. Diese Detailtiefe reduziert die mentale Belastung der Rechtsabteilung und stärkt die verantwortungsvolle KI-Governance.

Beispiel eines kantonalen Spitals

Ein kantonales Spital hat einen Vertragsrahmen implementiert, der die Portabilität und das Audit von Diagnostikmodellen sicherstellt. So behielt es die Kontrolle über die Algorithmen und erfüllte die Datenschutzstandards für Patientendaten.

Das Beispiel belegt, dass vertragliche Strenge vor Lieferantenbindung schützt und Investitionen sichert. Die Einrichtung konnte ihre Modelle weiterentwickeln, ohne aufwendige Neuverhandlungen, und hielt gleichzeitig die Schweizer Sicherheitsstandards ein.

Der Fall verdeutlicht die Bedeutung agiler Klauseln für die rasche technologische Entwicklung und das sichere Management.

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Schulung anhand von Use Cases und Experimentier-Rituale etablieren

Praxisschulungen und regelmäßige Experimentier-Rituale beschleunigen die Adoption und generieren Quick Wins. Diese Rituale bereichern Ihre Prompt-Bibliothek und machen Ihre Teams zu KI-Champions.

Auf Use Cases fokussierte Schulungsprogramme

Das KI-Upskilling basiert auf Workshops, in denen jede:r Teilnehmende ein reales Geschäftsproblem löst. Dieser Ansatz fördert das Engagement und macht den KI-Nutzen greifbar, angelehnt an das personalisiertes Lernen mit Chatbots.

Die Sessions kombinieren Theorie mit Prototyping-Workshops, in denen Teams direkt Open-Source-Tools und modulare Frameworks testen. Das stärkt das Vertrauen und nimmt die Scheu vor neuen Technologien.

Ein interner Benchmark der ersten Ergebnisse befördert Best-Practice-Sharing und die Replizierbarkeit von Erfolgen. Diese kontextbezogene Schulung wird zum Schlüsselelement Ihrer KI-Adoptionsstrategie.

Aufbau eines Netzwerks von KI-Champions

Freiwillige und neugierige Mitarbeitende als KI-Champions auszuwählen, ist das Fundament eines solchen Programms. Diese Referenzpersonen unterstützen Pilotprojekte, teilen ihre Erfahrungen und beleben die interne Community.

Ein jeder Champion leitet interne Workshops, pflegt die Prompt-Bibliothek und ermutigt zu eigenständigen Experimenten. So schlagen sie die Brücke zwischen IT, Fachbereichen und Management und fördern den Wissenstransfer.

Das Netzwerk schafft einen positiven Kreislauf aus kontinuierlichem Experimentieren und Wissensaustausch. Es steigert die KI-Produktivität und minimiert spürbar den Widerstand gegen KI.

Beispiel eines Logistikunternehmens in Basel

Ein Logistikdienstleister in Basel startete einen KI-Pilot zur Tourenoptimierung. Sechs Champions aus Betrieb und IT entwickelten gemeinsam eine Prompt-Bibliothek zur Feinabstimmung der Optimierungsmodelle.

Der Pilot erzielte eine 12 %ige Senkung der Treibstoffkosten und bewies so die Effektivität des pragmatischen Ansatzes. Das Beispiel zeigt, dass Learn-by-Doing gepaart mit Experimentier-Ritualen die Akzeptanz erleichtert.

Der Erfahrungsbericht unterstreicht zudem den Nutzen eines Open Source-basierten modularen Ökosystems, um Erfolge schnell auf weitere Regionen zu skalieren.

Business Impact messen und Change Management strukturieren

Die Messung zentraler Kennzahlen ermöglicht die Anpassung Ihrer KI-Strategie und verankert den Wandel langfristig. Ein strukturiertes Change Management mit Kommunikation, KPIs und Sponsoren macht KI zum Wettbewerbsvorteil.

KPI für Produktivität und Qualität definieren und tracken

Produktivitäts-KPIs für KI umfassen Zeitgewinn in Prozessen, Fehlerreduktion und höhere interne Zufriedenheit. Sie sollten bereits in den ersten Piloten messbar sein, um den Impact zu belegen, und in eine Agile Transformation im Unternehmen eingebettet werden.

Automatisierte Dashboards ermöglichen Echtzeit-Tracking und informieren Sponsoren kontinuierlich. Die Pilotdaten dienen als Benchmark für künftige Zielsetzungen.

Diese Messdisziplin steuert Ihre KI-Adoption und unterstützt Priorisierungen. Kennzahlen werden zum Kommunikationsmittel gegenüber der Geschäftsleitung.

Kommunikations- und Steuerungsrituale etablieren

Regelmäßige Updates (wöchentlich oder zweiwöchentlich) bringen Sponsoren, KI-Champions und Fachverantwortliche zusammen. Erfolge, Hindernisse und notwendige Anpassungen werden gemeinsam besprochen.

Interne Newsletter und Live-Demos schaffen ein positives Storytelling rund um KI. Solche Rituale steigern die Akzeptanz und nähren die Experimentierkultur.

Transparente Kommunikation über Gewinne und Misserfolge begrenzt Widerstände und fördert kollektives Lernen. So etabliert sich sukzessive eine Kultur der kontinuierlichen Innovation.

Beispiel eines Schweizer Komponentenherstellers

Ein Hersteller von Industriekomponenten führte ein wöchentliches Reporting zur Produktionsfehlerreduktion ein. Technische und fachliche Sponsoren treffen sich jede Woche, um Anpassungen freizugeben.

Diese strukturierte Governance ermöglichte den Wechsel vom Piloten zum unternehmensweiten Rollout in sechs Monaten mit einer 20 %igen Verringerung der Ausschussrate. Das Beispiel zeigt, dass KPI-Tracking und stringente Kommunikation entscheidend sind, um Veränderungen zu verankern.

Der Fall verdeutlicht zudem die Bedeutung eines flexiblen Rahmens, der neue Kennzahlen integriert und auf Feldfeedback reagiert.

Machen Sie KI zu Ihrem Wettbewerbsvorteil

Der Erfolg eines KI-Projekts hängt nicht allein von der Modellqualität ab, sondern von der Fähigkeit, den menschlichen Wandel zu steuern. Das „Warum“ klären, Anwendungsfälle eingrenzen, Governance absichern, praxisspezifisch schulen und den Impact messen – das sind die Säulen einer nachhaltigen KI-Adoption.

Ein strukturiertes Change-Management-Programm, getragen von Sponsoren und geleitet von KI-Champions, macht KI zum Performance- und Innovationshebel. Experimentier-Rituale und KPIs erlauben die Feinsteuerung der Roadmap und senken Widerstände.

Ob Sie sich in der Konzeptphase befinden oder bereits einen ersten Piloten umgesetzt haben – unsere Expert:innen unterstützen Sie dabei, eine pragmatische, modulare und sichere KI-Adoptionsstrategie zu definieren.

Besprechen Sie Ihre Herausforderungen mit einem Edana-Experten

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Anforderungskatalog ERP Finanzen & Personal (Schweiz): Automatisierung, Compliance und Reversibilität ohne Herstellerbindung

Anforderungskatalog ERP Finanzen & Personal (Schweiz): Automatisierung, Compliance und Reversibilität ohne Herstellerbindung

Auteur n°4 – Mariami

Die Einführung eines ERP-Systems für Finanzen und Personal in der Schweiz erfordert einen präzisen Rahmen, um Prozesse zu automatisieren, die Einhaltung lokaler Vorschriften zu gewährleisten und die Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten. Über eine reine Funktionsliste hinaus muss der Anforderungskatalog die Interoperabilität mit Banken, der Lohnabrechnung und der elektronischen Rechnungsstellung absichern und zugleich eine Reversibilität ohne übermäßige Abhängigkeit von einem Anbieter vorsehen.

Mit einer API-first-Architektur und Open-Source-Bausteinen, ergänzt durch maßgeschneiderte Entwicklungen, lassen sich die Gesamtkosten (TCO) optimieren und die Kontrolle über das System langfristig sichern. Im Folgenden sind die Schlüsselaspekte aufgeführt, die für ein robustes und skalierbares Projekt berücksichtigt werden sollten.

Funktionaler Umfang ERP Finanzen & Buchhaltung

Das Finanzmodul muss die Hauptbuchhaltung, Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung, das Cash-Management sowie Anlagevermögen und Budgetprognosen abdecken. Es sollte so konzipiert sein, dass ISO-20022-Bankabstimmungen automatisiert, Abschlüsse vereinfacht und eine lückenlose Nachvollziehbarkeit für Audits sichergestellt wird.

Hauptbuch, Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung

Die Grundlage jedes ERP-Finanzmoduls ist eine automatisierte Hauptbuchführung, die das Zentralisieren von Buchungssätzen, das Abgleichen (Lettern) sowie das Erstellen erforderlicher Abschlüsse ermöglicht. Zur Projektstrukturierung empfehlen wir unseren Leitfaden zur Erstellung eines Software-Anforderungskatalogs.

Jeder Buchungssatz muss ein vollständiges Protokoll mit Zeitstempel und einem klaren Verweis auf das Quelldokument enthalten. Die Erstellung von Journals, die Konsolidierung zwischen Unternehmen und die automatische Berechnung von Währungsdifferenzen tragen zur Zuverlässigkeit der Abschlüsse bei.

Die Flexibilität, mehrgliedrige und mehrwährungsfähige Kontenpläne zu konfigurieren, ist für international tätige KMU und Mittelständler in der Schweiz unerlässlich. Eine regelbasierte Engine ermöglicht die Abbildung lokaler steuerlicher Besonderheiten und vereinfacht periodische Meldungen.

Beispiel: Ein Schweizer Industrie-KMU hat die Freigabe von Lieferantenrechnungen und den Export in sein ERP automatisiert und dabei den manuellen Prüfaufwand um 70 % reduziert. Dieser Fall zeigt, wie eine native Workflow-Integration Buchungen absichern und den Monatsabschluss beschleunigen kann.

Liquiditätsmanagement und Bankabstimmungen

Das Cash-Management sollte Prognosen mit einer Echtzeit-Überwachung der Bankkontensalden kombinieren. Eine ISO-20022-Schnittstelle zum Bankmodul ermöglicht den automatischen Import von Kontoauszügen, die Erkennung von Abweichungen und Vorschläge für Abstimmungen.

Die Liquiditätsprognose basiert auf der Konsolidierung eingehender und ausgehender Zahlungsflüsse: ausgestellte Rechnungen, Fälligkeiten bei Lieferanten, Löhne, Steuer-Vorauszahlungen etc. Ein dediziertes Dashboard zeigt Soll- und Ist-Salden an, inklusive konfigurierbarer Alarmmeldungen bei kritischen Schwellenwerten.

Das Modul muss zudem das Anlagevermögen verwalten, Abschreibungen nach Schweizer Standards berechnen und die Buchungssätze für Wertberichtigungen erstellen. Die lückenlose Nachverfolgbarkeit von Anschaffungen, Veräußerungen und Neubewertungen gewährleistet Audit-Compliance.

Eine regelbasierte Engine erleichtert die Anbindung neuer Zahlungsströme, etwa automatische Kundeneingänge per eBill oder QR-Rechnung, und sichert die Konsistenz zwischen Bankkonten und Hauptbuch.

Budgetierung, Rolling Forecast und Reporting

Das ERP-System sollte ein Budgetmodul bieten, mit dem Jahresbudgets und periodische Soll-/Ist-Vorhersagen (Rolling Forecast) definiert werden können. Diese Werkzeuge erhöhen die Reaktionsschnelligkeit auf Abweichungen und Marktveränderungen.

Das Finanzreporting sollte dynamische Dashboards, Key Performance Indicators (DSO, Abschlussdauer, operative Marge) und Budget-Ist-Vergleiche umfassen. Die Multi-Entity-Konsolidierung sollte automatisiert erfolgen und Intercompany-Anpassungen berücksichtigen.

Für die Auditfähigkeit muss jede aggregierte Information bis zum Ursprungssatz verfolgbar sein, inklusive Änderungsverlauf und rollenbasierter Zugriffskontrolle. Die Erstellung von Berichten nach IFRS oder Swiss GAAP FER rundet die normative Abdeckung ab.

Ein integrierter BI-Reporting-Server oder eine REST-/GraphQL-API-Schnittstelle erleichtert die Nutzung der Daten durch Drittsysteme und bewahrt gleichzeitig die Konsistenz des Buchhaltungs-Referenzsystems.

Funktionaler Umfang Personalmanagement im ERP

Das Personalmodul umfasst die Verwaltung von Mitarbeiterakten, Abwesenheiten, Lohnabrechnung und Talent Management und gewährleistet die Einhaltung schweizerischer Anforderungen (AHV, BVG, Quellensteuer). Ziel ist es, Lohnzyklen zu automatisieren, Nachvollziehbarkeit zu sicherstellen und umfangreiche HR-Dashboards bereitzustellen.

Mitarbeiterakten, Abwesenheiten und Arbeitszeiten

Jeder Mitarbeiter verfügt über eine digitale Akte, die persönliche Daten, Verträge, Zeugnisse und den Verlauf aller HR-Prozesse (Beurteilungen, Schulungen) enthält. Um ein HR-Projekt zu strukturieren, empfehlen wir unser Muster für einen SIRH-Anforderungskatalog in der Schweiz.

Abwesenheiten und Arbeitszeiten werden über Web- oder Mobile-Oberflächen erfasst und automatisch durch Vorgesetzte freigegeben.

Die Berechnungsregeln für gesetzliche und vertragliche Ferien (bezahlte Urlaubsansprüche, Feiertage, Zeitausgleich) sind nach schweizerischem Recht und internen Vereinbarungen konfigurierbar. Alarme weisen auf Überschreitungen oder kritische Anwesenheitsschwellen hin.

Stundenzettel lassen sich mit Spesenabrechnungen und Projekten verknüpfen und erleichtern die Rentabilitätsanalyse nach Aktivität oder Kunde. Exporte in Kostenrechnungssysteme sichern die Budgetkohärenz.

Beispiel: Eine Beratungsgesellschaft hat ein Modul für Zeit- und Abwesenheitserfassung in die Lohnabrechnung integriert. Dadurch wurden Eingabefehler halbiert und die administrative Produktivität um 20 % gesteigert. Dieser Fall verdeutlicht die direkte Auswirkung von Prozessautomatisierung im HR-Bereich auf Datenqualität und Manager-Zufriedenheit.

Schweizer Lohnabrechnung und Sozial-Compliance

Die Lohnabrechnung in der Schweiz muss AHV/IV/EO, ALV, BVG, UVG, Zusatzversicherungen und Quellensteuer abdecken. Die Berechnungsengine muss den amtlichen Tarifvorgaben entsprechen und kantonale Besonderheiten berücksichtigen können.

Lohnabrechnungen werden automatisch als sichere PDF-Datei erstellt, einschließlich detaillierter Anhänge (Abzüge, Beiträge, Arbeitsstunden, Zulagen). Der Datenaustausch mit Sozialversicherungsträgern, der Bank für Lohnzahlungen und der Quellensteuerbehörde erfolgt über standardisierte Exporte.

Ein zweistufiges Validierungssystem (HR-Verantwortlicher, danach Payroll) gewährleistet die Kontrolle sensibler Änderungen. Die Erstellung der Jahreslohnbescheinigungen und deren sichere Bereitstellung für Mitarbeitende schließen den Compliance-Zyklus ab.

Die Verwaltung von Krankheits- und Mutterschaftsabwesenheiten mit automatischer Berechnung der AHV-/EO-Leistungen vermeidet Fehler und vereinfacht die Quartalsmeldungen.

Beispiel: Ein produzierendes KMU in der Schweiz hat seine Excel-Tabellen durch ein ERP mit integriertem Payroll-Modul ersetzt. Dadurch wurden manuelle Berechnungen eliminiert und Nachforderungen durch die schweizerische Ausgleichskasse auf null reduziert. Dieser Fall zeigt, wie eine zertifizierte Payroll-Engine Compliance und Ruhe im HR-Team sicherstellt.

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Schulung, Kompetenzen und Karrierepfade

Das Talent-Management-Modul verfolgt Schulungen, erworbene Kompetenzen und individuelle Entwicklungspläne. Führungskräfte können Programme erstellen, Sessions zuweisen und Ergebnisse nachverfolgen.

Kompetenzmatrizen erleichtern die Nachfolgeplanung und die Abstimmung von Ressourcen auf die Unternehmensstrategie. Ein 360°-Feedback- und ein jährliches Beurteilungsmodul integrieren sich zur Performance-Steuerung.

Schulungsberichte (geleistete Stunden, Kosten, Einhaltung branchenspezifischer Anforderungen) stehen in Echtzeit zur Verfügung. KPIs wie Abschlussraten oder Schulungs-ROI bereichern das HR-Controlling.

SCORM- oder CSV-Exporte gewährleisten die Interoperabilität mit LMS und DMS und sichern eine zentrale Übersicht über Zertifikate und Nachweise.

Integrationen und offene ERP-Architektur

Eine API-first- und modulare Architektur, die Standards wie SSO/OIDC, SCIM und Webhooks unterstützt, ist essenziell, um das ERP-System mit Banken, Versicherungen und BI-Tools zu verbinden. Der Einsatz von Open-Source-Bausteinen sichert Flexibilität und vermeidet Herstellerbindung.

REST-/GraphQL-APIs und ISO-20022-Interoperabilität

Eine API-first-Schnittstelle ermöglicht die kontinuierliche Anbindung interner und externer Module, etwa DMS, BI-Tools oder HR-Portale. Webhooks bieten ein Event-System zur Echtzeit-Synchronisation von Workflows. Für einen Lösungsauswahlvergleich lesen Sie unseren Artikel Open Source vs. proprietäre ERP-Systeme.

Der ISO-20022-Standard für Zahlungsverkehr, kombiniert mit eBill und QR-Rechnung, gewährleistet einen sicheren und strukturierten Zahlungsdatenaustausch. Beträge werden automatisch im Cash-Management abgeglichen und ohne manuelle Eingabe in die Buchhaltung übertragen.

SCIM-Endpunkte erleichtern das User-Provisioning aus Active Directory oder Azure AD, während SAML oder OIDC Single Sign-On (SSO) ermöglichen und so eine nahtlose und sichere Benutzererfahrung sicherstellen. Weitere Infos zu SSO/OIDC.

Sicherheit, LPD- & DSGVO-Compliance

Die Architektur sollte das Privacy-by-Design-Prinzip umsetzen und Daten sowohl in der Übertragung als auch im Ruhezustand verschlüsseln. Audit-Logs gewährleisten die Nachvollziehbarkeit von Zugriffen und Änderungen.

Role-Based und Attribute-Based Access Control (RBAC/ABAC) ermöglichen eine profil-, einrichtungs- oder funktionsbezogene Rechtevergabe. Das Consent-Management und die Zugriffsrechteverwaltung erfüllen die Anforderungen von LPD und DSGVO.

Update-Prozesse sollten durch eine sichere CI/CD-Pipeline gesteuert werden, die automatisierte Tests und Schwachstellen-Scans umfasst. Der Einsatz unveränderlicher Container und Security-Scanner stärkt die Resilienz.

Eine ISO-27001-Zertifizierung oder Hosting in einem souveränen Cloud-Umfeld stellt die Einhaltung interner Richtlinien und schweizerischer Regulierungsanforderungen sicher.

Infrastruktur und Hosting in der Schweiz

Ein Hosting in der Schweiz oder in einer souveränen Cloud garantiert Datenresidenz und Lokalisierungskonformität. Kubernetes- oder Serverless-Architekturen sollten für hohe Verfügbarkeit ausgelegt sein.

Das Runbook dokumentiert Lastszenarien, Failover-Verfahren und Wiederherstellungsprozesse. SLAs definieren Verfügbarkeitsziele (99,9 %) und Wiederherstellungszeiten (MTTR). Zur Verbesserung der Skalierbarkeit empfehlen wir unseren Leitfaden zum Umgang mit Traffic-Spitzen.

Die Einrichtung täglicher Backups und einer Code-Escrow-Umgebung gewährleistet einen schnellen Neustart im Falle eines schwerwiegenden Ausfalls. Regelmäßige Wiederherstellungstests bestätigen die Wirksamkeit des Continuity-Plans.

Proaktives Monitoring (Prometheus, Grafana) und automatisiertes Alerting sorgen für eine kontinuierliche Leistungsüberwachung, während Lasttests Traffic-Spitzen prognostizieren.

Daten-Governance und Reversibilität

Die Sicherung von Daten- und Code-Eigentum, eine kostenfreie Exportklausel und ein Escrow-Plan sind unerlässlich, um Herstellerbindung zu vermeiden. Der Anforderungskatalog sollte ein Runbook und klar definierte Deliverables für jede Projektphase enthalten.

Daten-Eigentum und Governance

Der Anforderungskatalog muss festlegen, dass alle Daten und Anpassungen im Eigentum des Unternehmens bleiben. Standard-Exportformate (CSV, JSON, Parquet) gewährleisten Datenoffenheit. Für eine technische Ausrichtung lesen Sie unser IT-Lastenheft „Vom Dokument zur Entscheidung“.

Vertragliche Klauseln und Escrow

Der Vertrag legt SLA und Supportverpflichtungen fest und definiert Strafzahlungen bei Nichteinhaltung sowie Eskalationsverfahren. Mehr zum Thema Budget und Vertrag verhandeln.

Deliverables, MVP und KPIs

Der Anforderungskatalog sollte User Stories und Abnahmekriterien für jede Rolle (Finanzen, HR, Payroll) liefern. Data Dictionary, Integrationsmatrix und Runbook vervollständigen den Umfang.

Ein MVP, das sich auf 3–5 Szenarien mit schnellem ROI konzentriert (Bankabstimmungen, Payroll, Steuerdeklarationen), demonstriert den Mehrwert und ermöglicht Anpassungen vor dem Rollout.

KPIs wie DSO, Abschlussdauer, Payroll-Genauigkeit und Automatisierungsgrad werden von Anfang an definiert, um die Effizienz zu messen und die kontinuierliche Verbesserung voranzutreiben.

Nutzen Sie Ihr ERP für Finanzen & HR als Hebel für mehr Agilität

Dieser Anforderungskatalog für ein ERP-System in den Bereichen Finanzen & HR in der Schweiz legt den Fokus auf einen umfassenden Funktionsumfang, standardisierte Integrationen, eine offene Architektur und Reversibilität ohne Herstellerbindung. Die Module Finanzen und HR decken wesentliche Anforderungen von Buchhaltung bis Talentmanagement inklusive zertifizierter Lohnabrechnung ab. API-first, LPD-/DSGVO-Compliance, Datensouveränität und vertragliche Klauseln sichern ein nachhaltiges und skalierbares System.

Unsere Experten stehen Ihnen zur Verfügung, um Sie bei der strategischen Projektdefinition, der Auswahl von Open-Source-Komponenten und der Umsetzung kundenspezifischer Entwicklungen zu unterstützen. Profitieren Sie von unserem Know-how, um TCO, Datenkontrolle und Business-Agilität optimal zu steuern.

Besprechen Sie Ihre Herausforderungen mit einem Edana-Experten

VERÖFFENTLICHT VON

Mariami Minadze

Mariami ist Expertin für digitale Strategien und Projektmanagement. Sie prüft die digitale Präsenz von Unternehmen und Organisationen aller Größen und Branchen und erarbeitet Strategien und Pläne, die für unsere Kunden Mehrwert schaffen. Sie ist darauf spezialisiert, die richtigen Lösungen für Ihre Ziele zu finden und zu steuern, um messbare Ergebnisse und einen maximalen Return on Investment zu erzielen.

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ERP Open Source vs proprietär: Wie Sie den richtigen Dienstleister auswählen (und sich vor Lock-in schützen)

ERP Open Source vs proprietär: Wie Sie den richtigen Dienstleister auswählen (und sich vor Lock-in schützen)

Auteur n°4 – Mariami

Angesichts der Wahl zwischen einer Open-Source-ERP-Lösung und einer proprietären Lösung beschränkt sich die Entscheidung nicht nur auf die Softwarelizenz, sondern betrifft vor allem die Auswahl des Integrators, der das Projekt begleitet. Technische Kompetenzen, Code-Governance, vertragliche Rahmenbedingungen und Reversibilität sind Schlüsselfaktoren, um die Implementierung abzusichern und die Gesamtkosten zu kontrollieren.

Für Schweizer KMU, in denen jeder investierte Franken einen nachhaltigen Mehrwert erzeugen muss, kann ein integrator mit Architektur-First-Ansatz, der auf maßgeschneiderte Open-Source-Lösungen setzt, Flexibilität und Kontrolle bieten und zugleich das Risiko eines Vendor Lock-ins minimieren. Dieser Artikel erläutert die wesentlichen Kriterien, vergleicht Open-Source- und proprietäre Ansätze und erläutert die unverzichtbaren Vertragsklauseln zum Schutz Ihres Unternehmens.

Die zentralen Entscheidungskriterien

Die ERP-Entscheidung sollte auf der Analyse spezifischer Geschäftsprozesse und der intern verfügbaren Kompetenzen basieren. Integrationsfähigkeit und die Anforderung der Reversibilität beeinflussen die Auswahl des Integrators stärker als die Lizenz.

Geschäftsprozesse mit hoher Spezialisierung

Bevor Sie einen Dienstleister auswählen, sollten Sie die Geschäftsprozesse genau kartografieren. Abläufe mit hoher Spezialisierung – etwa Chargenverwaltung, regulatorische Rückverfolgbarkeit oder komplexe Workflow-Steuerungen – erfordern ein tiefes Verständnis des Kontexts. Eine Standardintegration kann unzureichend sein und zu teuren, wartungsintensiven Aufsätzen führen.

Ein Investitionsgüterhersteller in der Romandie beauftragte einen Integrator mit der Kartografie seiner Kunden- und Lieferantenprozesse. Die Studie ergab, dass 60 % der Workflows die Unflexibilität des Standard-Lager-Moduls bemängelten. Diese Analyse unterstrich die Notwendigkeit einer modularen, adaptiven Lösung und verhinderte überflüssige Entwicklungen.

Das Ergebnis war eine klare Roadmap, die ein erweiterbares Open-Source-ERP-Kernsystem und gezielte Entwicklungen für differenzierende Anforderungen vorsah. Der ausgewählte Integrator implementierte eine agile Governance und sicherte einen schrittweisen Kompetenztransfer an die internen Teams.

Integration ins IT-Ökosystem

Die Vernetzung mit CRM, PIM, BI oder spezifischen Tools wie der E-Rechnung (QR-Rechnung, ISO 20022, eBill) ist eine zentrale Herausforderung. API-First-Architekturen und serviceorientierte Ansätze ermöglichen diese Verknüpfungen, ohne die Systemstabilität zu gefährden.

In einem Finanzdienstleistungs-KMU implementierte der Integrator einen API-Datenbus, um eBill-Rechnungen mit dem Buchhaltungsmodul zu synchronisieren. Diese Vorgehensweise zeigte, dass die Wahl eines Open-Source-ERP mit robustem Integrationsframework den Entwicklungs- und Testaufwand für Interoperabilität deutlich senkt.

Ein Anbieter ohne API-First-Expertise hätte schlecht dokumentierte Ad-hoc-Skripte geliefert, die zu Störungen und Verzögerungen bei der Rechnungsstellung geführt hätten. Das Beispiel verdeutlicht die Bedeutung tiefgehender technischer Expertise für die nahtlose Verbindung mehrerer Softwarekomponenten.

Anforderung der Reversibilität und interne Kompetenzen

Reversibilität muss bereits in der Auswahlphase vertraglich abgesichert werden. Datenexport-Klauseln, Zugang zum individuellen Code und ein Migrationsplan für den Dienstleisterwechsel gewährleisten die Freiheit zu wechseln.

Eine öffentlich-rechtliche Institution in der Schweiz integrierte in ihren Vertrag eine Software-Escrow-Klausel, die Zugang zu kundenspezifischen Quellcodes und Dokumentationen sicherstellt. Diese Regelung zeigt, dass Reversibilität kein Luxus ist, sondern ein Verhandlungspunkt für kontinuierlichen Support und Garantien bei der Weiterentwicklung.

Interne Kompetenzen werden häufig unterschätzt. Ohne Basiswissen in IT-Architektur hängt das Unternehmen vollends vom Dienstleister ab. Zielgerichtete Schulungen und ein schrittweises Coaching schaffen ein gemeinsames Commitment und senken die Kosten für den Kompetenzaufbau.

Open-Source-Dienstleister

Ein Open-Source-Integrator vereint Modularität und Anpassungsfähigkeit durch einen API-First-Ansatz. Kompetenztransfer und Community-Beiträge stärken die Nachhaltigkeit des Projekts.

Modulare Architektur und API-First

Die modulare Architektur ermöglicht, das ERP in Microservices oder funktionale Module zu zerlegen, die jeweils unabhängig weiterentwickelt oder ersetzt werden können. API-First stellt native Integrationen mit anderen Systemen sicher und minimiert das Risiko eines System-Lock-ins.

In Waadt setzte ein Agrarlebensmittel-KMU eine Open-Source-Lösung mit separaten Modulen für Einkauf, Produktionsüberwachung und Fakturierung ein. Der Dienstleister entwickelte REST-APIs, um sein PIM und seine BI-Lösung anzubinden. Dadurch verkürzten sich die Implementierungszeiten für neue Funktionen um 40 %.

Diese Herangehensweise bewährte sich, indem sie die Systemstabilität bewahrte und gleichzeitig inkrementelle Weiterentwicklungen ohne kompletten Plattform-Redeploy ermöglichte.

Beiträge und Community

Open-Source-Komponenten profitieren von einer aktiven Community, die regelmäßig Sicherheitsupdates, Performance-Optimierungen und neue Features bereitstellt. Ein erfahrener Integrator nutzt diese Beiträge und steuert eigene Anforderungen zurück in die Community ein.

Ein Anbieter industrieller Software veröffentlichte gemeinsam mit seinem Integrator ein Open-Source-Plugin für eine lokale Regulierungspflicht. Die Community validierte den Beitrag, was die Transparenz und die Anerkennung des Projekts steigerte.

Durch diese gemeinsame Entwicklung reduzieren sich Kosten und Time-to-Market. Zugleich sinkt die Abhängigkeit von einem einzelnen Dienstleister, da der Code jederzeit einem Dritten zur Verfügung steht.

Sicherheit, QA und Betrieb

Open-Source-ERP bedeutet nicht weniger Qualität. Der Integrator implementiert CI/CD-Pipelines, automatisierte Tests und Code-Coverage-Reports. Sicherheits-Audits und die Einhaltung von DSGVO und Schweizer Datenschutzgesetz sind Standard.

Ein IT-Dienstleister setzte gemeinsam mit einem Open-Source-Integrator ein ERP gemäß den neuesten Datenschutzrichtlinien auf. Wöchentliche Vulnerability-Scans und ein formalisierter Release-Management-Prozess sicherten einen stabilen Betrieb.

Der reibungslose Betrieb stützt sich auf ein detailliertes Runbook, aktuelle Dokumentation und klare SLA-Vereinbarungen. Alle Eingriffe werden protokolliert und anhand von Kennzahlen (MTTR, Verfügbarkeit) gemessen und kommuniziert.

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Proprietärer Softwareanbieter/Integrator

Die proprietäre Lösung bietet einen vorgefertigten Funktionsumfang und standardisierten Support durch den Hersteller. Individualisierung und Abhängigkeit von der Liefer- Roadmap können jedoch unerwartete Kosten verursachen und die Weiterentwicklung blockieren.

Vorgefertigter Funktionsumfang und Support

Proprietäre ERP-Lösungen bieten einen dokumentierten, funktionsfertigen Kern. Der Hersteller-Support gewährleistet regelmäßige Core-Updates, Sicherheits-Patches und einen formalen Helpdesk.

Ein Logistik-KMU entschied sich für ein proprietäres ERP, um auf eine robuste Basis zu setzen. Der Anbieter übernahm die Modulverwaltung, sodass die Implementierung in sechs Monaten abgeschlossen war.

Allerdings kann dieses Framework starr werden, sobald Anforderungen über den Standard hinausgehen und zusätzliche Module oder Optionen, oft nach Aufwand, hinzugebucht werden müssen.

Begrenzte Anpassungsmöglichkeiten und Abhängigkeit von der Roadmap

Die Individualisierung einer proprietären ERP-Lösung ist kostenintensiv, da jede Funktion außerhalb des Kernumfangs als eigenständiges Projekt mit eigener Kalkulation und Zeitplanung behandelt wird.

Ein Schweizer Vertriebsunternehmen musste auf die nächste Major-Version des ERP warten, um essenzielle Retourenfunktionen nutzen zu können. Das führte zu 15 % mehr Supporttickets und 20 % höheren Wartungskosten binnen eines Jahres.

Die Roadmap des Anbieters diktiert das Tempo der Weiterentwicklung. Bei abweichenden Prioritäten bleibt dem Kunden keine Möglichkeit, intern vorzuziehen oder Ressourcen umzuschichten.

Risiken durch Lizenzgebühren und Datensicherheit

Jährliche Lizenzgebühren können unvorhersehbar steigen, da sie häufig an Unternehmensgröße oder Nutzerzahlen gekoppelt sind. Klauseln zur Preisanpassung sind oft intransparent und schwer verhandelbar.

Eine öffentlich-rechtliche Körperschaft sah ihre Kosten in drei Jahren um 30 % steigen, ohne signifikante Funktionsgewinne. Der Vertrag beschränkte den Zugang zum Quellcode, und die Datenverwaltung blieb alleinige Aufgabe des Anbieters – ein Risiko bei Lieferantenausfall oder Insolvenz.

Ohne zugängliches Drittanbieter-Audit kann nicht garantiert werden, dass keine Backdoors oder unentdeckten Schwachstellen existieren. Vertrauen beruht hier allein auf den vertraglichen Zusagen des Herstellers.

Verträge & Risiken

Ein gut ausgehandelter Vertrag ist der Schutzschild gegen Vendor Lock-in und Budgetüberschreitungen. Datenexport-Klauseln, Escrow-Hinterlegung und SLA sichern Reversibilität und Betriebsfortführung.

Exportklauseln ohne Zusatzgebühren und Escrow-Hinterlegung

Um Unabhängigkeit zu gewährleisten, müssen Daten- und Code-Exportklauseln ohne Extrakosten vereinbart werden. Eine Escrow-Vereinbarung sichert den Zugang zu den Quellen, falls der Dienstleister ausfällt oder die Roadmap nicht eingehalten wird.

In einem aktuellen Fall verfehlte ein Integrator wiederholt vertragliche Fristen. Dank Escrow-Klausel konnte das Unternehmen den angepassten Code abrufen und einem anderen Dienstleister übergeben, wodurch ein Systemstillstand vermieden wurde.

Das Escrow-Depot sollte bei jeder größeren Entwicklung automatisch aktualisiert werden – inklusive Dokumentation und Datenbankschemata.

SLA, MTTR und Reversibilitätsplan

Service Level Agreements (SLA) legen Reaktions- und Behebungszeiten (MTTR), Strafen bei Nichteinhaltung und Verfügbarkeitsgarantien fest. Sie sind ein starker Hebel, um die Einsatzbereitschaft des Dienstleisters sicherzustellen.

Ein Bildungsverbund integrierte in seinen Vertrag ein SLA mit 99,5 % Verfügbarkeit und maximal vier Stunden MTTR. Bei Nichteinhaltung fielen abgestufte Strafzahlungen an, was den Anbieter zu einem 24/7-Supportteam veranlasste.

Der Reversibilitätsplan definiert Exportformate (Dumps, Schemas, Wörterbücher), Fristen und Verantwortlichkeiten. Er ist essenziell, um einen Dienstleisterwechsel ohne Datenverlust oder Integritätsbruch zu ermöglichen.

Strafzahlungen und Schiedsverfahren

Neben den SLA helfen Strafzahlungen bei Verzögerungen oder Spezifikationsabweichungen, Zeitplan und Budget zu sichern. Sie müssen hoch genug bemessen sein, damit der Dienstleister seine Zusagen einhält.

Eine Schweizer Gemeinde verankerte in ihrem Vertrag eine Strafzahlungsskala bis zu 15 % des Projektvolumens bei Nichteinhaltung kritischer Meilensteine. Diese Klausel mobilisierte zusätzliche Ressourcen des Anbieters und beschleunigte die Entwicklung.

Ein unabhängiges Schiedsverfahren kann zur schnellen Beilegung von Streitigkeiten vorgesehen werden, um langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden und den Projektfortschritt zu sichern.

Den richtigen Integrator auswählen, um Ihr ERP abzusichern

Die Wahl zwischen Open Source und proprietär darf sich nicht allein an Lizenzen orientieren, sondern muss die Fähigkeit des Integrators prüfen, eine offene Governance, garantierte Reversibilität und ein kalkulierbares TCO zu liefern. Architekturkompetenz im API-First-Ansatz, Modularität, Datenexport-Klauseln und SLA sind die Eckpfeiler eines nachhaltigen, flexiblen und skalierbaren ERP-Projekts.

Egal, ob Sie auf maßgeschneiderte Individualisierung oder einen bewährten Standard setzen: Unsere Experten unterstützen Sie bei der Strategieentwicklung, Vertragsverhandlungen und der Umsetzung – stets im Einklang mit Ihren geschäftlichen und regulatorischen Anforderungen.

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VERÖFFENTLICHT VON

Mariami Minadze

Mariami ist Expertin für digitale Strategien und Projektmanagement. Sie prüft die digitale Präsenz von Unternehmen und Organisationen aller Größen und Branchen und erarbeitet Strategien und Pläne, die für unsere Kunden Mehrwert schaffen. Sie ist darauf spezialisiert, die richtigen Lösungen für Ihre Ziele zu finden und zu steuern, um messbare Ergebnisse und einen maximalen Return on Investment zu erzielen.

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Bau: Prozesse automatisieren, um Abweichungen zu reduzieren, Baustellen zu beschleunigen und die Kapitalrendite nachzuweisen

Bau: Prozesse automatisieren, um Abweichungen zu reduzieren, Baustellen zu beschleunigen und die Kapitalrendite nachzuweisen

Auteur n°3 – Benjamin

In einer Branche mit geringen Margen und engen Zeitvorgaben wird die Digitalisierung der Baustellen-Backoffice-Workflows zu einem unverzichtbaren Hebel. Von der Verfolgung von Materialanforderungen bis hin zu Audits im Arbeitsschutz und Umweltschutz sowie der Steuerung von Änderungsanforderungen auf der Baustelle ermöglicht die Automatisierung die Standardisierung von Formularen, sichert die Abläufe und gewährleistet eine sofortige Rückverfolgbarkeit. Durch den Einsatz von No-Code-Lösungen behalten die Fachabteilungen die Kontrolle über die Konfiguration, ohne auf aufwändige IT-Eingriffe angewiesen zu sein.

Ergebnis: Reduzierung der Risiken, höhere Transparenz und beschleunigte Baustellen mit einem messbaren Return on Investment binnen weniger Wochen.

Digitalisierung der Prozesse von der Baustelle ins Backoffice

Einheitliche Formulare und automatisierte Freigabeworkflows minimieren Fehler und verkürzen Entscheidungszyklen. Der mobile Offline-Modus sichert den Betriebsablauf auch ohne Netzabdeckung.

Standardisierte Formulare und Workflow-Freigaben

Die Implementierung standardisierter digitaler Formulare ermöglicht die konsistente Erfassung von Daten auf jeder Baustelle. Durch den Ersatz von Papierdokumenten oder verstreuten Tabellen verringern sich Erfassungsfehler und Auslassungen sofort. Jedes Feld lässt sich mit Validierungsregeln versehen, um die Qualität der gesammelten Informationen sicherzustellen.

Der Freigabeworkflow startet automatisch, sobald ein Formular eingereicht wird: Der verantwortliche Projektleiter erhält eine Benachrichtigung zur Genehmigung, und das freigegebene Dokument wird in einem zentralen System archiviert. Druck-, Scan- und manuelle E-Mail-Vorgänge entfallen, sodass die Bearbeitungszeiten deutlich sinken.

Dieser Ansatz beseitigt Reibungspunkte zwischen Baustelle und Backoffice. Dynamische Formularlogiken sorgen dafür, dass je nach Baustellentyp oder Risiko-kategorie im Arbeitsschutz und Umweltschutz nur relevante Felder angezeigt werden. Das vereinfacht die Bedienung und optimiert die Eingabezeiten.

Beispiel: Ein Schweizer Bauunternehmen hat für Materialanforderungen einheitliche Formulare mit automatisierten Freigabeworkflows eingeführt. Dadurch verkürzte sich die durchschnittliche Zeit zwischen Anforderung und Lieferung auf der Baustelle um 40 % – ein klarer Beleg, dass digitale Standardisierung die Beschaffung optimiert und unerwartete Engpässe verhindert.

Mobiler Offline-Modus

Auf vielen Baustellen ist die Netzabdeckung unbeständig. Der direkte Zugriff auf digitale Tools kann dadurch unterbrochen werden, was den operativen Ablauf verzögert. Ein integrierter Offline-Modus sichert die Datenerfassung unter allen Bedingungen.

Die Daten werden lokal auf dem mobilen Endgerät gespeichert und synchronisieren sich automatisch, sobald die Verbindung wiederhergestellt ist. Der Anwender nimmt das System weiterhin als reaktionsschnell wahr, ohne zwischen verschiedenen Medien wechseln oder auf einen Hotspot warten zu müssen.

Dies gilt für alle Module: Qualitätsaudits, Baustellenkontrollen oder Zwischenfallberichte. Die Teams bleiben jederzeit produktiv und verlieren keine halben Tage mehr mit der manuellen Nachtragung, sobald die Verbindung zurückkehrt.

Rückverfolgbarkeit und Echtzeit-Reporting

Ein wesentlicher Vorteil der Automatisierung ist die sofortige Transparenz über den Fortschritt aller Aufgaben. Dashboards konsolidieren fortlaufend Daten von Baustelle und Backoffice und bieten eine Gesamtübersicht über das Projekt.

Bearbeitungszeiten von Störungen, Änderungsanforderungen und Berichten im Arbeitsschutz und Umweltschutz werden getrackt, zeitgestempelt und versioniert. Jede Aktion lässt sich einem Benutzer, einem Los und einer Baustelle zuordnen, was im Falle einer Inspektion oder eines Audits eine lückenlose Nachvollziehbarkeit garantiert.

Wichtige Kennzahlen – Anzahl der Abweichungen, Freigabezeiten, Budgetabweichungen – werden in Echtzeit aktualisiert. Entscheidungsträger können Abweichungen frühzeitig erkennen, sofort Gegenmaßnahmen einleiten und deren Wirkung ohne Verzögerung überwachen.

No-Code-Adoption und agile Zusammenarbeit

No-Code-Plattformen erleichtern die Konfiguration durch nicht-technische Teams und beschleunigen die Einführung von Workflows. Die Einbindung von Generalunternehmern, Nachunternehmern und Subunternehmern stärkt die Agilität und Koordination aller Beteiligten.

Einfachheit für nicht-technische Teams

No-Code basiert auf Drag-and-Drop-Oberflächen, mit denen Prozesse ohne eine einzige Codezeile erstellt oder angepasst werden können. Fachverantwortliche konfigurieren Freigabeschritte, Bedingungen und Benachrichtigungen selbstständig entsprechend dem Projektfortschritt.

Diese Autonomie verringert die Abhängigkeit von der IT-Abteilung, und Änderungszyklen verkürzen sich von mehreren Wochen auf wenige Tage. Gleichzeitig bleibt die Governance dank granularem Berechtigungskonzept und integriertem Audit-Log gesichert.

Die Flexibilität der Plattformen erlaubt es, Workflows an die Besonderheiten jeder Baustelle anzupassen: Ein Projektleiter kann einen Standardprozess mit wenigen Klicks duplizieren und modifizieren, ohne einen externen Dienstleister einzubinden.

Koordination von Gemeinschaftsunternehmen und Losen

Bei Großprojekten sind oft mehrere Akteure beteiligt: Gemeinschaftsunternehmen, spezialisierte Lose, Planungsbüros. Papierbasierte Prozesse fördern Silos und verzögern den Informationsfluss. Mit einer gemeinsamen Plattform greifen alle Beteiligten auf einheitliche Formulare und Datensätze zu.

Automatische Benachrichtigungen informieren Nachunternehmer über ausstehende Aufgaben oder Kommentare der Generalunternehmer. Die Reaktionszeiten verkürzen sich, da manuelle Nachfassaktionen entfallen.

Ein zentralisiertes Kommunikations- und Verlaufsarchiv vereinfacht die Schnittstellenverwaltung. Verantwortungsfragen klären sich schneller, weil alle Meilensteine, Zwischenfälle und Freigaben dokumentiert und auf einen Klick verfügbar sind.

Reduzierung von Risiken im Arbeitsschutz und Umweltschutz

Zwischenfälle im Arbeitsschutz und Umweltschutz erfordern eine schnelle Meldung und strukturierte Reaktion. Digitale Formulare erfassen Abweichungen, ermöglichen das Hochladen von Fotos und Plänen und leiten automatisch Korrekturmaßnahmen an die zuständigen Stellen ein.

Obligatorische Checklisten (z. B. Erdarbeitengenehmigung, Zugangskontrolle, Umweltkontrollen) sind mit Geschäftsregeln hinterlegt, die eine Freigabe verhindern, solange kritische Bedingungen nicht erfüllt sind.

Regelmäßige Audits werden über dasselbe System geplant, erinnert und nachverfolgt, wodurch die Einhaltung von Normen und Kundenanforderungen sichergestellt ist. Die erstellten Berichte schaffen rechtssichere Nachweise und fördern eine Sicherheitskultur auf der Baustelle.

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Transparency durch Daten und Bekämpfung von Engpässen

Ein Echtzeit-Dashboard zeigt sofort Blockaden und potenzielle Verzögerungen auf. Predictive Analytics antizipiert Abweichungen, bevor sie den Zeitplan beeinträchtigen.

Echtzeit-Dashboard für Projektleiter

Durch die Integration von Baustellen- und Backoffice-Daten erhalten Projektleiter eine konsolidierte Sicht direkt an ihrem Arbeitsplatz. Performance-Kennzahlen aktualisieren sich minütlich und ermöglichen eine proaktive Steuerung.

Die wichtigsten Metriken – Fortschritt je Los, Materialverbrauch, Konformitätsrate im Arbeitsschutz und Umweltschutz – werden grafisch aufbereitet. Konfigurierbare Alerts informieren automatisch über kritische Schwellenüberschreitungen.

Diese Transparenz erspart zeitraubende Statusmeetings und wöchentliche Berichte. Informationen fließen ohne Verzögerung, sodass sich die Teams auf die schnelle Beseitigung von Hindernissen konzentrieren können.

Prädiktive Analyse von Verzögerungen

Mithilfe historischer Daten ähnlicher Baustellen vergleichen analytische No-Code-Tools fortlaufend den aktuellen Fortschritt mit Referenzkurven. So werden ungewöhnliche Abweichungen identifiziert, bevor daraus Mehrkosten oder Vertragsstrafen entstehen.

Empfohlene Gegenmaßnahmen basieren auf erprobten Szenarien, etwa der temporären Verstärkung von Teams oder der Umverteilung kritischer Ressourcen.

Dieser prädiktive Ansatz wandelt Einzelfälle in Chancen zur kontinuierlichen Optimierung um und maximiert die Kontrolle über Zeit- und Budgetvorgaben.

Kontinuierliche Prozessoptimierung

Erfahrungswerte werden bei Abschluss jedes Loses automatisch erfasst: aufgewendete Zeiten, gemeldete Zwischenfälle, Budgetabweichungen. Diese Rückmeldungen speisen ein zentrales Referenzarchiv, das Workflows und Formularparameter stetig anpasst.

Updates erfordern keine langwierigen IT-Projekte: Fachadministratoren ändern die Prozesse direkt in der No-Code-Plattform.

Im Laufe mehrerer Baustellen entsteht so eine umfassende Knowledge Base, die Best Practices sichert und Wiederholungsfehler verhindert.

Messbare Geschäftsauswirkungen und schnelle Kapitalrendite

Eine pragmatische Automatisierung führt bereits in den ersten Wochen zu greifbaren Ergebnissen. Innerhalb von sechs Wochen ist eine Kapitalrendite nachweisbar, basierend auf vermiedenen Kosten und kontrollierten Zeitabläufen.

Erfassung der vermiedenen Kosten

Jeder entfallene manuelle Prozess entspricht einem Ressourcengewinn: Erfassungs-, Druck-, Fahrt- oder Nachfasszeiten entfallen. Diese Einsparungen werden in eingesparten Stunden und administrativen Kosten quantifiziert.

Der Budgetvergleich vor und nach der Implementierung liefert eine direkte Bewertung der Einsparungen. Lizenz- und Schulungskosten für No-Code-Lösungen fallen im Vergleich zu den fortlaufenden Gewinnen gering aus.

Diese konsolidierten Daten erleichtern die Entscheidung für eine Ausweitung der Automatisierung auf weitere Standorte oder Prozessbereiche.

Einhaltung von Zeitplänen und Budgets

Die Automatisierung reorganisiert Freigabeketten und beseitigt Engpässe. Kritische Phasen – Beschaffung, Arbeitsschutz und Umweltschutz, Zwischenfallmanagement – laufen unterbrechungsfrei ab und sichern die Einhaltung vertraglicher Meilensteine.

Verzugsstrafen werden vermieden oder erheblich reduziert, wodurch Rentabilität und Reputation gegenüber Auftraggebern geschützt werden.

Die Echtzeit-Steuerung ermöglicht zudem eine schnelle Umverteilung von Budget und Ressourcen gemäß den Prioritäten.

Kapitalrendite in sechs Wochen

Im Durchschnitt dauert die Einführung eines Pilotbereichs – mit einigen Schlüsselworkflows – zwei bis vier Wochen. In den folgenden zwei Wochen werden Einsparungen gemessen, Einstellungen optimiert und Teams skaliert geschult.

Die sofortige Transparenz über Kostensenkungen und die Reduktion von Vorfällen im Arbeitsschutz und Umweltschutz festigt die Akzeptanz bei allen Stakeholdern. Die Berechnung der Kapitalrendite umfasst Produktivitätsgewinne, vermiedene Kosten und Auswirkungen auf die Servicequalität.

Ein schrittweiser Roll-out-Plan ermöglicht die Übertragung dieses Erfolgsmodells auf alle Baustellen und macht Automatisierung zu einem dauerhaften Leistungstreiber.

Beschleunigen Sie Ihre Baustellen mit pragmatischer Automatisierung

Die Automatisierung der Prozesse von der Baustelle ins Backoffice bietet eine schnelle und flexible Digitalisierung, die Fehler eliminiert, Abläufe im Arbeitsschutz und Umweltschutz sichert und durchgängige Rückverfolgbarkeit gewährleistet. Mit No-Code-Plattformen steuern die Fachbereiche ihre Workflows eigenständig und führen Anpassungen ohne große IT-Projekte durch.

Die Echtzeit-Transparenz aus Daten, kombiniert mit prädiktiver Analyse, antizipiert Engpässe und optimiert den Ressourceneinsatz. Die Kapitalrendite ist bereits nach sechs Wochen über vermiedene Kosten und eingehaltene Zeitpläne messbar.

Unsere Experten begleiten Sie bei der Auswahl modularer Open-Source-Lösungen ohne Vendor Lock-in, um ein skalierbares, sicheres und an Ihre Geschäftsanforderungen angepasstes Ökosystem aufzubauen.

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Anforderungskatalog für Handelsmanagement-Software: CRM–CPQ–Order-to-Cash

Anforderungskatalog für Handelsmanagement-Software: CRM–CPQ–Order-to-Cash

Auteur n°4 – Mariami

Die Einführung einer umfassenden und skalierbaren Handelsmanagement-Software ist eine strategische Herausforderung für jedes Unternehmen, das seine Verkaufszyklen kontrollieren und seine Umsätze optimieren möchte. Ein gut strukturierter Anforderungskatalog macht den entscheidenden Unterschied, um Ihre Prozesse (Akquise, CPQ, Auftrag, Lieferung, Fakturierung, Forderungsmanagement) im Einklang mit Ihren Wachstumszielen zu gestalten.

Er gewährleistet die Interoperabilität mit Ihrem ERP, die Flexibilität der Workflows und die Möglichkeit, den Dienstleister zu wechseln, ohne Ihre Daten zu blockieren. Durch einen API-First-Ansatz und den Einsatz von Open-Source-Komponenten bei gleichzeitiger Fokussierung auf maßgeschneiderte Lösungen für geschäftskritische Vorteile können Sie komplexe Preisgestaltungsmodelle abbilden und Ihre langfristigen Ziele absichern.

Festlegung des Funktionsumfangs und Datenmodells

Eine klare Definition der CRM-, CPQ- und Order-Management-Module bildet die Grundlage Ihres Vertriebs-Informationssystems. Ein angepasstes Datenmodell gewährleistet Kohärenz, Nachvollziehbarkeit und die Berücksichtigung komplexer Anforderungen im B2B- und B2C-Bereich.

CRM: Verwaltung von Kundenkonten, Kontakten und Opportunities

Das CRM-Modul zentralisiert Informationen über Multi-Entity-Konten, Rechnungsadressen und Kontakte. Jede Vertriebsinteraktion – Anruf, Besuch oder E-Mail-Austausch – muss protokolliert werden, um Scoring-Modelle zu speisen und Nachfassaktionen zu steuern.

Ein flexibles Datenmodell ermöglicht die Verwaltung mehrerer Hierarchieebenen zwischen Gesellschaften und Tochtergesellschaften unter Berücksichtigung kantonaler Steuervorschriften in der Schweiz. Indem Sie von Anfang an dedizierte Tabellen für Handelsbedingungen und Preislisten pro Segment integrieren, erleichtern Sie die automatische Angebotserstellung.

Beispiel: Ein industrielles KMU hat die Verwaltung von 1.200 Kundenkonten und Rahmenverträgen standardisiert, Dubletten vermieden und die Segmentierung optimiert. Diese Implementierung hat gezeigt, dass ein einheitliches Datenreferenzsystem die monatliche Datenkonsolidierung um 30 % verkürzt und die Qualität der Absatzprognosen verbessert.

CPQ: Produktkatalog, Bundles, Rabattregeln und Freigaben

Das CPQ-Modul organisiert den Produktkatalog mit Varianten, Bundles und Optionen. Es muss komplexe Regeln wie Mengenschwellen, kundenspezifische Rabatte oder differenzierte Vertriebskanäle abbilden. Ein hierarchischer Freigabe-Workflow sichert Preisausnahmen ab und gewährleistet konforme Richtlinienumsetzung.

Nachvollziehbarkeit ist essenziell: Jedes Angebot behält eine Historie der Versionen, angewendeten Konditionen und Freigaben. Das System muss in der Lage sein, ein Angebot aus einem früheren Zustand neu zu berechnen, um Margenziele zu verfolgen und Unklarheiten bei internen Audits zu vermeiden.

Zur Unterstützung dieser Funktionen sorgt ein mit Entitäten wie „Vertrag“, „Erneuerung“ und „SLA“ erweitertes Datenmodell für Konsistenz über den gesamten Lebenszyklus der Angebote – von der Simulation bis zur wiederkehrenden Fakturierung.

Datenmodell: Entitäten, Preislisten und Verträge

Das Datenmodell sollte Tabellen für Adressen, Incoterms, Standortbesteuerung und Mehrwertsteuersätze enthalten. Segmentierte Preislisten (nach Branche, Kanal oder Volumen) sind mit Entitäten für „Handelskonditionen“ verknüpft, um Verhandlungsregeln automatisiert zu steuern.

Die im System erfassten Rahmenverträge mit Startdatum, Laufzeit und Verlängerungsklauseln erzeugen automatisch Verlängerungsfristen. Alle Daten fließen in das Reporting zu ARPU, potenziellem Churn und geplantem DSO direkt aus den Transaktionsdaten.

Die Modellierung basiert auf 1-n- und n-n-Beziehungen, um Skalierbarkeit zu garantieren und neue Geschäftseinheiten vorauszuplanen. Diese Datenarchitektur bildet die Grundlage für alle künftigen Automatisierungen.

Strukturierung von Pricing, CPQ und zentralen Integrationen

Die Auswahl flexibler Pricing-Regeln und eines robusten CPQ ist entscheidend, um komplexe B2B-Angebote abzubilden. Integrationen mit ERP, Schweizer Fakturierung und E-Commerce-Plattformen sichern einen durchgängigen Datenfluss.

Fortgeschrittene Preisregeln und Nachvollziehbarkeit

Die Preisregeln müssen Mengenschwellen, kundenspezifische Preise und separate Kanäle (Direktverkauf, Wiederverkäufer, Marktplätze) abdecken. Jede Regel wird mit Zielmargen und einem internen Genehmigungsplan parametrisiert, um die Rabattvergabe abzusichern.

Das CPQ protokolliert jede Änderung an Preislisten und bewahrt die Historie der Freigaben auf. Ein Audit-Log gewährleistet die Einhaltung interner Kontrollen und erleichtert die Analyse von Margendifferenzen in Quartalsberichten.

Mit einer zentralen Pricing-Tabelle kann das System automatisch mehrsprachige Angebote erstellen, indem Wechselkurse angewendet und Preiskonsistenz für Auslandstöchter gewährleistet wird.

Finanzintegration und Schweizer E-Rechnung

Die Anbindung an das Finanz-ERP automatisiert die Rechnungserstellung und die Synchronisation der Buchungssätze. ISO 20022-Formate und QR-Rechnung werden nativ unterstützt, um den Schweizer Standards zu entsprechen und manuelle Eingaben zu minimieren.

Für elektronische Zustellungen ermöglichen eBill und PEPPOL den Zugang zu großen öffentlichen und privaten Auftraggebern. Der automatische Export der Verkaufsjournale an das Forderungsmanagement oder an BI-Tools sichert das Monitoring von DSO und Streitfällen.

Dieser Integrationsumfang minimiert Erfassungsfehler, beschleunigt den Monatsabschluss und erleichtert externe Audits durch transparente Prozesse zwischen Fakturierung und Buchhaltung.

E-Commerce-Connectoren sowie EDI-/Marktplatz-Integrationen

Das Handels-IS muss sich über E-Commerce-Gateways anbinden, um Bestellungen und Lieferstatus in Echtzeit zu übernehmen. EDI-Kanäle und Marktplätze integrieren Aufträge und übertragen Logistikstatus ohne Unterbrechung.

Der EDI-Datenaustausch stützt sich auf konfigurierbare Mappings, um verschiedenen Standards von Logistikdienstleistern und Marktplätzen gerecht zu werden. So werden Lagerbestände und Auftragsstatus automatisch aktualisiert.

Beispiel: Ein Schweizer Großhändler hat seine E-Commerce-Plattform direkt mit mehreren Logistikdienstleistern verbunden, wodurch Retouren und Reklamationen aufgrund von Lieferstatus um 40 % gesenkt und die durchschnittliche Auftragsdurchlaufzeit verbessert wurden.

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Orchestrierung des Order-to-Cash-Prozesses und Omnichannel

Eine nahtlose Orchestrierung des Angebots-Rechnungs-Forderungszyklus optimiert die Liquidität und die Kundenzufriedenheit. Omnichannel- und mobiler Zugriff erhöhen die Agilität im Außendienst und im Self-Service.

Angebot bis Zahlung

Der Order-to-Cash-Workflow beginnt mit der Angebotserstellung im CPQ, der Freigabe und Umwandlung in einen Auftrag. Die Logistik initiiert anschließend Kommissionierung und Lieferung, während das Fakturierungsmodul Gutschriften oder Rechnungen gemäß den Vertragsbedingungen automatisch erstellt.

Die Verwaltung von Fristen, Verzugsstrafen und Nachlieferungen muss konfigurierbar sein, um die verhandelten Geschäftsbedingungen widerzuspiegeln. Die Verfolgung des kritischen Pfads von der Freigabe bis zum Zahlungseingang fließt in das DSO-Reporting ein, um die Liquidität zu steuern.

Schließlich versendet das Forderungsmanagementmodul automatische Mahnungen und eskaliert Streitfälle an einen spezialisierten Dienst. Jede Aktion wird dokumentiert, um im Fall von Rechtsstreitigkeiten eine lückenlose Historie zu gewährleisten.

Beispiel: Ein Schweizer Elektronikkomponentenhersteller hat sein DSO um 15 Tage reduziert, indem er Mahnläufe automatisiert und Streitfälle in einem zentralen Dashboard zusammengeführt hat – ein direktes Liquiditätsplus.

Omnichannel und B2B-Kundenportal

Ein Self-Service-Portal ermöglicht Kunden, Angebote einzusehen, Bestellungen aufzugeben, Lieferungen zu verfolgen und Rechnungen herunterzuladen. Diese responsive und sichere Webplattform bietet ein konsistentes Kundenerlebnis über alle Kanäle hinweg.

Die Portaldaten werden in Echtzeit mit CRM und ERP synchronisiert, wodurch Bestände, Preise und Lieferzeiten einheitlich dargestellt werden. Kunden können zudem ihre Daten verwalten und Performance-Reports herunterladen.

Diese Omnichannel-Architektur steigert die Kundenzufriedenheit und reduziert Supportanfragen, während das Vertriebsinnendienstteam von wiederkehrenden Eingabeaufgaben entlastet wird.

Mobiler Außendienst und Offline-Modus

Für den Außendienst bietet eine mobile Anwendung mit Offline-Funktionalität die Möglichkeit, Angebote zu erstellen und einzusehen, auch ohne Netzverbindung. Die Synchronisation erfolgt automatisch, sobald eine Verbindung wiederhergestellt ist, und sichert die Kontinuität der Geschäftsprozesse.

Die mobile Benutzeroberfläche passt sich den Anforderungen von Tablet oder Smartphone an und gewährt schnellen Zugriff auf Kundenhistorien, Produktkataloge und verhandelte Preisbedingungen.

Die Möglichkeit, Angebote elektronisch auf dem Tablet zu unterzeichnen, beschleunigt den Abschluss und erhöht die Nachvollziehbarkeit, was das Vertrauen zwischen Vertriebsmitarbeiter und Kunde stärkt.

Sicherheit, API-First-Architektur und Reversibilität sichern

DSG/DSGVO-Konformität, granulare Zugriffskontrollen und Verschlüsselung schützen Ihre sensiblen Daten. Eine Open-Source- und API-First-Architektur bietet Flexibilität, Erweiterbarkeit und beugt Vendor Lock-in vor.

DSG/DSGVO-Konformität und Zugriffskontrolle

Das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) und die DSGVO verlangen strikte Regeln zum Schutz personenbezogener Daten. Audit-Logs, Verbindungsprotokolle und Einwilligungsmanagement sind unerlässlich, um gesetzliche Anforderungen zu erfüllen.

Roll-based Access Control (RBAC) und Attribute-based Access Control (ABAC) begrenzen Rechte entsprechend der Funktionen (Vertrieb, Innendienst, Finanzabteilung) und sichern den Zugriff auf sensible Daten. Single Sign-On-Mechanismen (SAML, OIDC) erleichtern die zentrale Authentifizierung.

Die Verschlüsselung ruhender und übertragener Daten, gehostet in der Schweiz oder in einer souveränen Cloud, stärkt das Vertrauen und garantiert ein hohes Sicherheitsniveau für Ihre Geschäftsprozesse.

Open-Source-Architektur, Microservices und APIs

Ein API-First-Ansatz in Kombination mit Microservices entkoppelt Funktionen und fördert die Skalierbarkeit. Die Services stellen dokumentierte REST- oder GraphQL-Endpunkte bereit und ermöglichen agile Integrationen mit PIM-, TMS- oder BI-Komponenten, unterstützt durch Open Source.

Offene Formate (CSV, JSON, Parquet) für Datenimport und ‑export erleichtern den Datentransfer und sichern die Langzeitverfügbarkeit Ihrer Informationen ohne Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter.

Dieses modulare Modell verkürzt Entwicklungszyklen und ermöglicht den Austausch oder die Ergänzung von Komponenten entsprechend den sich ändernden Geschäftsanforderungen.

Datenhoheit und Reversibilitätsklauseln

Eine vertragliche Klausel sichert den kostenfreien Export von Daten und spezifischem Code und gewährleistet die vollständige Kontrolle über Ihre Anwendungslandschaft. Ihr Unternehmen bleibt Eigentümer seiner Datenmodelle und maßgeschneiderter Entwicklungen.

Im Falle eines Dienstleisterwechsels ermöglicht Reversibilität über vollständige Exporte und API-Dokumentation, Risiken und Migrationskosten zu minimieren. Diese Anti-Vendor-Lock-in-Strategie schützt Ihr IS vor Marktentwicklungen.

Durch diese Architektur baut jede künftige Erweiterung oder Integration auf einer offenen, stabilen und beherrschbaren Basis auf.

Strukturieren Sie Ihr Handelsinformationssystem für nachhaltiges Wachstum

Ein umfassendes Pflichtenheft für CRM, CPQ, Order-to-Cash, Integrationen und Sicherheit ist der Schlüssel zum Aufbau eines agilen und zukunftssicheren Handels-Informationssystems. Die präzise Definition des Funktionsumfangs, modulare Preisgestaltung, eine nahtlose Orchestrierung des Vertriebsprozesses und eine API-First-Architektur gewährleisten die Ausrichtung auf Ihre Umsatzstrategie.

Unabhängig von Branche und Unternehmensgröße stehen Ihnen unsere Experten zur Seite, um diese Prinzipien in konkrete, passgenaue Lösungen umzusetzen – ganz ohne Vendor Lock-in. Gemeinsam sichern wir Ihre Vertriebsp erformance und bringen Ihr Informationssystem auf Erfolgskurs.

Besprechen Sie Ihre Herausforderungen mit einem Edana-Experten

VERÖFFENTLICHT VON

Mariami Minadze

Mariami ist Expertin für digitale Strategien und Projektmanagement. Sie prüft die digitale Präsenz von Unternehmen und Organisationen aller Größen und Branchen und erarbeitet Strategien und Pläne, die für unsere Kunden Mehrwert schaffen. Sie ist darauf spezialisiert, die richtigen Lösungen für Ihre Ziele zu finden und zu steuern, um messbare Ergebnisse und einen maximalen Return on Investment zu erzielen.

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Pflichtenheft HR-Informationssystem (Schweiz): Aufbau eines offenen, konformen und reversiblen HR-Systems

Pflichtenheft HR-Informationssystem (Schweiz): Aufbau eines offenen, konformen und reversiblen HR-Systems

Auteur n°4 – Mariami

In einem Umfeld, in dem Projekte für HR-Informationssysteme ein zentraler Leistungshebel für Schweizer Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden sind, besteht die Herausforderung darin, ein belastbares Pflichtenheft zu erstellen, das Offenheit, Interoperabilität und Reversibilität garantiert und die Risiken von Anbieter-Abhängigkeit, kostspieligen Integrationen und „gefangenen“ Daten minimiert.

Durch eine präzise Strukturierung der Anforderungen rund um die Module Core HR, Zeit-/Abwesenheitsmanagement, Spesenabrechnung, Bewerbermanagementsystem, Lernmanagementsystem und Reporting wird sichergestellt, dass Build-versus-Buy-Entscheidungen effizient getroffen und nachhaltige Grundlagen für die künftige Entwicklung gelegt werden. Dieser Artikel erläutert die wichtigsten Elemente, die in Ihr Pflichtenheft für ein HR-Informationssystem in der Schweiz gehören, um Ihre Daten und Verträge zu kontrollieren und gleichzeitig eine MVP-Roadmap mit schnellem ROI zu planen.

Definition eines offenen und modularen Funktionsumfangs

Das Pflichtenheft muss alle geschäftskritischen Bausteine abdecken, ohne auf ein monolithisches System zu setzen. Jedes Modul – Core HR, Zeit-/Abwesenheitsmanagement, Spesenabrechnung, Bewerbermanagementsystem, Lernmanagementsystem, Bewertungswesen, Workflows und Reporting – sollte autonom oder integriert funktionieren können.

Der Funktionsumfang des Core HR umfasst die Verwaltung von Mitarbeitenden, Verträgen, Stellen und Organigrammen. Er dient als zentrales Referenzsystem für sämtliche HR-Daten, auf das alle anderen Module für Kohärenz und Verlässlichkeit zugreifen.

Die Funktionen für Zeit- und Abwesenheitsmanagement beinhalten die Erfassung von Arbeitszeiten, gesetzlichen Ferien sowie Abwesenheiten wegen Krankheit oder Weiterbildung mit flexiblen Genehmigungsregeln. Dieses Modul muss in der Lage sein, mit einem Zeiterfassungsterminal oder einem externen Stempelsystem zu kommunizieren.

Die Spesenabrechnung sollte eine schnelle mobile Eingabe, einen genehmigungsbasierten Workflow entsprechend dem Organigramm und einen automatisierten Export in die Buchhaltung bieten. Schnelligkeit und Benutzerfreundlichkeit fördern die Akzeptanz bei den Mitarbeitenden.

Core HR und Zeitmanagement

Das Core HR muss die Historisierung vertraglicher Daten, die Verwaltung von Zugriffsrechten und die Nachvollziehbarkeit von Änderungen ermöglichen. Jede Änderung (Beförderung, Austritt, interne Versetzung) muss zeitgestempelt und auditierbar sein.

Für die Arbeitszeiterfassung ist ein konfigurierbares Modul mit Schweizer Rechtsgrundlagen (Teilzeit, Überstunden, Ausgleichsruhe) unerlässlich. Darüber hinaus muss es projektbezogene indirekte Stunden erfassen können.

Eine einfache Integration mit externen Zeiterfassungsterminals stellt die Synchronisation der Anwesenheiten und die Echtzeit-Erfassung der verfügbaren Mitarbeitenden vor Ort oder im Homeoffice sicher.

Recruiting und Weiterbildung

Das Bewerbermanagementsystem muss den gesamten Lebenszyklus eines Kandidaten abbilden – von der Stellenausschreibung bis zur Integration – und dabei Berichte über Rekrutierungsdauer und Kandidatenquellen generieren.

Das Lernmanagementsystem für die Weiterbildung muss E-Learning-Inhalte unterstützen, Präsenzveranstaltungen planen und Kompetenznachweise verfolgen. Workflows für obligatorische Schulungen sollten automatisiert ablaufen.

Die Verbindung zwischen Bewerbermanagementsystem und Lernmanagementsystem ermöglicht es, interne Entwicklungswege schnell zu identifizieren und so die Employability und Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu fördern.

Workflows, Signaturen und Reporting

Die Genehmigungsworkflows – Einstellung, Austritt, Ferienantrag oder Spesenanfrage – müssen fach- und hierarchiebezogen konfigurierbar sein und automatisierte Benachrichtigungen versenden.

Die elektronische Signatur sollte nativ integriert sein und die europäischen sowie schweizerischen Standards (eIDAS-Zertifikate, SuisseID) mit Zeitstempel und Nachvollziehbarkeit erfüllen.

Das analytische Reporting muss Self-Service-Dashboards bereitstellen, die als CSV oder JSON exportierbar sind. Wichtige KPIs umfassen Fluktuationsrate, durchschnittliche Rekrutierungsdauer und Abwesenheitsquote.

Beispiel: Ein Finanzdienstleister in der Romandie hat ein modulares Pflichtenheft erstellt, zuerst Core HR und Zeitmanagement eingeführt und anschließend das Bewerbermanagementsystem ergänzt. Dieser schrittweise Ansatz reduzierte die Integrationskomplexität um 30 % und beschleunigte die Implementierung in den Fachbereichen.

Gewährleistung von Interoperabilität und Datenportabilität

Eine API-First-Architektur und offene Standards sind unerlässlich, um Vendor Lock-in zu vermeiden und künftige Weiterentwicklungen zu erleichtern. Provisioning-Mechanismen, SSO-Protokolle und offene Exportformate sorgen für einen reibungslosen Datenaustausch zwischen den Systemen.

Ein Schwerpunkt auf API-First erfordert RESTful- oder GraphQL-Endpunkte für alle HR-Entitäten – von Mitarbeitenden bis zu Spesenbuchungen. Jeder Dienst sollte seine Endpunkte mit OpenAPI dokumentieren.

Das SCIM-Protokoll sichert das automatisierte Provisioning und Deprovisioning von Benutzerkonten in Active Directory oder Azure AD. Webhooks ermöglichen Echtzeitreaktionen auf HR-Ereignisse (Einstellung, Austritt, Versetzung).

Single Sign-On via SAML oder OpenID Connect zentralisiert die Authentifizierung, reduziert Passwortverwaltung und stärkt die Sicherheit. So können einheitliche 2FA-/MFA-Policies durchgesetzt werden.

API-First und SCIM-Provisioning

Im Pflichtenheft muss festgelegt werden, dass für jede HR-Ressource (Mitarbeitende, Position, Abwesenheit) eine CRUD-API verfügbar ist. Die Endpunkte sollten Paging, Filtering und partielle Updates (PATCH) unterstützen.

Der Standard SCIM 2.0 ist zu implementieren, um Benutzerkonten und Gruppen mit dem Unternehmensverzeichnis zu synchronisieren. So erhalten Mitarbeitende automatisch die richtigen Zugriffsrechte ohne manuellen Aufwand.

Webhooks müssen kritische Ereignisse abdecken – Neueintrag, Rollenänderung, Kontolöschung –, damit andere Systeme (Mitarbeiterportal, Dokumentenmanagement, ERP) sofort reagieren können.

SSO SAML/OIDC und Verzeichnis-Synchronisation

Die Einführung eines standardisierten SSO verringert die Hürden für Anwender und verbessert die Zugangskontrolle. Im Pflichtenheft sollte die Verwendung von SAML-Metadaten oder OIDC-Discovery festgelegt sein.

Die Synchronisation von AD/Azure AD-Verzeichnissen ermöglicht die Nutzung bestehender Gruppen für Rechteverwaltung im HR-Informationssystem und vermeidet manuelle Profilduplikate.

Der Einsatz eines Identity Brokers kann die Integration externer Anbieter (Lieferantenportal, Fremd-Lernmanagementsysteme) vereinfachen und gleichzeitig Sicherheitsrichtlinien zentral durchsetzen.

Offene Formate und Datenmigration

Exporte müssen in CSV, JSON oder Parquet möglich sein, mit offenem Schema und Feldbeschreibung. Diese Formate gewährleisten Datenzugriff ohne Abhängigkeit von einem Anbieter.

Der Migrationsplan sieht einen vollständigen Initial-Dump vor, gefolgt von inkrementellen Synchronisationen vor dem Cut-over. Wiederanlaufzeiten sind im SLA festzulegen, um einen HR-Blackout zu vermeiden.

Das Pflichtenheft sollte die Versionierung des Datenschemas verlangen, um strukturellen Änderungen vorzubeugen und Audits zu erleichtern.

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Sicherheit, Compliance und souveränes Hosting in der Schweiz

Das HR-Informationssystem verwaltet hochsensible personenbezogene Daten und muss das Schweizer Datenschutzgesetz DSG 2023 sowie die DSGVO für EU-Mitarbeitende einhalten. Souveränes Cloud-Hosting und Verschlüsselungsmechanismen gewährleisten Integrität, Verfügbarkeit und Vertraulichkeit der Daten.

Das neue DSG 2023 verlangt das Prinzip der Datenminimierung, die Führung eines Verarbeitungsverzeichnisses und die Festlegung von Aufbewahrungsfristen. Gesundheitsdaten und spezielle HR-Daten benötigen zusätzliche Schutzmaßnahmen.

Die DSGVO gilt für alle Mitarbeitenden mit Sitz in der EU oder mit Arbeitsverhältnissen zu einem EU-Mitgliedstaat. Das Pflichtenheft muss Zugriffs-, Berichtigungs- und Löschrechte mittels spezialisierter APIs oder eines Self-Service-Portals sicherstellen.

Das Hosting in der Schweiz bei einem ISO 27001-zertifizierten Provider bzw. gleichwertig erfüllt Souveränitäts- und Verfügbarkeitsanforderungen. Data Centers sollten sich in der Schweiz oder unter strengen vertraglichen Bedingungen im EWR befinden.

Compliance DSG 2023 und DSGVO im HR

Das Dokument muss Kategorien personenbezogener Daten (Identität, Kontaktdaten, Verträge, sensible Daten) auflisten und jeden Verarbeitungsschritt begründen. Gesetzliche Aufbewahrungsfristen sind zu dokumentieren.

Das Verarbeitungsverzeichnis sollte automatisch vom HR-Informationssystem gepflegt werden, um interne und externe Audits zu erleichtern. Workflows für Sicherheitsvorfälle müssen die Meldefristen (72 Stunden bei DSGVO) einhalten.

DSGVO-Rechte (Recht auf Vergessen, Datenübertragbarkeit, Widerspruch) erfordern sichere APIs oder Formulare, um Anfragen innerhalb der gesetzlichen Frist von 30 Tagen zu bearbeiten.

Verschlüsselung, Protokollierung und Berechtigungsmanagement

Im Pflichtenheft ist die Verschlüsselung ruhender Daten (AES-256) und Daten in Bewegung (mindestens TLS 1.3) mit Schlüsselmanagement über HSM oder KMS festzulegen.

Die sichere Protokollierung von Zugriffen und kritischen Aktionen (Exporte, Schemaänderungen, Löschungen) muss unveränderlich erfolgen und innerhalb eines definierten Zeitraums aufbewahrt werden.

Das Berechtigungsmanagement basiert auf dem Least-Privilege-Prinzip, mit periodischer Rezertifizierung und automatisierten Freigabe-Workflows.

Reversibilitätsplan und Vertragsgestaltung

Der technische Reversibilitätsplan muss vollständige Datenexports, Schema-Lieferungen und Wiederherstellungsskripte vorsehen. Lieferfristen sind vertraglich festzuhalten.

Die kommerzielle Reversibilität erfordert eine Exportklausel ohne Strafgebühren und gegebenenfalls Quellcode-Escrow für individuelle Module.

Verträge sollten SLAs (Verfügbarkeit, MTTR, Support) definieren und Strafen bei Nichteinhaltung vorsehen. Sicherheitszertifizierungen (ISO, SOC 2) sind als Annex beizufügen.

Beispiel: Ein Schweizer Anbieter für Weiterbildung entschied sich für souveränes Cloud-Hosting und einen quartalsweisen Datenexport. Nach einem DSG-Audit konnte das vollständige Daten­dump und ein detailliertes Schema bereitgestellt werden, was die totale Datenkontrolle demonstrierte und internationale Partner beruhigte.

Governance, Verträge und MVP-Roadmap

Klare Governance und vertragsrechtliche Verpflichtungen im Einklang mit der Geschäftsstrategie sichern die Nachhaltigkeit des Projekts. Die MVP-Roadmap, fokussiert auf 3–5 Use Cases mit schnellem ROI, ermöglicht eine Validierung, bevor das System skaliert wird.

Die Projektgovernance basiert auf Personas und einer RACI-Matrix, die Verantwortlichkeiten für jedes Deliverable festlegt. Der User-Story-Backlog mit Abnahmekriterien steuert Entwicklung und Tests.

Die Integrationsmatrix listet Zielsysteme (Lohnbuchhaltung, Finance, DMS, Zeiterfassung), Datenflüsse und zu überwachende KPIs, um die Koordination zwischen IT, Fachabteilungen und Dienstleistern zu erleichtern.

Der Datenmigrationsplan umfasst eine Qualitätsprüfung, Feldzuordnungen und Bereinigungsskripte, um die Datenintegrität beim Go-live zu gewährleisten.

Datenhoheit und Open-Source-Lizenzen

Das Pflichtenheft muss klarstellen, dass die Datenhoheit beim Unternehmen bleibt und kundenspezifische Entwicklungen uneingeschränkt übergehen.

Open-Source-Komponenten sind mit permissiven Lizenzen (MIT, Apache 2.0) zu versehen. Abhängigkeiten mit restriktiven Lizenzen sind zu begründen und dokumentieren.

Die Dokumentation kundenspezifischer Code-Basis und die Versionsverwaltung via Git sichern Nachvollziehbarkeit und Wartbarkeit.

SLA, MTTR und Exportklauseln

SLA müssen Verfügbarkeit (99,5 % oder mehr), Support-Reaktionszeiten (werktags oder 24/7) und MTTR für jeden Incident-Typ definieren.

Exportklauseln ohne Strafgebühren und Source-Escrow-Möglichkeiten stärken die rechtliche und technische Sicherheit des Projekts.

Das Pflichtenheft definiert Liefertermine, Abnahmeverfahren und Erfolgskriterien (Nutzerakzeptanz, Prozessdurchlaufzeiten, Reduktion von Lohndiskrepanzen).

MVP-Strategie und Iterationen

Der MVP fokussiert auf 3 bis 5 kritische Use Cases (Einstellungen, Urlaubsverwaltung, Basis-Reporting), um schnell Mehrwert zu liefern und Budgetfreigaben zu sichern.

Quartalsweise Sprints umfassen Backlog-Reviews, Fachbereichs-Demos und Retrospektiven, um Prioritäten anhand von Nutzerfeedback anzupassen.

Die Total Cost of Ownership (TCO) berücksichtigt Build-, Run- und Weiterentwicklungsphasen, um die künftigen finanziellen Aufwände transparent zu gestalten.

Beispiel: Ein Schweizer Industrieunternehmen implementierte in sechs Wochen ein MVP für Einstellungen, Zeitmanagement und Basis-Reporting. Nach Pilotabnahmen wurden ATS und Weiterbildungsmodule in quartalsweisen Iterationen ergänzt, während das TCO-Budget eingehalten wurde.

Aufbau eines offenen, kontrollierten und reversiblen HR-Informationssystems

Ein Pflichtenheft, das auf einem modularen Funktionsumfang, API-First-Anforderungen, Interoperabilitätsstandards und Compliance-Garantien basiert, hilft, Vendor Lock-in zu vermeiden, Daten zu sichern und technische sowie vertragliche Reversibilität sicherzustellen.

Governance via Personas und RACI, der User-Story-Backlog, die Integrationsmatrix und der MVP-Plan garantieren eine schnelle und flexible ROI-Roadmap. SLA-, Export- und Archivierungsklauseln schützen Ihre Investition.

Unsere Experten begleiten Sie von der strategischen Planung bis zur offenen Architektur, indem sie erprobte Open-Source-Bausteine einsetzen und dort individuelle Entwicklungen vorsehen, wo sie echten Mehrwert schaffen.

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VERÖFFENTLICHT VON

Mariami Minadze

Mariami ist Expertin für digitale Strategien und Projektmanagement. Sie prüft die digitale Präsenz von Unternehmen und Organisationen aller Größen und Branchen und erarbeitet Strategien und Pläne, die für unsere Kunden Mehrwert schaffen. Sie ist darauf spezialisiert, die richtigen Lösungen für Ihre Ziele zu finden und zu steuern, um messbare Ergebnisse und einen maximalen Return on Investment zu erzielen.

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Digitale Gesundheit: Prävention, IoMT und KI-Biomarker – Werthebel in der Schweiz

Digitale Gesundheit: Prävention, IoMT und KI-Biomarker – Werthebel in der Schweiz

Auteur n°2 – Jonathan

Der Anstieg der «freiwilligen» Gesundheitsausgaben in der Schweiz treibt die digitale Innovation in großem Umfang voran. Angesichts einer alternden Bevölkerung und steigender Kosten setzen Behörden, Spitäler und ambulante Leistungserbringer Präventionsprogramme, vernetzte Geräte (IoMT) und KI-basierte Biomarker-Lösungen ein. Gemeinsam transformieren diese Werthebel den Patientenpfad, optimieren den Ressourceneinsatz und ebnen den Weg zu einer personalisierten Medizin. Für den Erfolg gilt es, die regulierte UX, Interoperabilität, Datensicherheit sowie die Einhaltung von MDR, ISO 13485, DSGVO und nDSG zu beherrschen.

Digitale Prävention und therapeutische Schulung

Prävention und therapeutische Schulung profitieren von zugänglichen und personalisierten digitalen Programmen. Kantonale und bundesweite Apps und Plattformen stärken das Engagement und die Eigenverantwortung der Patienten.

Kantonale und bundesweite digitale Programme

Mehrere Kantone haben Portale für therapeutische Schulung lanciert, die Sensibilisierungs-Module zu körperlicher Aktivität, Ernährung oder dem Management chronischer Erkrankungen anbieten. Diese Plattformen basieren auf Open-Source-Prinzipien und Modularität, um sie an unterschiedliche demografische und sprachliche Kontexte anzupassen.

Dank einer UX, die für alle Altersgruppen konzipiert ist, integrieren diese Programme Erinnerungen, Patientenfragebögen zu Patient Reported Outcomes (PRO) und von Fachleuten validierte Informationsmodule. Die erhobenen Daten werden über sichere APIs synchronisiert, die DSGVO und nDSG entsprechen.

Ein Pilotprojekt zeigte nach einem Jahr eine 15 %ige Reduktion der hospitalisationsbedingten Diabetes-Typ-2-Fälle.

Personalisierte mobile Anwendungen

Mobile Apps für das Behandlungsmangement ermöglichen die Echtzeit-Verfolgung von Arzneimitteleinnahmen und Vitalparametern. Mit adaptiven Coaching-Modulen liefern sie individuelle Empfehlungen und motivieren die Patienten.

Die UX-Gestaltung berücksichtigt strenge regulatorische Vorgaben: gesicherter Datenaustausch, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und starke Authentifizierung. Die Interoperabilität wird über HL7 FHIR-Standards sichergestellt, was den Austausch mit elektronischen Patientendossiers erleichtert.

Koordination der Versorgung und Patientenpfad

Koordinationsplattformen verknüpfen Ärzte, Pflegefachpersonen und Physiotherapeuten über ein gemeinsames digitalen Patientendossier. Sie rationalisieren die Kommunikation, planen Termine und alarmieren automatisch bei Abweichungen von Gesundheitsindikatoren.

Unter Einhaltung der ISO 13485 garantieren diese Lösungen die Rückverfolgbarkeit klinischer Ereignisse. Die modulare Open-Source-Architektur ermöglicht die Integration bestehender Fachmodule und die Anpassung an spezifische Anforderungen von Versorgungseinrichtungen.

Vernetzte Gesundheit (IoMT) und Telesurveillance

Telemedizin und IoMT optimieren den Übergang zwischen Spital und Zuhause und steigern die Effizienz klinischer Ressourcen. Vernetzte Medizinprodukte bieten eine kontinuierliche Überwachung bei gleichzeitiger Einhaltung von MDR und ISO 13485.

Vernetzte Medizinprodukte und kontinuierliche Überwachung

Wearables und Heimmessgeräte übertragen in Echtzeit kardiale, respiratorische oder glykämische Daten. Als Medizinprodukte nach MDR registriert, sind sie sicher, modular und leicht integrierbar konzipiert.

Die erfassten Daten analysieren Machine-Learning-Algorithmen und warnen das Pflegepersonal bei Abweichungen. Alerting-Systeme basieren auf Open-Source-Microservices, die Skalierbarkeit und Resilienz gewährleisten.

Postoperative Telesurveillance

Nach operativen Eingriffen ermöglicht eine enge Nachverfolgung von Vitalparametern und Schmerzleveln mehr Patientensicherheit. Die Patienten erhalten ein homologiertes IoMT-Kit mit Blutdruckmessgerät, Pulsoximeter und digitalem Fragebogen.

Diese Lösungen erfüllen die Datenschutzvorgaben für Gesundheitsdaten. Die Datenströme werden verschlüsselt und in zertifizierten Schweizer Rechenzentren gespeichert, um die DSGVO- und nDSG-Konformität sicherzustellen.

Ein Protokoll zur postoperativen Fernüberwachung verringerte die Notfallvisiten um 25 %.

Digitale Biomarker und künstliche Intelligenz

Die Echtzeitanalyse longitudinaler Daten erlaubt die Entwicklung prädiktiver digitaler Biomarker für kardio-neurovaskuläre Erkrankungen und seltene Krankheiten. Diese KI-basierten Indikatoren stärken die personalisierte Medizin und optimieren die Versorgung.

Longitudinale Daten und Interoperabilität

Der Aufbau longitudinaler Datensätze erfordert die Orchestrierung zahlreicher Quellen: Spitäler, ambulante Kliniken, Labore und mobile Apps. Der Einsatz von Standards wie HL7 FHIR sichert Datenkonsistenz und -qualität.

Die Verarbeitungspipelines beruhen auf modularen, skalierbaren Data-Lake-Architekturen, die massive Datenströme aufnehmen und harmonisieren. Rückverfolgbarkeit gewährleistet die Erfüllung von ISO 13485 und Datenschutzvorgaben der DSGVO.

Ein Netzwerk von Laboren konsolidierte zehn Jahre neurologischer Verlaufsdaten, erkannte frühe Muster und demonstrierte das Potenzial longitudinaler Daten für die Früherkennung der Parkinson-Krankheit.

KI für kardio-neurovaskuläre Erkrankungen

Überwachtes und unüberwachtes Lernen extrahiert Risikomuster aus Vitalparametern und medizinischen Bilddaten. Diese digitalen Biomarker sagen Herzinfarkte oder neurovaskuläre Ereignisse voraus.

Die Modelle basieren auf validierten Open-Source-Frameworks und werden klinisch in retrospektiven und prospektiven Studien verifiziert. Reproduzierbarkeit und Modellgovernance sind entscheidend für die medizinische Vertrauenbildung.

Biomarker für seltene Krankheiten

Seltene Krankheiten zeigen schwache Signale in heterogenen Datenbanken. Digitale Biomarker nutzen KI, um diese subtilen Anzeichen zusammenzuführen und zu erkennen.

Die Analyseplattform entspricht der ISO 13485 und bietet eine klinikerfreundliche UX mit klaren Workflows und erklärbarer KI (explainable AI). Die Transparenz der Abläufe stärkt das Vertrauen der Ärzteschaft.

Technische Grundlagen und regulatorische Konformität

Eine modulare, sichere und konforme Architektur garantiert die Skalierbarkeit und Robustheit digitaler Gesundheitslösungen. Regulierte UX und Daten­ Sicherheitsmanagement gemäß DSGVO/nDSG sind essenziell, um Vertrauen aufzubauen.

Modulare Open-Source-Architektur

Digitale Gesundheitsprojekte basieren auf Microservices und standardisierten APIs, die eine schnelle Integration neuer Sensoren oder Algorithmen ermöglichen. Dieser Ansatz verhindert Vendor-Lock-In und erleichtert die fachliche Anpassung.

Open Source liefert eine sichere, evolutionäre Basis dank einer aktiven Community und kontinuierlicher Updates. Hybride Lösungen kombinieren bestehende Module mit maßgeschneiderten Entwicklungen für Flexibilität und Langlebigkeit.

Sicherheit und Datenschutz

Digitale Gesundheitsdaten sind sensibel und erfordern Verschlüsselung in Transit und im Ruhezustand, starke Authentifizierung und feingranulare Rechteverwaltung. Audits zur Cybersicherheit erfolgen nach anerkannten Standards.

Cloud-Umgebungen werden bei Schweizer oder europäischen Anbietern gehostet, die sich der Einhaltung von DSGVO und nDSG verpflichtet haben. Regelmäßige Updates und proaktive Überwachung gewährleisten durchgehenden Schutz.

MDR, ISO 13485, DSGVO und nDSG

Die Klassifizierung von Software und Medizinprodukten erfordert strikte Dokumentation, Risikobewertungen und klinische Validierungsverfahren. ISO 13485 strukturiert den Lebenszyklus der Produkte.

Die Vorgaben der DSGVO und des nDSG schreiben Datenminimierung, Transparenz gegenüber Patienten und die Ernennung eines Datenschutzbeauftragten vor. Workflows integrieren das Consent-Management und die Datenportabilität.

Nutzen Sie die Chancen der digitalen Gesundheit

Digitale Prävention, vernetzte Gesundheit und KI-gestützte Biomarker bilden die Säulen einer effizienten Transformation des Schweizer Gesundheitssystems. Durch die Kombination von Schulungsprogrammen, IoMT-Geräten und longitudinalen Datenanalysen optimieren Akteure den Patientenpfad und steigern die operative Performance.

Um diese Herausforderungen zu meistern, sind modulare, offene und sichere Architekturen sowie die Einhaltung von MDR, ISO 13485, DSGVO und nDSG unerlässlich. Unsere Expert:innen analysieren Ihre Situation, definieren eine Roadmap und begleiten Sie zu einer innovativen und nachhaltigen digitalen Gesundheit.

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Jonathan Massa

Als Spezialist für digitale Beratung, Strategie und Ausführung berät Jonathan Organisationen auf strategischer und operativer Ebene im Rahmen von Wertschöpfungs- und Digitalisierungsprogrammen, die auf Innovation und organisches Wachstum ausgerichtet sind. Darüber hinaus berät er unsere Kunden in Fragen der Softwareentwicklung und der digitalen Entwicklung, damit sie die richtigen Lösungen für ihre Ziele mobilisieren können.

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Mitarbeitenderlebnis (ME): Der wahre Leistungsmotor im digitalen Zeitalter

Mitarbeitenderlebnis (ME): Der wahre Leistungsmotor im digitalen Zeitalter

Auteur n°4 – Mariami

In einem Umfeld, in dem die digitale Transformation die Arbeitsweisen neu definiert, geht das Mitarbeitenderlebnis (ME) über den HR-Bereich hinaus und wird zu einem strategischen Business-Hebel. Betrachtet man den Weg der Mitarbeitenden als internen Nutzerpfad, messen Unternehmen die Auswirkungen jeder Interaktion – vom ersten Onboarding-Tag über die täglichen Tools bis hin zu den Feedbackschleifen.

Weniger Reibungspunkte, mehr Effizienz in den Abläufen – das beschleunigt die Zielerreichung und verbessert die Servicequalität für die Endkundschaft. Für Schweizer Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitenden stellt ein maßgeschneidertes ME, das an die branchenspezifischen Anforderungen angepasst ist, einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil dar.

ME: ein strategischer Hebel, der Kultur, Prozesse und Tools verbindet

Das Mitarbeitenderlebnis überschreitet die HR-Funktion und wird zu einem strategischen Asset. Durch die Ausrichtung von Kultur, Prozessen und Technologien entfalten Organisationen die volle Wirkung ihrer Teams.

Eine ganzheitliche Sicht auf das Mitarbeitenderlebnis

Das Mitarbeitenderlebnis ruht auf drei untrennbaren Säulen: Unternehmenskultur, operative Prozesse und digitale Tools. Jede dieser Säulen beeinflusst Motivation, Engagement und tägliche Performance.

Die Kultur definiert die geteilten Werte, den Führungsstil und die Innovationsbereitschaft. Ein Klima des Vertrauens fördert Eigeninitiative und bereichsübergreifende Zusammenarbeit.

Formalisierte Prozesse gewährleisten Wiederholbarkeit und Zuverlässigkeit der Abläufe. Sie sollten so gestaltet sein, dass Aufgaben mit geringem Mehrwert minimiert und Übergänge zwischen den Abteilungen optimiert werden.

Auswirkungen auf Agilität und Umsetzung

Indem Reibungspunkte im Mitarbeitendenpfad eliminiert werden, gewinnen Teams an Reaktionsfähigkeit und Ausführungsqualität. Projekte schreiten schneller voran und erfordern weniger Feedback-Schleifen.

Der Wechsel von einer isolierten Arbeitsweise zu einem kollaborativen Ökosystem erlaubt es, Hindernisse rasch zu beseitigen und Eskalationen zu vermeiden. Entscheidungen werden näher am Geschehen getroffen, wo Informationen verlustfrei fließen.

Beispiel: Ein mittelständischer Industriebetrieb entkoppelte seine F&E- und Operations-Teams durch eine Überarbeitung interner Rituale und die Einführung eines individuellen Intranets. Ergebnis: Die Time-to-Market neuer Produktlinien sank um 25 %, was zeigt, dass ME über ein HR-Konzept hinaus Innovation konkret beschleunigt.

Modulare und skalierbare Architektur

Um diese strategische Dimension zu stützen, müssen die Tools skalierbar, sicher und entkoppelt sein. Ein modularer Ansatz erleichtert die Wartung und das Hinzufügen von Funktionen ohne Unterbrechungen.

Open-Source-Lösungen reduzieren Vendor Lock-in, während maßgeschneiderte Entwicklungen branchenspezifische Anforderungen abdecken, die in Standardpaketen nicht abgebildet sind. Diese hybride Kombination schafft eine nachhaltige und flexible Basis.

Eine klare Governance, gesteuert von einem bereichsübergreifenden Komitee aus IT-Leitung, Fachbereichen und externen Partnern, stellt die Konsistenz zwischen Technologie-Roadmap und den Bedürfnissen der Mitarbeitenden sicher. Dieses agile Rahmenwerk verhindert Abschweifungen und sichert strategische Ausrichtung.

UX-Prinzipien für Mitarbeitenden-Pfade

Durch den Einsatz von UX-Methoden für Mitarbeitenden-Pfade werden tägliche Reibungspunkte identifiziert und beseitigt. Maßgeschneiderte Workflows steigern die Akzeptanz und beschleunigen die Einarbeitung.

Maßgeschneidertes Onboarding für einen effizienten Start

Der erste Tag in einer Organisation ist entscheidend für das langfristige Engagement. Ein gut gestalteter Onboarding-Prozess integriert Schulungsinhalte, praktische Übungen und individuelle Begleitung.

Der Einsatz interaktiver Prototypen ermöglicht es, die Ergonomie der Tools bereits in der Pilotphase zu testen. Feedback neuer Mitarbeitender, erhoben über kurze Umfragen, liefert konkrete Optimierungsmöglichkeiten.

Durch die Strukturierung in Phasen (Vorab-Begrüßung, technische Schulung, fachliche Einarbeitung, Mentoring) verkürzt sich die Lernkurve und das Vertrauen in die neue Arbeitsumgebung wächst.

Benutzerzentrierte Fachtools

Interne Anwendungen sollten wie Digitalprodukte aufgebaut sein, mit klaren Interfaces und intuitiver Navigation. Jede Funktion adressiert einen konkreten fachlichen Bedarf und fügt sich nahtlos in den täglichen Workflow ein.

Mini-UX-Workshops mit Schlüsselanwendern und Designern ermöglichen schnelle Iterationen an Mockups und eine Priorisierung der Entwicklungen nach Nutzwert.

Beispiel: Eine mittelgroße Schweizer Bank überarbeitete ihre Kundenanfrage-App in Zusammenarbeit mit dem Front-Office und UX-Designern. Das Ergebnis: Die Nutzungsrate neuer Funktionen verdoppelte sich und die durchschnittliche Bearbeitungszeit sank um 40 %.

Kontinuierliches Feedback und iterative Verbesserung

Anstatt das Mitarbeiterfeedback einmal jährlich zu erheben, sollten monatliche oder vierteljährliche Feedbackschleifen etabliert werden. Rückmeldungen können sich auf Tool-Ergonomie, Begleitung oder Prozessrelevanz beziehen.

Ein kollaborativer Raum (internes Forum, KI-Chatbot oder dedizierter Teams/Slack-Kanal) erleichtert Echtzeitaustausch. Vorschläge werden nach ihrem geschäftlichen Impact und ihrer technischen Umsetzbarkeit priorisiert.

Die agile Herangehensweise an ME stellt sicher, dass jede Verbesserung getestet, gemessen und in einer Folgeversion ausgerollt wird. So entsteht ein stetiger Verbesserungszyklus, der das Erlebnis kontinuierlich bereichert.

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Integrierte Systeme und Governance: die technologische Basis legen

Saubere Integrationen und klare Governance sorgen für ein reibungsloses und sicheres Erlebnis. Modulare Ökosysteme fördern Skalierbarkeit und vermeiden Vendor Lock-in.

Individuelles HR-Informationssystem

Ein flexibles HR-Informationssystem (HRIS), vernetzt mit anderen Lösungen, zentralisiert Mitarbeitendendaten (HR-Infos, Kompetenzen, Schulungen) und verhindert Datensilos. Automatisierte Workflows erleichtern Urlaubsverwaltung, Beurteilungen und Schulungen.

Eine kontrollierte Skalierung erfordert gut dokumentierte APIs und kontinuierliche Integrationstests. Diese Best Practices gewährleisten Datenkonsistenz bei Versionserweiterungen und spezifischen Entwicklungen.

Beispiel: Ein Dienstleister in der Romandie vereinte sein HRIS und LMS über eine Open-Source-Integrationsschicht. Dadurch wurden Synchronisationsfehler um 60 % reduziert und Manageranfragen schneller beantwortet – ein Beleg für die Bedeutung sauberer Integrationen für das ME.

ERP-Orchestrierung und Kollaborationstools

Das ERP bildet das Herz der Abläufe, darf aber nicht isoliert arbeiten. Finanz-, Planungs- und Produktionsmodule müssen mit Kollaborationsplattformen (M365, Google Workspace) und Fachtools kommunizieren.

Die Zentralisierung von Notifications, ein einheitliches Rechtemanagement und kontextueller Datenzugriff stärken die Prozessflüssigkeit. Mitarbeitende finden Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort – ganz ohne manuelle Mehrfachanmeldungen.

Der Einsatz eines leichtgewichtigen Enterprise Service Bus (ESB) auf Basis offener Standards minimiert Lock-in-Risiken und erlaubt eine flexible Anpassung der Systemverbindungen entsprechend den sich wandelnden Bedürfnissen. ERP

Sicherheit durch Design und klare Governance

Der Schutz von Mitarbeitendendaten ist unerlässlich: starke Authentifizierung, feingranulares Rechtemanagement, Verschlüsselung der Kommunikation und Zugriffstraceability. Dieser Ansatz ist eng mit der Akzeptanz der Tools und dem Vertrauen der Teams verbunden.

Die Governance sollte IT-Leitung, Informationssicherheitsbeauftragte und Fachverantwortliche einbinden, um Regeln zu definieren, Kontrollen zu priorisieren und die Sicherheitsroadmap zu steuern. Automatisierte Audits und Updates stärken die Resilienz gegen Bedrohungen.

Ein regelmäßig aktualisiertes Daten- und Flussregister ermöglicht eine schnelle Reaktion im Incident-Fall und minimiert Auswirkungen auf das interne Nutzererlebnis, bei gleichzeitiger Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Starke Authentifizierung

ME messen und steuern: Kennzahlen und Analytics

Messbare Kennzahlen machen den Einfluss des Mitarbeitenderlebnisses auf die operative Performance sichtbar. HR-Analytics, interner NPS und KPI-Tracking unterstützen die kontinuierliche Optimierung.

Interner NPS und quantitatives Feedback

Der interne Net Promoter Score, aus dem Marketing adaptiert, ist eine einfache Kennzahl, um die Empfehlungsbereitschaft der Mitarbeitenden für ihr Arbeitsumfeld zu bewerten. Regelmäßiges Tracking deckt Trends und Hebel auf.

In Kombination mit offenen Fragen liefert der interne NPS ein zahlenbasiertes und qualitatives Bild von Stärken und Reibungspunkten. Die Ergebnisse können nach Team, Standort oder Funktion segmentiert werden, um gezielte Maßnahmen abzuleiten.

Der periodische Abgleich mit umgesetzten Maßnahmen schafft Transparenz: Mitarbeitende sehen, dass ihr Feedback konkret wirkt, was ihr Engagement zusätzlich stärkt.

Produktivitäts- und Fluktuationsmonitoring

Betriebliche KPIs wie durchschnittliche Bearbeitungszeit einer Aufgabe oder Erstlösungsquote veranschaulichen die Effizienz der Workflows. Produktivitätsgewinne sind direkt mit UX-Optimierungen und Systemintegrationen korreliert.

Die Fluktuationsrate, gemessen vor und nach Einführung von ME-Initiativen, zeigt die Wirkung auf die Talentbindung. Ein signifikanter Rückgang der Fluktuation spart Rekrutierungskosten und sichert den Kompetenzbestand.

Durch die Kombination dieser Kennzahlen können Führungskräfte den konkreten Wert der Investition in das Mitarbeitenderlebnis belegen – ohne direkte finanzielle Versprechen, aber mit nachweisbaren Performance-Verbesserungen.

Nutzen Sie das Mitarbeitenderlebnis, um Ihre digitale Transformation zu beschleunigen

Indem Sie das Mitarbeitenderlebnis ins Zentrum Ihrer Digitalstrategie stellen, vereinen Sie Kultur, Tools und Prozesse, um Abläufe zu optimieren und Engagement zu stärken. UX-Prinzipien für Onboarding, Workflows und Feedbackschleifen, kombiniert mit sauberen IT-Integrationen und sicherer Governance, entfalten das Potenzial Ihrer Teams. Klare Kennzahlen wie interner NPS, Produktivität und Fluktuation belegen den konkreten Einfluss des ME auf die Gesamtperformance.

Bei Edana begleiten unsere Expertinnen und Experten Organisationen bei der Konzeption maßgeschneiderter Mitarbeitenden-Pfade, modularer Architektur und kontinuierlicher KPI-Analyse. Wir stehen Ihnen zur Seite, um Ihr internes Erlebnis zum Wettbewerbsvorteil zu machen und Ihre Teams für die digitalen Herausforderungen von morgen zu rüsten.

Besprechen Sie Ihre Herausforderungen mit einem Edana-Experten

VERÖFFENTLICHT VON

Mariami Minadze

Mariami ist Expertin für digitale Strategien und Projektmanagement. Sie prüft die digitale Präsenz von Unternehmen und Organisationen aller Größen und Branchen und erarbeitet Strategien und Pläne, die für unsere Kunden Mehrwert schaffen. Sie ist darauf spezialisiert, die richtigen Lösungen für Ihre Ziele zu finden und zu steuern, um messbare Ergebnisse und einen maximalen Return on Investment zu erzielen.