Zusammenfassung – Der rasante Aufstieg der KI stellt das Produktdesign auf den Kopf: Die Erwartungen an schnelle Umsetzung und strategische Abstimmung verlangen von Teams die Verbindung aus Automatisierung und Moderation. Zwischen dem Builder-Modus, der rasch KI-basierte Prototypen und No-Code-Wireframes erstellt, und dem Orchestrator-Modus, der auf kollaborative Workshops und die Abstimmung zwischen Fachabteilungen, IT und Nutzern setzt, wird Flexibilität zum entscheidenden Faktor.
Lösung: Ein hybrides Modell einführen, das den Builder-Modus für standardisierte Ergebnisse und den Orchestrator-Modus für komplexe Projekte aktiviert, während Soft Skills, klare Zieldefinition und kontinuierliches Feedback für nachhaltigen Erfolg gestärkt werden.
Im Kontext, in dem KI die Konstruktionsmethoden tiefgreifend verändert, müssen Produktdesigner ihre Haltung überdenken, um leistungsfähig zu bleiben und Mehrwert zu schaffen. Zwischen der durch intelligente Werkzeuge ermöglichten schnellen Umsetzung und der Notwendigkeit einer strategischen Orchestrierung der Stakeholder zeichnen sich zwei Arbeitsweisen deutlich ab. Der erste, als „Builder-Modus“ bezeichnet, fokussiert sich auf die schnelle Produktion von Designartefakten mit starker Automatisierungsunterstützung. Der zweite, als „Orchestrator-Modus“ bekannt, hebt Soft Skills und Moderation hervor, um Fachabteilungen, IT und Nutzer um eine gemeinsame Vision zu versammeln. Die Fähigkeit, zwischen beiden wechseln zu können, ist entscheidend, um nachhaltige digitale Produkte erfolgreich zu gestalten.
Der Builder-Modus: beschleunigte Ausführung durch KI
Im Builder-Modus stützt man sich auf klare Anforderungen, um Designartefakte in hoher Geschwindigkeit zu liefern. Dabei automatisiert KI standardisierte Aufgaben, während die menschliche Finesse im ästhetischen Urteil erhalten bleibt.
Bedarfsklärung und KI-Einsatz
Im Builder-Modus ist der erste Schritt, die funktionalen Ziele und technischen Rahmenbedingungen präzise zu definieren. Die User Stories (User Stories) müssen so detailliert sein, dass semantische Generierungsalgorithmen automatisch Layouts oder erste Prototypen vorschlagen können.
Die KI fungiert dabei als Beschleuniger: Sie erstellt Drahtmodelle (Wireframes), schlägt Farbschemata vor oder optimiert Interface-Anordnungen. Ohne ein stringentes Framework kann die Produktion jedoch von den tatsächlichen Geschäftsanforderungen oder der visuellen Markenkohärenz abweichen.
Die Zusammenarbeit zwischen Designer und Produktteam bleibt essenziell, um diese automatisierten Outputs zu validieren. Der Designer verfeinert die Vorschläge, prüft die Barrierefreiheit und justiert die visuelle Hierarchie für eine optimale User Experience.
No-Code-Prototyping- und Wireframing-Tools
KI-gestützte No-Code-Plattformen verwandeln Entwürfe in interaktive Prototypen mit nur wenigen Klicks. UI-Komponenten werden automatisch gemäß der vom Designer definierten Struktur zusammengesetzt, was klassische Produktionsiterationsschleifen verkürzt.
Oft bieten diese Lösungen Bibliotheken wiederverwendbarer Komponenten, die sich flexibel anpassen lassen und eine visuelle Konsistenz über alle Bildschirme hinweg sicherstellen. Der Designer kann diese Bausteine anpassen, um Zeit zu sparen und dabei die Markenidentität zu wahren.
Der Hebeleffekt ist besonders wirkungsvoll bei einfachen Projekten wie Landing Pages, Formularen oder Minimal funktionsfähigen Produkten (MVP). Die Automatisierung repetitiver Aufgaben schafft Freiraum, um sich auf ästhetische Bewertungen und Interaktionsrelevanz zu konzentrieren.
Konkretes Beispiel: Mittelständisches Finanzdienstleistungsunternehmen (KMU)
Ein mittelständisches Finanzdienstleistungsunternehmen (KMU) setzte eine KI-gestützte No-Code-Plattform ein, um die Startseite seines neuen Kundenportals rasch zu gestalten. Der Auftrag war klar: Ein neues Angebot bewerben, ein Video einbinden und einen vereinfachten Registrierungsbereich bereitstellen.
Innerhalb von zwei Tagen generierte der Designer mehrere optimierte Wireframes und wählte schließlich das grafisch überzeugendste Layout aus. Der interaktive Prototyp wurde intern validiert und anschließend live geschaltet.
Dieses Projekt zeigt, dass der Builder-Modus mit KI-Unterstützung die übliche Gestaltungszeit für standardisierte Deliverables um über 70 % reduzieren kann, ohne visuelle und ergonomische Qualität einzubüßen.
Der Orchestrator-Modus: Moderation und strategische Ausrichtung
Im Orchestrator-Modus stehen die feine Abstimmung der Stakeholder-Interaktionen und eine gemeinsame Produktvision im Vordergrund. Kommunikations-, Verhandlungs- und Moderationsfähigkeiten sichern die Zusammenführung von IT-, Fach- und Nutzerperspektiven.
Stakeholder-Management und Kommunikation
Hier fungiert der Designer als Schnittstelle zwischen IT, Fachabteilungen und Endnutzern. Er sammelt deren Erwartungen und übersetzt sie in für alle verständliche Designziele.
Die Fähigkeit, technische, Marketing- und Geschäftsanforderungen zu kontextualisieren, ist entscheidend, um Missverständnisse und späte Nachbesserungen zu vermeiden. Der Designer im Orchestrator-Modus antizipiert Reibungspunkte und schlägt ausgewogene Kompromisse vor.
Diese Haltung stärkt Vertrauen und Commitment, minimiert Rückschritte und optimiert die Produkt-Roadmap. Grundlage ist eine transparente Kommunikation und verständliche visuelle Zusammenfassungen.
Gemeinsame Sessions und geteilte Vision
5 Best Practices für ein erfolgreiches Kick-off-Meeting in der Product-Discovery – ob physisch oder virtuell, machen Co-Creation-Workshops zum Herzstück des Orchestrator-Modus. Der Designer moderiert diese Sessions, um eine gemeinsame Vision zu entwickeln, Prioritäten abzustimmen und potenzielle Risiken zu identifizieren.
Methoden wie Design Sprints oder Customer-Journey-Mapping helfen, den Austausch zu strukturieren und die Funktionshierarchie sowie Nutzerpfade sichtbar zu machen.
Am Ende dieser Workshops stehen ein priorisiertes Backlog und eine klare Roadmap, mit der jede beteiligte Partei Auswirkungen, Zeitpläne und Ressourcenbedarf für die nächste Projektphase versteht.
Konkretes Beispiel: Öffentliche Einrichtung für Online-Weiterbildung
Eine öffentliche Weiterbildungseinrichtung beauftragte einen Designer im Orchestrator-Modus, um in einem Workshop Experten für Pädagogik, IT-Spezialisten und Lernvertreter zusammenzubringen.
Innerhalb von zwei Tagen kartografierte das Team die Nutzerreise, identifizierte Blockaden und einigte sich auf die Kernfunktionen des künftigen Portals.
Dieser Prozess zeigte, dass ein zeitlicher Mehraufwand in der Moderation über 80 % der späteren Anpassungen vorwegnehmen kann, wodurch Rückläufe auf Prototypen deutlich reduziert und die Entwicklungsphase beschleunigt werden.
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Wechsel zwischen Builder- und Orchestrator-Modus
Der Wechsel zwischen Builder- und Orchestrator-Modus ermöglicht eine designorientierte Anpassung an die Projektkomplexität. So verbindet man schnelle Umsetzung mit strategischer Kohärenz und fördert nachhaltige Innovation.
Kriterien für die Moduswahl
Der erste Maßstab ist der Reifegrad des Projekts: Ein Minimal funktionsfähiges Produkt (MVP) oder eine Conversion-Page passt häufig in den Builder-Modus, während eine umfassende Neugestaltung oder ein komplexes Ökosystem eine orchestrierende Herangehensweise erfordert.
Die Vielfalt und Anzahl der Stakeholder beeinflusst ebenso die Haltung: Je heterogener die Akteure, desto wichtiger wird die Moderationskompetenz, um gegenseitiges Verständnis zu sichern.
Schließlich können strategische und regulatorische Anforderungen eine feingliedrige Orchestrierung nötig machen, insbesondere wenn Sicherheits-, Zugänglichkeits- oder Governance-Richtlinien verschiedener Bereiche in Einklang zu bringen sind.
Transversale Kompetenzen entwickeln
Um den Modus wirksam zu wechseln, muss der Designer sein Repertoire an Soft Skills erweitern: aktives Zuhören, Verhandlungsführung, Pädagogik und situatives Leadership ergänzen das technische und ästhetische Know-how.
Regelmäßige Workshop-Praxis, Fortbildungen in Moderationstechniken und Lessons Learned stärken Selbstvertrauen und die Autorität des Designers als Schiedsrichter.
Eine Feedback-Kultur im Team ist essenziell, um die Wirkung beider Modi zu messen und die Designstrategie anhand von Nutzer-Feedback und Performance-Kennzahlen anzupassen.
Konkretes Beispiel: Forschungsinstitution
Eine auf Forschung und Innovation spezialisierte Institution nutzte zunächst den Builder-Modus, um in wenigen Tagen ein Projekt-Dashboard zu prototypisieren, und wechselte dann in den Orchestrator-Modus, um eine plattformübergreifende Kollaborationslösung einzuführen.
Der initiale Prototyp wurde via KI-Tool erstellt, mit einer Pilotgruppe validiert und anschließend in einer Workshop-Reihe mit Forschern, IT-Verantwortlichen und externen Partnern abgestimmt.
Diese hybride Strategie bewies die Effektivität der Modus-Kombination: schnelle funktionale Validierung und nachhaltige Akzeptanz dank kollektiver Mitgestaltung bereits in der Konzeptionsphase.
Hybrides Modell für Produktdesign
Der Builder-Modus liefert beschleunigte Ausführung für standardisierte Deliverables, während der Orchestrator-Modus strategische Kohärenz und Stakeholder-Commitment sicherstellt. Die kontextabhängige Kombination beider Vorgehensweisen optimiert Time-to-Market, Qualität und Langlebigkeit digitaler Produkte.
Durch den parallelen Ausbau technischer, ästhetischer und zwischenmenschlicher Kompetenzen werden Designer zu Facilitators, die Projekte end-to-end steuern und Nutzerbedürfnisse mit Geschäftsanforderungen in Einklang bringen.
Unsere Expertinnen und Experten begleiten Sie gerne auf diesem Weg und implementieren mit Ihnen ein flexibles, kollaboratives Produktdesign-Modell, das den Anforderungen der KI gerecht wird.
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