Kategorien
Digital Consultancy & Business (DE) Featured-Post-Transformation-DE

Vorbereitung einer Ausschreibung für ein Informationssystem: Schlüssel zur Absicherung Ihres Projekts

Auteur n°3 – Benjamin

Von Benjamin Massa
Ansichten: 9

Zusammenfassung – Um Ihre IS-Transformation abzusichern, ist es entscheidend, die Vorphase durch eine Geschäftsanalyse, die Bestandsaufnahme des bestehenden Informationssystems und die Erstellung eines Masterplans zu strukturieren, der auf Strategie und operationelle Risiken ausgerichtet ist. Ein präzises, anpassbares Lastenheft, das funktionale, technische, Sicherheits- und Betriebs- sowie Wartungsanforderungen umfasst, kombiniert mit einer umfassenden TCO-Budgetplanung, garantiert vergleichbare und realistische Angebote. Die Ausschreibung wird so zum Instrument kollektiver Intelligenz dank Einbindung der Fachbereiche, Co-Creation-Workshops und transparenter Auswahlkriterien.
Lösung: Jede Phase mit dedizierter Expertise begleiten, um eine modulare, Open-Source- und zukunftssichere Architektur zu implementieren.

Die Vorbereitung einer Ausschreibung für ein Informationssystem wird oft als bloßer Verwaltungsschritt wahrgenommen. Dabei handelt es sich um eine strategische Aufgabe, die die digitale Transformation und die Nachhaltigkeit Ihrer Investition entscheidend steuert. Bevor Sie Lösungen oder Dienstleister anfragen, sind gründliche Phasen der Geschäftsprozessanalyse, die Bestandsaufnahme der vorhandenen Infrastruktur und die Definition eines Masterplans unerlässlich. Diese Vorarbeiten schaffen ein gemeinsames Verständnis der Anforderungen, stellen die Übereinstimmung mit der Unternehmensstrategie sicher und minimieren Risiken.

Dieser Artikel erläutert die Schlüssel zur Strukturierung dieser Vorbereitungsphase, zur Erstellung eines flexiblen Lasten- und Pflichtenhefts, zur Budgetierung des Gesamtprojekts und zeigt auf, wie Sie die Ausschreibung als Hebel für kollektive Intelligenz nutzen.

Strukturierung der Vorbereitungsphase: Diagnosen und strategische Ausrichtung

Eine präzise Definition des Umfangs und der Geschäftsziele verhindert Projektabweichungen und Kostenüberschreitungen. Die Dokumentation des Ist-Zustands und die Ausarbeitung eines Masterplans sichern die Kohärenz zwischen dem digitalen Zielbild und der operativen Realität.

Analyse des funktionalen Umfangs und der Geschäftsziele

Jedes Projekt für ein Informationssystem beginnt mit der sorgfältigen Identifikation der Schlüsselprozesse und der beteiligten Stakeholder.

Ein Fokus auf die Geschäftsziele – Produktivitätssteigerung, Datenqualität oder Verbesserung der Nutzererfahrung – ermöglicht die Priorisierung der Anforderungen.

Ziel ist es, eine konsolidierte Liste der erwarteten Funktionen zu erstellen und die Anwendungsfälle nach ihrer strategischen Bedeutung zu gewichten.

Bestandsaufnahme der bestehenden IS-Architektur

Die Bestandsaufnahme des Informationssystems umfasst Inventar von Anwendungen, Datenbanken, Schnittstellen und Datenflüssen.

Ein Logistik-Dienstleister stellte fest, dass die fehlende Aktualisierung seines ERP-Systems in Verbindung mit rund dreißig hausinternen Schnittstellen zu wöchentlichen Reporting-Inkonsistenzen führte. Die Dokumentation deckte einen Engpass in einer Speicherschnittstelle auf, der zu einem Produktivitätsverlust von 20 % führte.

Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde eine Zielarchitektur mit einem zentralen Datenbus und modularer Struktur entwickelt, um das Ausfallrisiko beim künftigen Übergang deutlich zu reduzieren.

Erstellung des digitalen Masterplans

Der Masterplan legt den Zielpfad für das Informationssystem der nächsten drei bis fünf Jahre fest. Er umfasst technologische Komponenten, Migrationsphasen und Meilensteine.

Er berücksichtigt Skalierbarkeit, Sicherheit und Offenheit, um Herstellerbindung (Vendor Lock-in) einzuschränken und die Anpassungsfähigkeit an künftige Geschäftsanforderungen zu wahren.

Dieses Dokument dient während der gesamten Ausschreibung als Referenz, damit eingehende Angebote an dieser ganzheitlichen Vision gemessen werden.

Erstellung eines präzisen und flexiblen Lasten- und Pflichtenhefts

Ein klares und anpassungsfähiges Pflichtenheft fördert vergleichbare und aussagekräftige Angebote. Die frühzeitige Integration von Anforderungen an Modularität, Sicherheit und Skalierbarkeit verhindert Verzögerungen und Budgetüberschreitungen.

Klare funktionale und technische Spezifikationen

Die funktionalen Spezifikationen beschreiben detailliert Prozesse und Anwendungsfälle, während die technischen Anforderungen Architektur-, Integrations- und Performance-Rahmenbedingungen definieren.

Eine sorgfältige Ausarbeitung enthält Datenformate, Sicherheitsstandards, Verfügbarkeitsziele und erwartete Weiterentwicklungen im Zeitverlauf.

Diese Transparenz ermöglicht es jedem Anbieter, sein Angebot präzise zu kalkulieren, ohne Integrations- oder Anpassungsaufwand zu unterschätzen.

Auswahlkriterien und Bewertungsmatrix

Die Kriterienliste sollte funktionale Passgenauigkeit, Qualität der Architektur, wirtschaftliche Stabilität des Anbieters und branchenspezifische Referenzen abdecken. Jedem Kriterium wird ein Gewicht zugewiesen, um den Vergleich zu erleichtern.

Kriterien für Support, Schulung und Projektgovernance sind ebenfalls essenziell, um die Fähigkeit des Anbieters zu bewerten, die Anwenderkompetenz nachhaltig zu fördern.

Einbeziehung von Change Management und Wartung

Ein vollständiges Pflichtenheft integriert Schulungsleistungen, Change-Management-Maßnahmen und Support nach Go-Live. Diese Elemente sind entscheidend für die tatsächliche Akzeptanz der Lösung bei den Nutzern.

Servicelevel für Korrektur- und Weiterentwicklungswartung müssen klar definiert sein, mit messbaren Leistungszusagen (SLA).

Die Integration dieser Aspekte bereits in der Ausschreibung vermeidet Budgetüberraschungen und sichert den langfristigen Betrieb des Systems.

Edana: Strategischer Digitalpartner in der Schweiz

Wir begleiten Unternehmen und Organisationen bei ihrer digitalen Transformation.

Budgetierung des Gesamtprojekts jenseits der Softwarelizenz

Eine realistische Budgetschätzung umfasst Lizenzkosten, Integration, Change Management und laufende Betriebsführung. Die frühzeitige Berücksichtigung zusätzlicher Kosten in der Ausschreibung schützt Ihre Investition und minimiert nachträgliche Kompromisse.

Schätzung direkter Kosten und Implementierungsaufwand

Direkte Kosten beinhalten Lizenzen, Konfigurationsgebühren, spezifische Entwicklungen und die Integration in bestehende Systeme. Jede Komponente sollte detailliert beziffert werden.

Open-Source- oder modulare Lizenzmodelle sind häufig transparenter und skalierbar, mit Staffelpreisen je nach Anwenderzahl oder Datenvolumen.

Es empfiehlt sich, Preisszenarien basierend auf dem prognostizierten Wachstum über drei bis fünf Jahre anzufordern und die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership) zu ermitteln, um vorzeitige Budgetanpassungen zu vermeiden. TCO schätzen

Antizipation von Schulungs- und Change-Management-Kosten

Der Kompetenzaufbau der Teams macht einen erheblichen Teil des Budgets aus. Der Bedarf variiert je nach interner Reife im Umgang mit den gewählten Technologien.

Ein Finanzinstitut hatte die fortgeschrittenen Schulungstage zunächst unterschätzt. Das nachträgliche Hinzufügen von 50 Personentagen Coaching führte zu einer Budgetüberschreitung von 15 %.

Die Einbindung dieser Leistungen in die Ausschreibung hätte eine zuverlässigere Angebotsvergleichbarkeit und frühzeitige Terminplanung ermöglicht.

Planung des Betriebs und der Weiterentwicklung

Das Budget für den Betrieb und die Wartung deckt Korrekturwartung, Sicherheitsupdates und kleinere Weiterentwicklungen ab. Es sollte jährlich aufgeschlüsselt sein, mit Überprüfungsoptionen bei jeder neuen Hauptversion der Software.

Verträge müssen Wissenstransfer-Modalitäten und Incident-Tracking-Tools vorsehen, um die Servicekontinuität zu gewährleisten.

Diese Budgetvorausschau erleichtert eine proaktive Verwaltung der Anwendungslandschaft und begrenzt unerwartete Kosten bei dringenden Problemen. Proaktive Anwendungsverwaltung optimieren

Die Ausschreibung als Hebel für kollektive Intelligenz

Die Ausschreibung wird zu einem Dialog- und Co-Creation-Raum zwischen Auftraggeber, Fachbereichen und Anbietern. Die frühzeitige Einbindung aller Stakeholder bereichert die Bedarfsanalyse und fördert die spätere Systemakzeptanz.

Einbindung von Stakeholdern und zukünftigen Anwendern

Die Konsultation sollte Vertreter aus Fachbereichen, IT-Abteilung, Finanzcontrolling und Operations einbeziehen. Jede Perspektive liefert wichtige Erkenntnisse zum funktionalen Umfang und zu Randbedingungen.

Zwischenabnahmen gewährleisten, dass die Antworten im Einklang mit den finalen Erwartungen bleiben. Nutzerfeedback zu Prototypen oder Mock-ups beschleunigt die Bedarfsanpassung.

Dieser Ansatz reduziert das Risiko einer Ablehnung des Projekts bei Inbetriebnahme und schafft ein gemeinsames Verantwortungsgefühl für das künftige System.

Organisation von Co-Design-Workshops

Themenbezogene Workshops mit Fachexperten und Technikern ermöglichen es, vorgeschlagene Lösungen kritisch zu prüfen. Sie fördern Innovation und klären notwendige Kompromisse.

Ein universitäres Klinikum veranstaltete während der Ausschreibungsphase Co-Design-Sessions für seine künftige elektronische Patientenakte. Die Diskussionen deckten Mobilitätsanforderungen und Interoperabilität mit medizinischen Geräten auf und erweiterten den ursprünglichen Umfang.

Diese Workshops schufen zudem ein Vertrauensverhältnis zwischen Auftraggeber und Bietern, was spätere Verhandlungen erleichterte.

Transparenter Verhandlungs- und Entscheidungsprozess

Ein klarer Zeitplan, ergänzt um im Voraus kommunizierte Gewichtungsfaktoren, strukturiert Verhandlungen und Angebotsvergleiche.

Die Einrichtung einer Steuerungsgruppe aus IT, Fachbereichen und Controlling sichert ausgewogene und nachvollziehbare Entscheidungen.

Transparente Kommunikation und lückenlose Protokollierung gewährleisten die Nachvollziehbarkeit, die im Falle von Nachprüfungen oder Umfangsänderungen unerlässlich ist.

Sichern Sie Ihre SI-Transformation mit einer durchdachten Ausschreibung ab

Der Erfolg einer Ausschreibung für ein Informationssystem basiert auf strategischer Vorbereitung, einem stringenten Pflichtenheft, umfassender Budgetplanung und kollaborativem Vorgehen. Diese Schritte legen den Grundstein für eine Lösungsauswahl, die sowohl den Geschäftsanforderungen als auch der Unternehmensstrategie gerecht wird.

Unsere Expertinnen und Experten begleiten Sie in jeder Phase – vom Erstaudit bis zur Anbieterauswahl – mit Fokus auf modulare und sichere Architektur, Open-Source-Ansätzen und der Vermeidung von Herstellerbindung.

Besprechen Sie Ihre Herausforderungen mit einem Edana-Experten

Von Benjamin

Digitaler Experte

VERÖFFENTLICHT VON

Benjamin Massa

Benjamin ist ein erfahrener Strategieberater mit 360°-Kompetenzen und einem starken Einblick in die digitalen Märkte über eine Vielzahl von Branchen hinweg. Er berät unsere Kunden in strategischen und operativen Fragen und entwickelt leistungsstarke, maßgeschneiderte Lösungen, die es Organisationen und Unternehmern ermöglichen, ihre Ziele zu erreichen und im digitalen Zeitalter zu wachsen. Die Führungskräfte von morgen zum Leben zu erwecken, ist seine tägliche Aufgabe.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zur SI-Ausschreibung

Was sind die wichtigsten Ziele der Vorbereitungsphase einer SI-Ausschreibung?

Die Vorbereitungsphase einer SI-Ausschreibung zielt darauf ab, die Geschäftsstrategie mit den Zielen der digitalen Transformation in Einklang zu bringen. Sie umfasst die Analyse der Kernprozesse, die Bestandsaufnahme der vorhandenen Systeme und die Definition eines Digital-Masterplans. Diese Arbeit stellt die Kohärenz des Umfangs sicher, antizipiert Risiken und erleichtert den Vergleich der Anbieterangebote.

Wie erstellt man einen digitalen Masterplan, um die SI-Ausschreibung zu steuern?

Der digitale Masterplan formalisiert die Zielarchitektur des Informationssystems für einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren. Er definiert die technologischen Bausteine, die Migrationsphasen und die wichtigen Meilensteine. Indem er Skalierbarkeit, Sicherheit und Offenheit berücksichtigt, dient er als Referenz zur Bewertung der Relevanz und Konsistenz der Ausschreibungsantworten.

Welche wichtigen Elemente sollten in einem skalierbaren Lastenheft enthalten sein?

Ein flexibles Lastenheft enthält detaillierte funktionale Spezifikationen, technische Vorgaben (Integration, Performance, Sicherheit) sowie Anforderungen an Modularität und Skalierbarkeit. Es umfasst zudem Service-Level-Vereinbarungen (SLA) für Wartung und Change Management und bietet so einen klaren und flexiblen Überblick.

Wie definiert und gewichtet man die Auswahlkriterien für Dienstleister?

Die Auswahlkriterien umfassen die funktionale Eignung, die Architekturqualität, die finanzielle Stabilität und branchenspezifische Referenzen. Hinzu kommen Support, Schulung und Projektgovernance. Jedes Kriterium erhält eine Gewichtung, um den Vergleich der Angebote entsprechend den strategischen Prioritäten des Unternehmens zu erleichtern.

Wie schätzt man die Gesamtbetriebskosten bereits bei der Ausschreibung?

Die TCO-Schätzung berücksichtigt Lizenzen, Konfiguration, individuelle Entwicklungen, Integration, Schulung und den operativen Betrieb über 3 bis 5 Jahre. Es empfiehlt sich, modulare oder Open-Source-Preisszenarien anzufordern und künftige Entwicklungen zu antizipieren, um die Kosten im Griff zu behalten.

Warum und wie sollte man Change Management in der SI-Ausschreibung berücksichtigen?

Change Management in der Ausschreibung zu berücksichtigen sichert die effektive Einführung der Lösung. Nehmen Sie Schulungs-, Coaching- und Post-Go-Live-Support-Leistungen mit Adoptionskennzahlen auf. Diese Planung reduziert Budgetüberschreitungen und fördert die Akzeptanz bei den Anwendern.

Welche Rolle spielen Co-Design-Workshops mit den Dienstleistern?

Co-Design-Workshops bringen Fachbereiche und technische Experten zusammen, um Lösungen zu hinterfragen, Prototypen zu validieren und Kompromisse zu klären. Sie fördern Innovation, stärken das gegenseitige Vertrauen und erweitern den Funktionsumfang vor der endgültigen Entscheidung.

Welche KPIs sollte man heranziehen, um den Erfolg einer SI-Ausschreibung zu messen?

Zu den relevanten KPIs zählen die Reaktionszeit der Anbieter, die Konformitätsrate mit den Anforderungen, die Abweichung zwischen Erstangeboten und Budget, der Nutzungsgrad der Anwender und die Zufriedenheit der Stakeholder. Sie ermöglichen es, die Governance anzupassen und die Auswahl zu optimieren.

KONTAKTIERE UNS

Sprechen Wir Über Sie

Ein paar Zeilen genügen, um ein Gespräch zu beginnen! Schreiben Sie uns und einer unserer Spezialisten wird sich innerhalb von 24 Stunden bei Ihnen melden.

ABONNIEREN SIE

Verpassen Sie nicht die Tipps unserer Strategen

Erhalten Sie unsere Einsichten, die neuesten digitalen Strategien und Best Practices in den Bereichen Marketing, Wachstum, Innovation, Technologie und Branding.

Wir verwandeln Ihre Herausforderungen in Chancen

Mit Sitz in Genf entwickelt Edana maßgeschneiderte digitale Lösungen für Unternehmen und Organisationen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern möchten.

Wir verbinden Strategie, Beratung und technologische Exzellenz, um die Geschäftsprozesse Ihres Unternehmens, das Kundenerlebnis und Ihre Leistungsfähigkeit zu transformieren.

Sprechen wir über Ihre strategischen Herausforderungen.

022 596 73 70

Agence Digitale Edana sur LinkedInAgence Digitale Edana sur InstagramAgence Digitale Edana sur Facebook