Zusammenfassung – Die Vielzahl digitaler Tools erschwert die Ermittlung des tatsächlichen Software-ROI, wenn man sich nur auf Lizenzkosten beschränkt. Durch die Kombination von Nutzungsreporting (Häufigkeit, Dauer, genutzte Module), spezifischen Fachkennzahlen und Governance (Lenkungsausschuss, Fach-Champions, zielgerichtete Schulungen) lassen sich Optimierungshebel identifizieren und Adoptionslücken schließen.
Lösung: Nutzungsverfolgung implementieren → KPIs pro Funktion anpassen → Steuerung strukturieren und Anwendungslandschaft verschlanken, um den Wert zu maximieren.
In einem Umfeld, in dem die Anzahl digitaler Werkzeuge stetig zunimmt, bleibt die Ermittlung des Software-Return-on-Investment (ROI) für viele Entscheidungsträger eine Herausforderung. Zu häufig wird er auf einen simplen Vergleich von Lizenzkosten und erwarteten Einsparungen reduziert, dabei beruht der wahre ROI auf einer Kombination aus greifbaren Ergebnissen und tatsächlicher Nutzung.
Eine erweiterte Perspektive, die Integration in die Fachprozesse und die Akzeptanz im Team in den Mittelpunkt stellt, ermöglicht die Verknüpfung des eingesetzten Budgets mit konkreten operativen Kennzahlen. Angesichts der wachsenden Anwendungsdichte erweist sich dieser pragmatische, kontextbezogene Ansatz als unabdingbar, um den nachhaltigen Wert Ihrer Softwareinvestitionen zu sichern.
Den echten Software-ROI messen
ROI ist mehr als eine finanzielle Formel. Er äußert sich durch den operativen Einfluss und die tatsächliche Nutzung Ihrer Business-Tools. Ein Wechsel von theoretischen Berechnungen zu einer Analyse auf Basis von Nutzungsdaten deckt Abweichungen auf und hilft, Prioritäten neu zu setzen.
Die Grenzen rein finanzieller Ansätze verstehen
Zahlreiche Organisationen berechnen den ROI, indem sie Lizenzkosten den angenommenen Einsparungen gegenüberstellen, etwa verkürzten Arbeitszeiten. Dieses Modell übersieht jedoch oft Nebenkosten wie Integration, Schulung, Support und Updates.
In der Praxis können versteckte Kosten entstehen, etwa durch fehlerhafte Konfiguration, ungenutzte Funktionen oder fehlendes Reporting zur Nutzerakzeptanz.
Diese Diskrepanz zwischen Planung und Realität führt häufig zu einem scheinbaren ROI, der strukturelle Nutzungsprobleme und Prozessineffizienzen kaschiert.
Nutzungsdaten sammeln, um den Wert zu objektivieren
Die Einführung von Tracking-Tools (Sitzungsreporting, Ereignisprotokollierung, Performance-Indikatoren) schafft eine sachliche Basis. So lässt sich messen, wie oft und wie lange welche Fachbereiche einzelne Module einsetzen.
Diese Daten zeigen, welche Funktionen tatsächlich genutzt werden und welche von den Teams unberührt bleiben.
In Kombination mit operativen Kennzahlen (Bearbeitungszeiten, Fehlerraten) kann der konkrete Einfluss auf die Geschäftstätigkeit quantifiziert werden. Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Ihre Geschäftsprozesse automatisieren und Ihre Betriebskosten optimieren.
Konkretes Beispiel eines Schweizer KMU aus der Industrie
Ein produzierendes Schweizer KMU führte eine Produktionsmanagement-Lösung ein, ohne die Nutzungsakzeptanz zu steuern. Nutzungsberichte zeigten, dass 70 % der Planungsfunktionen von den Bedienern nicht aktiviert wurden.
Anhand dieser Daten passte das Unternehmen das Rollout an und bot gezielte Schulungen an. Ergebnis: 15 % weniger Lieferverzögerungen und 25 % weniger Supportanfragen.
Dieses Beispiel verdeutlicht, wie nutzungsbasierte Steuerung das Rollout optimiert und Software zu einem echten operativen Hebel macht.
ROI-Kennzahlen an Fachbereiche anpassen
Jede Abteilung birgt spezifische Werttreiber. Die KPI müssen die Anforderungen von Produktion, Personal, Einkauf oder Finanzwesen widerspiegeln. Maßgeschneiderte Indikatoren garantieren, dass der ROI dort gemessen wird, wo er den größten Einfluss hat.
ROI im Personalwesen: Zeitersparnis und Selbstständigkeit
Für HR-Teams lässt sich der Nutzen eines HR-Informationssystems am Rückgang administrativer Aufgaben (Urlaubsabgleich, Abwesenheitsmanagement) festmachen.
Ein relevanter KPI ist die Anzahl der pro Monat eingesparten Arbeitsstunden, die als vermiedene Kosten oder für wertschöpfendere Tätigkeiten neu eingesetzt werden.
Die zunehmende Selbstständigkeit der Mitarbeitenden, gemessen am Anteil eigenständig durchgeführter Zeiterfassungen oder Spesenabrechnungen, ergänzt das Bild und unterstreicht qualitative Gewinne.
ROI in Einkauf und Finanzwesen: Datenqualität und Ausgabenkontrolle
Beschaffungs-Tools generieren ROI, indem sie korrekte Bestellungen ermöglichen und Ausgaben lückenlos nachverfolgbar machen.
Die Fehlerrate bei Rechnungen und die durchschnittliche Freigabedauer sind Schlüsselindikatoren für das Finanzwesen. Sie spiegeln Datenqualität und Prozesseffizienz wider.
Ein engmaschiges Monitoring von Budgetabweichungen, ergänzt durch ein automatisiertes Reporting, sichert die Governance und senkt die internen Prüfungskosten.
Beispiel einer Weiterbildungsabteilung einer öffentlichen Einrichtung
Eine Weiterbildungsabteilung eines öffentlichen Trägers führte eine Lernplattform (LMS) ein, ohne klare KPI zu definieren. Eine anschließende Analyse ergab, dass nur 30 % der Lernpfade abgeschlossen wurden.
Nach der Neudefinition der Indikatoren (Abschlussrate, durchschnittliche Lernzeit, Qualitätsfeedback) wurden Führungskräfte gezielt sensibilisiert.
Ergebnis: 65 % Abschlussrate nach sechs Monaten und 40 % weniger Erinnerungen durch die Führungsebene – ein Nachweis für den Wert passgenauer Fachkennzahlen.
Edana: Strategischer Digitalpartner in der Schweiz
Wir begleiten Unternehmen und Organisationen bei ihrer digitalen Transformation.
Adoptionssteuerung zur Wertmaximierung
Schulung und Change Management sind essenziell für einen optimalen ROI. Ohne tatsächliche Nutzung bleibt Software eine wiederkehrende Ausgabe. Ein strukturierter Begleitprozess sichert die Verankerung neuer Arbeitsweisen.
Governance der Nutzung etablieren
Ein Lenkungsausschuss mit IT-Leitung, Fachverantwortlichen und Sponsoren trifft sich regelmäßig, um Nutzungskennzahlen zu prüfen und Optimierungsmaßnahmen zu priorisieren.
Klare Rollenbeschreibungen (Super-User, Fach-Champions) fördern den Wissenstransfer und halten die Teams engagiert.
Dieses Governance-Framework verhindert das Verlöschen bewährter Praktiken und etabliert einen kontinuierlichen Feedback-Kreislauf.
Zielgerichtete, iterative Schulungen anbieten
Über die Initialschulungen hinaus erfolgt die Begleitung in Wellen und kurzen Modulen, um Aufmerksamkeit zu halten und Inhalte an das direkte Feedback anzupassen.
Praxisnahe Fallbeispiele und Erfahrungsberichte erhöhen Motivation und Lerntransfer.
Ein internes Tutoring oder E-Learning, kombiniert mit Fortschrittsmonitoring, sichert den fortlaufenden Kompetenzaufbau. Für eine reibungslosen und professionellen Onboarding-Prozess empfehlen wir unseren Leitfaden.
Beispiel eines Service-Centers in einem Dienstleistungsunternehmen
Ein Support-Center führte ein neues CRM-Tool ohne nachhaltige Begleitung ein. Nach zwei Monaten brach die Ticket-Erfassungsrate ein.
Ein gemeinsames Coaching in Kleingruppen und wöchentliches Monitoring strukturierten den Ansatz neu. Super-User vermittelten Best Practices und organisierten Workshops.
Innerhalb von drei Monaten stieg die korrekte Ticketerfassung von 55 % auf 90 %, was eine gesteigerte Nutzung und Servicequalität belegt.
Gouvernance und Konsolidierung des Software-Portfolios
Ein regelmäßiges Audit des Softwarebestands deckt Doppelungen, ungenutzte Tools und Risiken der Lieferantenbindung auf. Konsolidierung und Rationalisierung senken Kosten und stärken die Prozesskohärenz.
Anwendungen kartieren und priorisieren
Zunächst wird ein umfassendes Inventar aller Standard- und Individualanwendungen erstellt.
Jede Lösung wird anhand von Kritikalität, Nutzungsfrequenz und Total Cost of Ownership bewertet.
Diese Kartierung dient als Entscheidungsgrundlage für Beibehaltung, Konsolidierung oder Ersatz.
Nach geschäftlichem Einfluss und Risiko priorisieren
Anwendungen mit hohem Einfluss (kritische Produktionsphasen, Transaktionsprozesse) haben Vorrang bei Sicherheits- und Performance-Audits.
Wenig genutzte Tools oder funktionale Doppelungen sind Kandidaten für Deaktivierung oder Funktionsfusion.
Die Berücksichtigung der Lieferantenbindung ermöglicht es, künftige Flexibilität einzuschätzen und Migrationskosten zu planen.
Modulare und Open-Source-Lösungen nutzen
Der Einsatz von Open-Source-Bausteinen, integriert in eine gemeinsame Basis, minimiert Lizenzkosten und erlaubt kontrollierte Skalierbarkeit.
Hybride Architekturen kombinieren diese Komponenten mit maßgeschneiderten Entwicklungen, um passgenau auf Fachanforderungen zu reagieren.
Dieser kontextbezogene Ansatz vermeidet technologische Sackgassen und stärkt die Langfristigkeit Ihres Anwendungs-Ökosystems. Außerdem erfahren Sie, wie Sie Ihre Anwendungen modernisieren.
Software-ROI als strategischen Hebel nutzen
Die Messung und Steuerung des Software-ROI erfordert, über rein finanzielle Betrachtungen hinauszugehen und tatsächliche Nutzung, Team-Akzeptanz sowie Portfolio-Rationalisierung zu integrieren. Mit präzisen Fachkennzahlen, begleitendem Change Management und regelmäßiger Governance schaffen Sie eine kohärente, nachhaltige digitale Transformation.
Unsere Experten unterstützen Sie dabei, Ihr ROI-Steuerungsmodell aufzubauen, passende KPIs zu definieren und Ihr Software-Portfolio zu straffen – für Qualität, Kostentransparenz und Nachhaltigkeit. Entdecken Sie, wie Digitalisierung den Unternehmenswert steigert.
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