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Banken: Warum maßgeschneiderte Lösungen angesichts der Grenzen standardisierter Systeme wieder strategisch werden

Auteur n°3 – Benjamin

Von Benjamin Massa
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Zusammenfassung – Mit regulierter KI, Instant Payments, Open Finance und digitalem Euro stoßen Banken mit Standardsoftwarepaketen an ihre Grenzen in Agilität, Integration und Compliance, während die Roadmaps der Anbieter dem regulatorischen Tempo hinterherhinken. Funktionale Starrheit, Herstellerbindung und die Unfähigkeit, Scoring, Blockchain oder Echtzeit-Zahlungen anzupassen, bremsen Innovation und erhöhen regulatorische Risiken.
Lösung: Eine API-first-composable Architektur, die bewährte Module und maßgeschneiderte Bausteine, Data Mesh und souveräne Cloud vereint, gestützt von Agile Governance und DevOps, um Anpassungsfähigkeit, Compliance und beherrschten TCO zu garantieren.

In einem Umfeld, in dem standardisierte Banksuites lange den Markt dominierten, zwingt heute der Wettbewerbs- und Regulierungsdruck Finanzinstitute dazu, ihren Softwareansatz neu zu überdenken.

Angesichts der regulierten KI-Revolution, des Aufschwungs bei Echtzeitzahlungen, der Open Finance und des Digitalen Euro gehen technische und fachliche Anforderungen weit über die Funktionen standardisierter Pakete hinaus. Es geht nicht mehr nur darum, sich wiederholende Prozesse zu automatisieren, sondern in einem sich ständig wandelnden Umfeld zu innovieren und sich zu differenzieren. Maßgeschneiderte Entwicklungen auf Basis komposabler Architekturen werden so zu einer strategischen Säule, um Agilität, Compliance und Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten.

Die Grenzen standardisierter Banksuites angesichts der aktuellen Anforderungen

Standardlösungen sind in normierten Prozessen hervorragend, zeigen aber schnell ihre Schwächen, sobald es über die klassischen Workflows hinausgeht.Funktionale Starre, unüberschreitbare Update-Zyklen und begrenzte Integrationsfähigkeit mindern erheblich die Fähigkeit, Innovationen voranzutreiben und auf neue Regulierungen zu reagieren.

Starre gegenüber KI- und Blockchain-Innovationen

Standard-Banksoftware integriert zwar häufig sofort einsatzbereite KI-Module, doch diese generischen Versionen eignen sich nicht für proprietäre Modelle der Institute. Training von Scoring-Modellen oder Betrugserkennung basiert auf spezifischen Datensätzen und angepassten Algorithmen, was ein Paketprodukt ohne umfangreiche Individualisierungen nicht leisten kann.

Im Bereich Blockchain und Crypto-Custody operiert jedes Institut unter individuellen lokalen oder branchenspezifischen Regulierungsrahmen. Funktionen zur Sicherheit, Schlüsselverwaltung und Nachverfolgbarkeit erfordern eine feine Kontrolle des Codes – unvereinbar mit der Undurchsichtigkeit und Monolithik vieler Standardlösungen.

Regulatorische Kontrolle und dynamische Compliance

Regulierungsbehörden verordnen häufige Updates, um Richtlinien wie DORA, die EZB-Anforderungen zum Digitalen Euro oder SEPA-Instant-Vorgaben zu erfüllen. Standardanbieter veröffentlichen ihre Roadmaps oft quartalsweise, was zu kritischen Compliance-Lücken zwischen zwei großen Regulierungszyklen führen kann.

Solche Diskrepanzen können Phasen der Nicht-Konformität verursachen und das Institut finanziellen sowie strafrechtlichen Risiken aussetzen. Eine schnelle Anpassung der Software für neue Berichte oder Prozesse ist ohne enge Zusammenarbeit mit dem Hersteller und zusätzliche Customizing-Kosten oft unmöglich.

Kundenindividualisierung und Differenzierung

In einem gesättigten Markt streben Banken nach maßgeschneiderten Customer Journeys: kontextbezogenes digitales Onboarding, personalisierte Produktpanels und automatisierte Beratungstools. Standardmodule bieten selten die granulare Konfigurationsfreiheit, die dafür notwendig ist.

Warum eine komposable Architektur die Lösung ist

Eine komposable Architektur vereint die Stabilität bewährter Standardmodule mit der Agilität maßgeschneiderter Komponenten.Dieses hybride Modell, basierend auf API-First-Prinzipien, ermöglicht kontinuierliche Weiterentwicklung und Integration neuer Technologien bei gleichzeitig kurzer Time-to-Market.

Kombination von Standardmodulen und maßgeschneiderten Bausteinen

Der Ansatz Composable beruht auf der Auswahl bewährter Module für Basisfunktionen – Kontoführung, SEPA-Zahlungen, Reporting – und der gezielten Entwicklung kritischer Komponenten: Scoring, Kundenportal, Automatisierung von Echtzeitzahlungen. Diese Konfiguration sichert eine solide, sichere Grundlage und schafft gleichzeitig Raum für gezielte Innovation.

So lassen sich regulatorische Services schneller auf den Markt bringen, während Forschungs- und Entwicklungsressourcen auf differenzierende Anwendungsfälle fokussiert werden. Updates der Standardkomponenten erfolgen losgelöst von den maßgeschneiderten Entwicklungen und minimieren Regressionsrisiken.

Ein Bankkonzern hat etwa ein individuelles Front-End entwickelt, das an eine Standard-Kernbanklösung angebunden ist. Diese Co-Existenz ermöglichte die Einführung eines Instant-Kreditkonfigurators, der exakt auf Geschäftsanforderungen zugeschnitten ist, ohne auf die Roadmap des Hauptanbieters warten zu müssen.

Composable-Architekturen setzen auf API-First-Prinzipien mit RESTful oder GraphQL, um jeden Service zu exponieren. Diese Fein-Granularität erleichtert die Orchestrierung von Workflows und die Integration neuer Features wie Kontenaggregation oder Verbindungen zu Neobanken-Plattformen.

Data Mesh fördert eine dezentrale Daten-Governance, in der jedes Fachgebiet seine Pipelines selbst verwaltet. So werden IT-Teams von Engpässen befreit und Datasets schneller für Analysen oder KI-Trainings bereitgestellt.

Ergänzt durch eine souveräne oder hybride Cloud-Infrastruktur Microsoft Cloud Azure in der Schweiz, garantiert Data Mesh die Datenlokalisierung gemäß regulatorischer Vorgaben und bietet zugleich die Elastizität und Resilienz öffentlicher Clouds. Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebungen synchronisieren sich über automatisierte Workflows, wodurch Konfigurationsfehler minimiert werden.

In einem Pilotprojekt segmentierte ein Maschinenbauer seine kommerziellen, finanziellen und operativen Daten in einem Data Mesh. Dadurch konnte ein Echtzeit-Wartungsvorhersagemodell gestartet werden, das regulatorischen Reportings und Souveränitätsanforderungen gerecht wird.

Technologische Unabhängigkeit als Agilitätshebel

Die Befreiung vom Anbieterzwang eröffnet schnelle, kontrollierte Weiterentwicklungen, ohne von den Zeitplänen und Entscheidungen eines proprietären Herstellers abhängig zu sein.Die gewonnene Flexibilität stärkt die Fähigkeit, auf regulatorische oder technologische Veränderungen agil zu reagieren.

Vendor-Lock-In entkommen und schnell schwenken

Proprietäre Lösungen binden oft mit mehrjährigen Verträgen und hohen Exit-Kosten. Durch den Einsatz von Open-Source-Komponenten und maßgeschneiderten Entwicklungen behält die Bank die volle Kontrolle über Code, Deployments und Weiterentwicklungen.

Agile Governance und schnelle Weiterentwicklungen

Eine Governance mit kurzen Zyklen, inspiriert von DevOps- und Agile-Methoden, erleichtert die Priorisierung der Vorhaben. Fachbereiche und IT arbeiten in gemeinsamen Backlogs, mit regelmäßigen Reviews zur Anpassung der Roadmap.

ROI und TCO im Griff

Entgegen gängiger Vorurteile führt Maßarbeit nicht zwangsläufig zu höheren Gesamtbetriebskosten. Durch die Wiederverwendung modularer Bausteine, Cloud-Architektur und die Automatisierung von CI/CD-Pipelines werden Betriebs- und Wartungskosten optimiert. Total Cost of Ownership

Maßgeschneiderte Lösungen für KI und Echtzeitzahlungen

Erweiterte Funktionen für Scoring, Risikomanagement und Echtzeitzahlungen erfordern eine maßgeschneiderte Orchestrierung, weit über den Standard hinaus.Nur ein gezielter Ansatz kann für diese kritischen Prozesse Performance, Sicherheit und Compliance gewährleisten.

Scoring und Risikomanagement

Kredit-Scoring-Modelle und Betrugserkennung erfordern präzise angepasste Algorithmen, die Verhaltensdaten, Transaktionsströme und externe Signale wie makroökonomische Indizes integrieren.

Integration des Digitalen Euro

Der Digitale Euro verlangt nach Tokenisierungs- und Offline-Abwicklungsmechanismen, die in den Roadmaps standardisierter Banklösungen noch fehlen. Token-Transfers erfordern eine Vertrauenskette, ein prüfbares Register und spezifische Reconciliation-Protokolle.

Eine Bank testete Pilot-Transaktionen mit Digitalem Euro zwischen institutionellen Kunden. Ihre maßgeschneiderte Plattform bewies die Zuverlässigkeit und Schnelligkeit der Transaktionen bei voller Einhaltung regulatorischer Vorgaben.

Echtzahlungsverkehr und Open Finance

Echtzeitzahlungen wie SEPA Instant erfordern eine 24/7-Orchestrierung, extrem niedrige Latenz und Echtzeit-Exception-Handling. Echtzeitzahlungen

Open Finance verlangt kontrollierte Öffnung von Kundendaten für Dritte über sichere APIs mit Quoten, Zugriffsprotokollierung und granularen Consent-Mechanismen.

Eine große E-Commerce-Plattform baute eigenständig ihre Infrastruktur für Echtzeitzahlungen und Open-Finance-APIs auf. Dadurch konnte sie in weniger als sechs Monaten ein Partner-Ökosystem von FinTechs etablieren, ohne auf einen monolithischen Anbieter angewiesen zu sein.

Kombinieren Sie Maßgeschneidertes und Standard für eine agile Bank im Jahr 2025

Standardisierte Banksuites bleiben unverzichtbar für repetitive Prozesse und grundlegende regulatorische Anforderungen. Ihre Starre offenbart jedoch schnell Grenzen bei Innovation, Differenzierung und durchgängiger Compliance.

Eine komposable Architektur, die Standard-Bausteine mit maßgeschneiderten Entwicklungen verbindet, ist der Schlüssel zu Agilität, Skalierbarkeit und technologischer Unabhängigkeit. Sie unterstützt die rasche Integration regulierter KI, Echtzeitzahlungen, Open Finance und des Digitalen Euro bei kontrollierten Total Cost of Ownership.

Unsere Expertinnen und Experten begleiten Finanzinstitute bei der Konzeption kontextbezogener, modularer und sicherer Lösungen, die perfekt auf Ihre digitale Roadmap und regulatorischen Vorgaben abgestimmt sind.

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Von Benjamin

Digitaler Experte

VERÖFFENTLICHT VON

Benjamin Massa

Benjamin ist ein erfahrener Strategieberater mit 360°-Kompetenzen und einem starken Einblick in die digitalen Märkte über eine Vielzahl von Branchen hinweg. Er berät unsere Kunden in strategischen und operativen Fragen und entwickelt leistungsstarke, maßgeschneiderte Lösungen, die es Organisationen und Unternehmern ermöglichen, ihre Ziele zu erreichen und im digitalen Zeitalter zu wachsen. Die Führungskräfte von morgen zum Leben zu erwecken, ist seine tägliche Aufgabe.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zu maßgeschneiderten Banking-Lösungen

Welche Vorteile bietet eine Composable-Architektur für eine Bank?

Eine Composable-Architektur ermöglicht die Kombination bewährter Standardmodule mit individuell entwickelten Bausteinen. Sie bietet die Agilität, neue Funktionen schnell zu integrieren, eine bessere Wartbarkeit durch die Isolation der Komponenten und eine hohe Skalierbarkeit durch unabhängige Aktualisierungen. So kann die Bank in differenzierenden Anwendungsfällen innovieren, ohne die Stabilität von Basisprozessen und regulatorischen Abläufen zu gefährden.

Wie bewertet man den ROI eines maßgeschneiderten Banking-Projekts?

Die ROI-Bewertung basiert auf Kennzahlen wie der Reduzierung der Time-to-Market, operativen Produktivitätsgewinnen, der Kontrolle der Total Cost of Ownership (TCO) und der Fähigkeit, neue umsatzgenerierende Services einzuführen. Es ist entscheidend, von Beginn an fachliche und technische KPIs festzulegen (Adoptionsrate, Dauer der regulatorischen Updates, Wartungskosten), um die Auswirkungen auf die Gesamtleistung zu messen.

Welche Risiken birgt ein Vendor-Lock-in bei einer Standardlösung?

Ein Vendor-Lock-in kann eine Abhängigkeit vom Anbieter schaffen, hohe Lizenz- und Anpassungskosten verursachen und Updates zeitlich an die Roadmap des Anbieters binden. Bei sich ändernden Anforderungen oder dringenden regulatorischen Vorgaben kann die Bank handlungsunfähig werden und mit Nichtkonformitätsstrafen oder hohen Migrationskosten konfrontiert werden.

Wie stellt man die fortlaufende regulatorische Compliance bei maßgeschneiderter Software sicher?

Maßgeschneiderte Lösungen profitieren von kurzen Entwicklungszyklen basierend auf einer API-first- und DevOps-Strategie, die eine schnelle Integration neuer Vorgaben wie DORA, SEPA Instant oder Digital-Euro-Spezifikationen ermöglicht. Eine agile Governance koordiniert IT- und Fachbereiche über gemeinsame Backlogs und gewährleistet reaktive Updates, ohne von externen Release-Plänen abhängig zu sein.

Was sind die wichtigsten Schritte für den Erfolg eines maßgeschneiderten Softwareprojekts?

Ein maßgeschneidertes Projekt gliedert sich in fünf Phasen: Analyse der Prozesse und Geschäftsanforderungen, Definition der Composable-Architektur, inkrementelle Modulentwicklung, automatisierte Tests und schrittweises Deployment. In jeder Phase sorgt die enge Zusammenarbeit von Fachexperten, Entwicklern und DevOps-Teams für eine kontextbezogene, sichere und skalierbare Lösung, die zur digitalen Roadmap der Bank passt.

Welche KPIs sollte man zur Erfolgsmessung eines maßgeschneiderten Rollouts verfolgen?

Wesentliche KPIs sind die Time-to-Market neuer Funktionen, die Serviceverfügbarkeitsrate, die wartungsbezogenen Einzelkosten und die Zufriedenheit interner Nutzer sowie Endkunden. Ergänzend können Compliance-Indikatoren (Dauer regulatorischer Updates) und Performance-Metriken (Latenz bei Instant-Zahlungen, Genauigkeit von KI-Scorings) herangezogen werden.

An welchen Punkten stößt eine Standardlösung an ihre Grenzen?

Standardlösungen zeigen schnell ihre Starrheit, wenn es um die Anpassung von Workflows, das Training von KI-Modellen mit proprietären Daten oder die Integration von Blockchain- und Crypto-Custody-Funktionen geht. Sie erzwingen synchrone Updates und bieten kaum Granularität bei User Journeys und der Tokenisierung des Digitalen Euros.

Wie organisiert man die agile Governance einer maßgeschneiderten Plattform?

Agile Governance kombiniert DevOps-Zyklen, ein gemeinsames Backlog für Fachbereiche und IT sowie regelmäßige Reviews zur Anpassung der Roadmap. Jeder Bereich verwaltet seine Daten über ein Data Mesh zur Förderung von Autonomie und Vermeidung von Flaschenhälsen. API-first-Ansätze und CI/CD-Tools gewährleisten eine transparente und reaktive Steuerung von Weiterentwicklungen.

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