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Modernisierung von Datenbanken – Legacy überwinden und eine wirklich nutzbare Datenarchitektur aufbauen

Auteur n°3 – Benjamin

Von Benjamin Massa
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Zusammenfassung – Legacy-Architekturen, die voll, starr und batchbasiert sind, stemmen nicht mehr die wachsenden Datenmengen, Echtzeitanalysen, KI oder die Anforderungen von DSGVO und NIS. Das bremst die Agilität, treibt die Hardwarekosten in die Höhe und erhöht das Risiko von Non-Compliance. Eine einfache „Lift & Shift“-Migration reicht deshalb nicht aus. Stattdessen sind ein Redesign der Schemata (DDD), die Entkoppelung von Services, ein cloud-nativer Mix aus Serverless, NoSQL und Data Lakes sowie eine automatisierte DataOps-Pipeline (CI/CD, Kataloge, SLAs) nötig, um Performance, Skalierbarkeit und Governance zu vereinen.
Lösung: rigoroses Audit, Aufräumen und Priorisierung der Workloads, modulare Quick Wins und konsequentes Change Management im Fachbereich für schnellen ROI und langfristige Adoption.

In einem Umfeld, in dem das Datenvolumen explosionsartig wächst und KI sowie Echtzeit-Analytics strategisch an Bedeutung gewinnen, stoßen klassische Datenbanken schnell an ihre Grenzen. Starre Schemata, Batch-Verarbeitungen und in Stored Procedures versteckte Business-Logik hemmen Agilität und Innovationsfähigkeit von Unternehmen.

Leistung, Compliance und Flexibilität in Einklang zu bringen, erfordert ein grundlegend neues Architekturdenken statt bloßer Migration. Dieser Artikel bietet einen strategischen Überblick, warum die Modernisierung Ihrer Datenbanken ein wichtiges Business-Thema ist, welche Risiken Trägheit birgt und welche konkreten Hebel Sie nutzen können, um eine tatsächlich verwertbare Data-Plattform zu errichten.

Legacy-Daten: Grenzen und Herausforderungen

Legacy-Daten sind zu einem strukturellen Hemmschuh geworden. On-Premises-Systeme, starre Schemata und Batch-Prozesse genügen nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Wachsendes Datenvolumen und Performance-Engpässe

Altsysteme tun sich schwer, die exponentiell wachsenden Datenmengen aus IoT, sozialen Netzwerken und Transaktionsplattformen zu bewältigen. Jeder neue Datensatz belastet schlecht indexierte Tabellen, verlangsamt Abfragen und erhöht die Time-to-Market.

Beispielsweise musste ein mittelständischer Industriebetreiber die Erstellung seiner Monatsberichte von 15 auf 48 Stunden ausweiten, nachdem sich sein Datenvolumen innerhalb von zwei Jahren verdoppelt hatte. Damit ging entscheidende operative Transparenz verloren.

Dieses Beispiel zeigt: Ein System, das nicht für schnelle Datenaggregation ausgelegt ist, wird rasch zum Engpass, verzögert Entscheidungen und verursacht unnötige Betriebskosten.

Abgesehen von der reinen Verlangsamung erzwingt fehlende Elastizität teure Hardware-Upgrades, ohne mittelfristige Skalierbarkeit sicherzustellen.

Echtzeit-Anforderungen und KI-Integration

In einer Welt, in der Reaktionsfähigkeit zum Wettbewerbsvorteil wird, ist die Analyse von Datenströmen in nahezu Echtzeit unerlässlich für Betrugserkennung, Predictive Maintenance oder sofortige Personalisierung der Customer Experience.

Legacy-Architekturen mit Batch-Processing stoßen hier an Grenzen: Ohne vollständige Neuentwicklung der Datenpipeline bleibt ein solcher Umbau langwierig und risikobehaftet.

Unternehmen, die Machine-Learning-Modelle einsetzen wollen, sind oft nicht in der Lage, neue Daten schnell in ihre BI-Systeme einzuspeisen.

Fehlende Streaming-Fähigkeit schmälert die Analysefeinheit und limitiert den Nutzen erheblich.

Sicherheit, Compliance und regulatorische Anforderungen

Verordnungen wie DSGVO oder NIS-Richtlinie verlangen strenge Kontrollen zur Datenlokalisierung und -Nachverfolgbarkeit. Alte Systeme, oft ohne granulare Zugriffsprotokolle, erschweren die Compliance und erhöhen das Risiko von Sanktionen.

In vielen Fällen wird viel Aufwand betrieben, um Audit-Logs manuell nachzurüsten – ohne native Mechanismen, was Projekte verzögert und unvorhergesehene Kosten verursacht.

Das zeigt: Fehlende oder unzureichende Data Governance führt zu regulatorischen Verzögerungen sowie finanziellen und reputationsbezogenen Risiken.

Modernisierung bedeutet daher auch, Sicherheit und Compliance von Anfang an in das Design zu integrieren, statt sie als letzten Schritt einer Migration anzuhängen.

Modelle und Governance neu denken

Modernisierung heißt nicht nur Cloud-Migration. Es geht darum, Modelle zu überarbeiten, Anwendungen zu entkoppeln und Governance neu zu definieren.

Modellüberarbeitung und applikatives Decoupling

Beim klassischen “Lift & Shift” werden Daten verschoben, ohne monolithische Schemata in Frage zu stellen. Eine echte Modernisierung erfordert die Neugestaltung der konzeptionellen Modelle, um das Potenzial verteilter Architekturen voll auszuschöpfen.

Durch Entkoppeln der Services lässt sich jede Funktion unabhängig bereitstellen, skalieren und warten – für mehr Resilienz und schnellere Weiterentwicklung.

Der Einsatz von Domain-Driven Design (DDD) unterstützt diese Transformation, indem es Fachkontexte isoliert und so Code- sowie Datenverständlichkeit erhöht.

Einbindung moderner relationaler und NoSQL-Datenbanken

Cloud-native Angebote bieten vielfältige Optionen: serverlose relationale Datenbanken, Dokumentenspeicher, Key-Value-Engines und skalierbare Data Warehouses.

Eine Finanzdienstleistungs-PMH führte beispielsweise eine verteilte NoSQL-Datenbank für ihre Aktivitätslogs ein. Dadurch verkürzten sich die Dashboard-Antwortzeiten um 70 % und die Aggregation von Ereignissen beschleunigte sich erheblich.

Dieses Beispiel verdeutlicht: Ein Technologie-Mix aus relationalen und nicht-relationalen Datenbanken passt je nach Anwendungsfall besser zu den fachlichen Anforderungen.

Data Governance und neue Data-Praktiken

Eine klare Governance-Struktur mit definierten Rollen stellt Qualität, Sicherheit und Nachvollziehbarkeit sicher. Nutzungsmetriken, Data-SLAs und ein Metadatenkatalog sind unverzichtbar für effizientes Ökosystem-Management.

Ein einheitliches DataOps-Framework, gekoppelt an CI/CD-Pipelines, automatisiert Konsistenztests und macht Deployments reproduzierbar.

Enge Zusammenarbeit von IT-Leitung, Fachbereich und Data-Teams schafft einen Innovationszyklus, in dem alle Neuerungen von den Anwendern mitgetragen werden.

Ohne diesen Rahmen bleiben Silos bestehen und technologische Investitionen verpuffen wirkungslos.

Edana: Strategischer Digitalpartner in der Schweiz

Wir begleiten Unternehmen und Organisationen bei ihrer digitalen Transformation.

Skalierbarkeit, Kosten und Advanced Analytics

Elastische Skalierung, kontrollierte Kosten und Advanced Analytics werden greifbar. Modernisierung verwandelt Daten in einen echten Business-Hebel.

Elastische Skalierung und Senkung des TCO

Cloud-native Architekturen passen Kapazitäten automatisch an und drosseln sie in Ruhephasen, was Dimensionierung und Abrechnung optimiert.

Ein Onlinehändler setzte eine serverlose Managed Database ein und senkte seinen Gesamtbetriebskosten (TCO) innerhalb eines Jahres um 40 %.

Das Beispiel zeigt: Eine strategisch geplante Modernisierung spart langfristig Kosten und liefert bedarfsgerechte Performance.

Im Vergleich verursachen On-Premises-Infrastrukturen zusätzliche Hardware- und Lizenzkosten.

Demokratisierung des Datenzugriffs und Business-Agilität

Modulare Data Lakes und Data Marts eröffnen Marketing-, Finance- und Operations-Teams den Self-Service-Zugriff, ohne dauerhaft DBA oder Entwickler zu beanspruchen.

Mit standardisierten APIs und semantischen Schichten können Fachbereiche eigenständig Analysen und Dashboards erstellen.

Die Entkopplung von Rohdaten und Präsentationslogik garantiert bereichsübergreifende Konsistenz und Reaktionsschnelligkeit bei neuen Chancen.

Die Fähigkeit, Geschäftshypothesen schnell zu testen, ohne lange Entwicklungszyklen abzuwarten, ist ein entscheidender Vorteil.

KI-ready und Advanced Analytics

Eine moderne Architektur integriert von Haus aus Schritte zur Datenvorbereitung, -bereinigung und Versionierung für Machine Learning.

Industrialisierte Datenflüsse und optimiertes Storage beschleunigen die KI-Produktivsetzung und ermöglichen Data-Teams, sich auf Algorithmus-Qualität statt auf Pipeline-Support zu konzentrieren.

Komplexität des Legacy unterschätzen führt zum Scheitern

Wer die Komplexität alter Systeme unterschätzt, läuft Gefahr zu scheitern. Technikorientierte Sichtweisen und unvollständige Vorbereitung erhöhen Risiken.

Migrieren ohne Cleanup und klare Strategie

Ein unrefaktorierter Lift & Shift in die Cloud führt zu schlechter Performance und explodierenden Kosten. Überdimensionierte Schemata verbrauchen weiterhin unnötige Ressourcen.

Viele Scheitern an fehlendem Inventar und mangelnder Priorisierung nach Business-Impact.

Ein gründliches Audit aller Abhängigkeiten, das Archivieren oder Löschen veralteter Daten und das Aufteilen von Workloads sind Vorbedingungen jeder Migration.

Niedrige Auslastung bei einem Service kostet stets mehr als eine schlanke, angepasste Plattform.

Change Management vernachlässigen

Technologischer Fortschritt schafft nur dann Mehrwert, wenn Fach- und IT-Teams neue Tools und Prozesse annehmen. Ohne Schulung, Dokumentation und Begleitung stagniert die Modernisierung.

Ein stringentes Change Management sichert die Akzeptanz bereits bei den ersten Releases und umfasst Kommunikation sowie angepasste Workshops.

Technologie aufzwingen ohne Business-Alignment

Die Wahl einer Daten-Engine muss den fachlichen Anforderungen folgen, nicht reiner Technikpräferenz. Beliebte Lösungen sind nicht automatisch ideal für jeden Use Case.

Architektur ersetzt nie unzureichende Governance und mangelnde Einbindung der Endanwender.

Der Erfolg erfordert gemeinsame Workshops, um Business-Anforderungen und technische Rahmenbedingungen abzugleichen.

Verwandeln Sie Ihre technische Datenlast in Wachstumstreiber

Die Modernisierung von Datenbanken ist mehr als ein IT-Projekt: Sie ist eine digitale Transformationsinitiative, die Governance, Prozesse und Innovationsfähigkeit prägt. Durch Neugestaltung von Modellen, Entkoppelung von Anwendungen und Einsatz skalierbarer Open-Source-Komponenten gewinnen Sie an Agilität, senken Kosten und schaffen eine Infrastruktur für Advanced Analytics, KI und Echtzeit-Anwendungen.

Jede Migration sollte einem gründlichen Audit, einer Datenbereinigungsstrategie und einem Change-Management-Plan mit IT-Leitung, Fachbereichen und Data-Teams vorausgehen. Diese pragmatische Herangehensweise mit Quick Wins und schrittweisem Rollout garantiert schnellen ROI und nachhaltige Akzeptanz.

Unsere Edana-Experten begleiten Sie in allen Phasen: Audit, Architekturdesign, Pipeline-Industrialisierung und Data Governance. Nutzen Sie maßgeschneiderte Unterstützung, um Ihre technische Datenlast in einen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln.

Besprechen Sie Ihre Herausforderungen mit einem Edana-Experten

Von Benjamin

Digitaler Experte

VERÖFFENTLICHT VON

Benjamin Massa

Benjamin ist ein erfahrener Strategieberater mit 360°-Kompetenzen und einem starken Einblick in die digitalen Märkte über eine Vielzahl von Branchen hinweg. Er berät unsere Kunden in strategischen und operativen Fragen und entwickelt leistungsstarke, maßgeschneiderte Lösungen, die es Organisationen und Unternehmern ermöglichen, ihre Ziele zu erreichen und im digitalen Zeitalter zu wachsen. Die Führungskräfte von morgen zum Leben zu erwecken, ist seine tägliche Aufgabe.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zur Modernisierung von Datenbanken

Warum eine Legacy-Datenbank modernisieren, statt ein Lift & Shift durchzuführen?

Beim Lift & Shift werden Schemata und Code unverändert übernommen, wodurch starre Strukturen und hohe Kosten erhalten bleiben. Mit der Modernisierung lassen sich konzeptuelle Modelle neu entwerfen, Dienste entkoppeln, die Elastizität der Cloud nutzen und Echtzeit- sowie KI-Anwendungen ermöglichen – für eine modulare und skalierbare Infrastruktur.

Wie bewertet man die aktuelle Performance und identifiziert Engpässe?

Führen Sie ein technisches Audit durch: Analysieren Sie die Antwortzeiten von Anfragen, überwachen Sie CPU- und Speicherauslastung, kartieren Sie Stored Procedures und historische Datenvolumina. APM-Tools und Ausführungsprotokolle helfen, schlecht indexierte Tabellen und lange Batch-Prozesse zu erkennen – diese Engpässe sollten prioritär optimiert werden.

Welche Hebel gibt es, um auf Echtzeitverarbeitung und KI-Bereitschaft umzustellen?

Implementieren Sie eine Streaming-Pipeline (Kafka, Pulsar), entkoppeln Sie Ingest und Verarbeitung, richten Sie Staging- und kuratierte Zonen ein und integrieren Sie Open-Source-Tools wie Flink, um Datenströme in Echtzeit anzureichern. Diese Architektur ermöglicht die sofortige Einspeisung in KI-Modelle und kontinuierliche Analysen.

Wie stellt man Compliance und Sicherheit bereits bei der Gestaltung einer neuen Architektur sicher?

Integrieren Sie Verschlüsselung, detaillierte Zugriffsprotokolle und Metadatenkatalogisierung direkt in die Architektur. Nutzen Sie DSGVO-konforme Frameworks, definieren Sie Retention-SLAs und dokumentieren Sie Datenflüsse über DataOps-Pipelines. Sicherheit wird so zum Designkriterium, nicht zum nachträglichen Patch.

Wann setzt man besser auf NoSQL- oder auf moderne relationale Datenbanken?

NoSQL eignet sich für flexible Schemata, hohe Verfügbarkeit und große, unstrukturierte Datenmengen (Logs, IoT), während cloud-native relationale Datenbanken ideal für ACID-Transaktionen und komplexe Joins sind. Eine Kombination beider Systeme optimiert Leistung und Fachlichkeit je nach Anwendungsfall.

Welche Governance-Praktiken gewährleisten effektives DataOps?

Implementieren Sie ein Metadatenkatalog, Nutzungsmetriken und CI/CD-Pipelines, um Konsistenztests und Deployments zu automatisieren. Klären Sie die Rollen von IT-Leitung, Data Engineers und Fachabteilungen und führen Sie Schema-Reviews durch. Diese Governance sichert Qualität, Rückverfolgbarkeit und Agilität.

Wie steuert man die Senkung des TCO mit einer cloud-nativen Architektur?

Nutzen Sie die Elastizität von Serverless, um Ressourcen automatisch anzupassen, optimieren Sie Speicher durch Hot-/Cold-Tiering und automatisieren Sie die Löschung veralteter Daten. Echtzeit-Kostenmonitoring und maßgeschneiderte Warnungen ermöglichen Kapazitätsanpassungen und vermeiden Mehrkosten für Hardwarewartung und Lizenzen.

Welche häufigen Fallstricke sollte man bei der Migration von Legacy-Daten vermeiden?

Vermeiden Sie es, einen Monolithen ohne Refactoring zu reproduzieren, eine Migration ohne Abhängigkeitsinventar durchzuführen oder Datenbereinigung und Change Management zu vernachlässigen. Eine schrittweise Vorgehensweise mit Quick Wins und Workshops zwischen Fach- und IT-Abteilungen sichert schnellen ROI und nachhaltige Akzeptanz.

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