Zusammenfassung – Der Wechsel zu einem neuen ERP gestaltet Ihre Prozesse, Datenflüsse und Ihr Wachstumspotenzial neu; das Scheitern ist häufig auf unzureichende Planung und Governance zurückzuführen, nicht auf die Lösung selbst. Die tatsächlichen Anforderungen ermitteln Sie mit einer Fachprozesslandkarte und kollaborativen Workshops; KPI definieren, Module mit hohem ROI priorisieren und eine agile, iterative Vorgehensweise ermöglichen einen schnellen, kontrollierten Rollout.
Lösung: geteilte Governance, Stammdatenmanagement, modulare Architektur und agile Steuerung, um Ihre Migration in einen dauerhaften Performancehebel zu verwandeln.
Ein ERP-Wechsel bindet die Organisation weit über die reine Aktualisierung eines IT-Systems hinaus. Diese grundlegende Entscheidung prägt Prozesse, Datenflüsse und die Fähigkeit, auf Wachstumsanforderungen zu reagieren. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) liegt das größte Risiko weniger in der Wahl der Lösung als in der Art und Weise, wie die Umstellung geplant und gesteuert wird.
Dieser Beitrag stellt die wesentlichen Prinzipien für eine erfolgreiche digitale Transformation vor: die tatsächlichen Bedürfnisse identifizieren, alle Beteiligten mobilisieren, einen agilen Ansatz wählen und Prozesse neu denken. Ziel ist es, dieses Projekt in einen nachhaltigen Performancehebel zu verwandeln, der Skalierbarkeit, Sicherheit und operative Effizienz gewährleistet. Mit einem pragmatischen, fachzentrierten Vorgehen lassen sich greifbare Investitionsrenditen erzielen und eine schnelle, kontrollierte Einführung sicherstellen.
Klarheit über die tatsächlichen Anforderungen schaffen, ohne zu überdimensionieren
Die Grundanforderungen zu identifizieren verhindert, dass das Projekt in unnötigen Spezifikationen versinkt. Ein passender Projektumfang erleichtert die Ausrichtung an den Unternehmenszielen und verkürzt die Implementierungszeiten.
Vor jeder ERP-Auswahl ermöglicht eine präzise Prozesslandkarte, die unverzichtbaren Funktionen von übermäßigen Anpassungswünschen zu trennen. Diese Phase basiert auf kollaborativen Workshops mit Key-Usern und Prozessverantwortlichen. Ziel ist es, eine gemeinsame Sicht auf die tatsächlichen Anforderungen zu gewinnen, bevor ein Pflichtenheft für das ERP erstellt wird.
Eine detaillierte Analyse der aktuellen Workflows zeigt häufig Abweichungen zwischen offiziellen Verfahren und gelebten Praktiken. Solche Differenzen können auf verborgene Bedürfnisse oder redundante Abläufe hinweisen. Indem der Projektumfang bereinigt und unnötige technische Schichten vermieden werden, gewinnt das Unternehmen an Transparenz und Agilität.
Schließlich ermöglicht eine frühzeitige Beschränkung der funktionalen Anforderungen eine bessere Kontrolle über Budget und Projektdauer. Ein enger definierter Umfang liefert schneller Rendite (ROI) und schafft Spielraum für spätere Erweiterungen.
Bestehende Geschäftsprozesse verstehen
Die Ist-Analyse sollte Finanzverantwortliche ebenso einbeziehen wie operative Anwender vor Ort. Interviews und Beobachtungen decken informelle Abläufe auf, die der Managementebene oft verborgen bleiben. Solche Abweichungen können in einem überdimensionierten ERP-System zu komplexen und kostenintensiven Konfigurationen führen.
Die Dokumentation von Datenflüssen und Interaktionsmustern hilft, Redundanzen und Engpässe zu identifizieren. Diese Gesamtübersicht bildet die Grundlage für einen kohärenten Funktionsumfang. Jeder validierte Prozess lässt sich später durch ein Standardmodul oder eine entsprechende Konfiguration im zukünftigen System abbilden.
Ein mittelständisches Industrieunternehmen entdeckte beispielsweise, dass es fünf parallel geführte Tabellenkalkulationen für die Materialbeschaffung nutzte und dadurch monatlich Bestandsabweichungen von über 15 % erzeugte. Diese Erkenntnis machte den Einsatz komplexer Spezialmodule überflüssig und zeigte, dass eine standardmäßige Bestandsverwaltung ausreichte, um die Lagerbestände zuverlässig zu steuern.
Klare Geschäftsziele definieren
Eine ERP-Umstellung gewinnt an Relevanz, wenn jedem Ziel ein konkreter Leistungsindikator (KPI) zugeordnet ist. Ob es um die Rechnungsstellungsdauer, die Lagerumschlagshäufigkeit oder den Finanzabschlusszyklus geht – ein KPI für jeden Bedarf sorgt für präzise Zielvorgaben und vermeidet die Entwicklung von Funktionen ohne eindeutigen Mehrwert.
Die Einbindung der Fachabteilungen in die Definition dieser KPIs fördert die Akzeptanz des Projekts. Jede technische Anforderung wird mit einem messbaren Nutzen verknüpft, was ein realistisches Budget und schnelle Entscheidungen unterstützt. Dieser Ansatz beugt funktionalen Ausuferungen vor und lenkt die Lösung auf den tatsächlichen Mehrwert.
Die Erhebung quantifizierter Ziele ermöglicht zudem eine frühzeitige Planung der Abnahmetests. Die Teams verfügen über klare Vorgaben, um die Konformität des neuen ERP-Systems mit den fachlichen Erwartungen zu prüfen, was Vertrauen schafft und kostspielige Rückschritte minimiert.
Wesentliche Funktionen priorisieren
Die Fokussierung auf Module mit hoher operativer Wirkung beschleunigt das Time-to-Value. Kritische Funktionen werden zuerst in Betrieb genommen, während weniger dringende Features in nachfolgende Phasen verschoben werden. Diese Priorisierung basiert auf der Prozesslandkarte und den definierten KPIs.
Die Projektaufteilung in Phasen ermöglicht eine schnelle Bereitstellung der Kernfunktionen und eine schrittweise Erweiterung. Dieser Ansatz reduziert das Risiko einer Überlastung und bietet die Chance, nach jeder Phase Kurskorrekturen vorzunehmen. Dies ist eines der Kernprinzipien einer erfolgreichen ERP-Umstellung.
Durch die Beschränkung des ersten Umfangs auf unverzichtbare Module behält das Unternehmen Budget und Schulungsaufwand im Griff. Die Anwender gewinnen Vertrauen in ein stabiles und skalierbares System, bevor weiterführende Funktionen eingeführt werden.
Stakeholder frühzeitig einbinden, um Akzeptanz zu sichern
Die Einbindung von Anwendern, Geschäftsleitung und Technikteams von Beginn an schafft eine gemeinsame Projektvision. Die Beteiligung von Sponsorinnen und fachlichen Multiplikatoren erleichtert Entscheidungen und stärkt das Engagement.
Ein multidisziplinäres Lenkungsgremium, bestehend aus IT-Abteilung, Finanzen, operativen Bereichen und Fachvertretern, fördert die Zielübereinstimmung und die Reaktionsfähigkeit bei Hindernissen. Exekutive Sponsorinnen gewähren die notwendige Legitimation, um Blockaden schnell zu überwinden.
Regelmäßige Workshops sichern die Kohärenz zwischen technischen Rahmenbedingungen und geschäftlichen Anforderungen. Diese Sitzungen dienen der Validierung von Parametrierungsentscheidungen, der Antizipation von Schulungsbedarf und der Feinjustierung der Roadmap.
Die aktive Teilnahme künftiger Anwenderinnen an Validierungssessions ermöglicht, Widerstände frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen. Dies minimiert Datenübertragungsrisiken und eine mangelhafte Systemakzeptanz.
IT-Abteilung und Fachbereiche in Einklang bringen
Das Alignment zwischen IT-Abteilung und Fachbereichen basiert auf einer prozessorientierten Sprache statt auf Technologiejargon. Der Fokus auf geschäftliche Mehrwerte statt auf technische Features erleichtert das gegenseitige Verständnis. So kann die IT passende Lösungen vorschlagen und die Fachbereiche ihre Prioritäten ohne übermäßige Komplexität formulieren.
Außerdem bieten einfache Projektgovernance-Modelle in einem kollaborativen Tool volle Transparenz über Fortschritt und Entscheidungen. Diese Sichtbarkeit verhindert Missverständnisse und stellt einen reibungslosen Rollout sicher.
Exekutive Sponsorinnen mobilisieren
Die Benennung eines exekutiven Sponsors erleichtert die Budget- und Funktionsentscheidungen. Diese Führungskraft auf höchster Ebene adressiert strategische Prioritäten und stellt die notwendigen internen Ressourcen bereit. Ohne entsprechende Unterstützung kann das Projekt in Interessenkonflikten oder konkurrierenden Anforderungen stecken bleiben.
Der Sponsor bestätigt die wichtigen Meilensteine und kommuniziert regelmäßig mit der Geschäftsleitung. Dadurch gewinnt das Projekt an Glaubwürdigkeit und Abweichungen im Zeitplan oder zusätzliche Finanzbedarfe werden umgehend behandelt.
Beispielsweise ernannte ein Unternehmen aus der Industrie seinen COO zum Sponsor der ERP-Migration. Dadurch konnten Widerstände bei der Neuausrichtung der logistischen Abläufe überwunden werden. Das Projekt blieb im Zeitplan und erreichte die gesteckten Ziele.
Laufende Kommunikation sicherstellen
Ein strukturiertes Kommunikationskonzept umfasst regelmäßige Statusupdates, kompakte Informationsunterlagen und Erfahrungsberichte von Anwendern. So bleibt die Akzeptanz erhalten und schwache Signale von Unzufriedenheit oder Missverständnissen werden früh erkannt.
Interne Newsletter oder dedizierte Kollaborationsplattformen bieten einen transparenten Kanal, um Fortschritte, Erfolge und Herausforderungen zu teilen. Berichte von Pilotanwendern stärken die Projektlegitimation und fördern den schrittweisen Know-how-Aufbau.
Schließlich sorgt das systematische Feedback-Management in den Lenkungsgremien für eine fortlaufende Optimierung. Jede Anpassung wird dokumentiert und in die Planung integriert, um eine kontrollierte Skalierung sicherzustellen.
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Funktionale Flexibilität akzeptieren und Agilität leben
Flexible Parametrisierungen reduzieren das Risiko von Blockaden durch zu rigide Anforderungen. Der agile Ansatz setzt auf regelmäßige Lieferungen und Anpassungen basierend auf Nutzerfeedback.
Eine agile Projektmethodik für ein ERP-Vorhaben bedeutet, den Rollout in funktionale Sprints zu unterteilen und in jeder Iteration ein kohärentes Modulpaket auszuliefern. So lassen sich rasch Nutzerrückmeldungen sammeln und der Projektumfang in Echtzeit anpassen.
Funktionale Flexibilität heißt, Prozesse nicht im ursprünglichen Lastenheft einzufrieren. Vielmehr sind Anpassungen integraler Bestandteil des Vorhabens – ein Erfolgsfaktor bei regulatorischen oder geschäftlichen Veränderungen.
Dieser Ansatz gewährleistet bessere Zeit- und Kostenkontrolle und steigert die Implementierungsqualität durch stetiges Nutzerfeedback.
Agiler Ansatz bei der Konfiguration
Die Iterationsimplementierung ermöglicht zunächst die Bereitstellung der Basismodule (Finanzbuchhaltung, Einkauf, Lager) und anschließend schrittweise Ergänzungen. Jeder Zyklus umfasst Planung, Entwicklung, Validierung und Rollout.
Agilität verringert den „Big Bang“ und senkt das Risiko einer massiven Ablehnung durch Anwender. Schulungen und Dokumentationen erfolgen im Takt der gelieferten Module.
Ein Handelshaus entschied sich für eine vierphasige Auslieferung. Diese Aufteilung erlaubte Korrekturen und Feineinstellungen, während das ERP-System stabil blieb. Das Beispiel zeigt: Agilität verbessert Qualität und Termintreue.
Wertorientierte Iterationen
Jede Iteration wird durch einen klar definierten geschäftlichen Mehrwert gesteuert: eine kürzere Rechnungsstellungsdauer, verlässliche Bestände oder verbesserte Finanzberichterstattung. Die Sprintziele orientieren sich an diesen Zielgrößen.
Durch die Priorisierung von Funktionen mit hohem ROI in einem ERP-Projekt können Unternehmen Investitionen besser rechtfertigen und bei Abweichungen schnell nachsteuern. Dieses Wertprinzip sorgt dafür, dass jedes Release einen messbaren operativen Nutzen liefert.
Funktionale Anpassungen leiten sich direkt aus den Leistungsindikatoren ab und stellen sicher, dass das ERP die Unternehmensstrategie wirkungsvoll unterstützt. Dieses wertbasierte Steuerungsmodell minimiert unnötige Entwicklungen und stärkt die Akzeptanz.
Change Management und Erfahrungsrückfluss
Die Dokumentation der Lessons Learned nach jeder Teilimplementierung fließt in das Backlog des Projektteams ein. Identifizierte Zwischenfälle werden vor der nächsten Phase behoben, was die Systemstabilisierung kontinuierlich verbessert.
Lenkungsgremien integrieren einen Punkt zu gewonnenen Erkenntnissen – sowohl funktional als auch organisatorisch. Diese Governance stellt eine durchgängige Erwartungsharmonisierung sicher.
Am Ende jedes Sprints wird ein formaler Review durchgeführt, um Erfolge zu bestätigen und Anpassungen zu planen. Dieser kurze Zyklus zwischen Auslieferung und Feedback stärkt das Vertrauen der Fachbereiche und hält den Projektschwung aufrecht.
Prozesse optimieren und Systemevolvabilität sicherstellen
Die Migration auf ein neues ERP bietet die Chance, Workflows neu zu gestalten und Aufgaben mit geringem Mehrwert zu automatisieren. Datengovernance und zukunftsorientierte Architektur sichern langfristige Robustheit.
Die Migration auf ein neues ERP ist eine einmalige Gelegenheit, Workflows zu überarbeiten und manuelle Schritte zu automatisieren. Diese Optimierung basiert auf der Analyse realer Prozesslandkarten.
Parallel dazu muss eine klare Datengovernance definiert werden, um Qualität, Nachvollziehbarkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Klare Regeln zu Berechtigungsmanagement und Datenaufbewahrung erleichtern Skalierung und regulatorische Compliance.
Schließlich ist die antizipative Planung der Systemevolvabilität essenziell, um Technologieengpässe zu vermeiden. Die gewählte Architektur sollte modular, offen und idealerweise auf Open-Source-Prinzipien ausgerichtet sein.
Workflows für mehr Effizienz neu gestalten
Jeder in der Konzeptionsphase identifizierte Prozess wird überarbeitet, um Aufgaben ohne Mehrwert zu eliminieren. Automatisierte Datenerfassungen, Echtzeit-Integration mit Logistik- und Finanzmodulen sowie digitale Freigabeworkflows glätten den operativen Ablauf.
Datengovernance und Sicherheit
Ein zentrales Stammdatenmanagement (Master Data Management) garantiert Konsistenz und Verlässlichkeit der gemeinsamen Informationen. Die Governance-Regeln müssen Rollen, Verantwortlichkeiten und Validierungszyklen für jede Datenkategorie festlegen.
Die Absicherung erfolgt durch Verschlüsselung sensibler Daten, feingranulare Berechtigungsvergabe und lückenlose Zugriffstransparenz. Diese Maßnahmen schützen das Unternehmen vor Compliance-Verstößen und externen Bedrohungen.
Evolvabilität sichern und Vendor Lock-in vermeiden
Eine modulare Open-Source-Lösung minimiert die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter. So lassen sich Erweiterungen hinzufügen oder Module anpassen, ohne hohe Lizenzkosten oder Kompatibilitätseinschränkungen zu befürchten.
Bereits in der Konzeptionsphase sollte eine serviceorientierte Architektur (SOA) oder ein Microservices-Ansatz eingeplant werden. Das vereinfacht die Integration externer Tools und ermöglicht unabhängige Updates ohne Systemstörungen.
Nutzen Sie Ihre ERP-Umstellung als nachhaltigen Wettbewerbsvorteil
Der Erfolg einer ERP-Migration ruht auf vier Säulen: präzise Bedarfsermittlung, geteilte Governance zwischen Fachbereichen und IT, ein agiler Ansatz zur Anpassung des Umfangs sowie die Neugestaltung von Prozessen zur Effizienzsteigerung. Eine durchdachte Datengovernance und eine zukunftsfähige Architektur minimieren Vendor Lock-in-Risiken und sichern zukünftige Entwicklungen.
KMU, die ihre ERP-Umstellung als strategisches Projekt betrachten statt als rein technische Aktualisierung, verwandeln diese Herausforderung in einen Performancetreiber. Ob Sie CIO, Leiter der IT-Abteilung oder Geschäftsleitung sind – unsere Experten für Open-Source- und Hybridlösungen begleiten Sie in jeder Phase, von der Strategie bis zur operativen Umsetzung.
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