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Wie die Critical-Chain-Methode Ihre IT-Projekte retten kann

Auteur n°3 – Benjamin

Von Benjamin Massa
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Zusammenfassung – Ihre IT-Projekte überschreiten häufig Zeit- und Budgetrahmen, weil herkömmliche Planungen Mobilität und Ressourcenknappheit außer Acht lassen. Die Critical-Chain-Methode stellt menschliche Engpässe in den Mittelpunkt: Sie setzt auf fokussierte Schätzungen ohne lokale Puffer, zentralisiert den Sicherheitspuffer im Projekt und sequenziert kritische Aufgaben, um Multitasking zu minimieren, und liefert als einzigen Fortschrittsindikator den Pufferverbrauch. Lösung: Implementieren Sie CCPM, indem Sie Kompetenzen kartieren, einen Puffer von 50 % der Kritischen Kette kalibrieren und über Fortschritt und Pufferverbrauch steuern – unterstützt von den Edana-Experten.

In vielen Organisationen werden IT-Projekte zwar sorgfältig geplant, scheitern jedoch häufig daran, Termine und Budgets einzuhalten. Dieser Widerspruch resultiert nicht aus fehlenden Kompetenzen, sondern aus einem Planungsmodell, das die Realität geteilter und begrenzter Ressourcen oft ignoriert. Die Critical-Chain-Methode (CCPM) bietet einen alternativen Rahmen, der die menschlichen Einschränkungen in den Mittelpunkt stellt. Indem jede Aufgabe auf eine realistische Dauer geschätzt und die Sicherheitsmarge in Form eines Projektpuffers zentralisiert wird, lassen sich Unwägbarkeiten effektiv abfedern. Mehr als nur eine Technik liefert die Critical-Chain-Methode eine prägnante und pragmatische Steuerung – ideal für Leiter der IT-Abteilung und CIO, die Wert auf Zuverlässigkeit und Performance legen.

Grundprinzipien der Critical-Chain-Methode

Zu verstehen, warum sich die Critical-Chain-Methode vom traditionellen kritischen Pfad unterscheidet, bedeutet anzuerkennen, dass Ressourcen endlich und mobil sind. Diese Methode richtet die Planung an den tatsächlichen Engpässen aus, um den kollektiven Effekt zu maximieren.

Hinterfragen des kritischen Pfads

Die klassische Planung basiert auf der Identifikation des kritischen Pfads, also der Abfolge von Aktivitäten, deren Gesamtdauer das Projektabschlussdatum bestimmt.

In Organisationen, in denen dieselben Teams an mehreren Projekten arbeiten, erweist sich diese Annahme jedoch als ungeeignet. Verzögerungen wirken sich aus, sobald eine Ressource für eine andere Initiative eingebunden wird.

Die Critical-Chain-Methode hinterfragt diese Sichtweise, indem sie die Verfügbarkeits­beschränkungen direkt berücksichtigt, wie in unserem Artikel zur Ressourcenplanung in digitalen Projekten erläutert.

Engpasstheorie in IT-Projekten

Die Methode basiert auf der Engpasstheorie von Eliyahu Goldratt, um das schwächste Glied im System zu identifizieren. Die Grundsätze dazu finden Sie in unserem Artikel über die Engpasstheorie.

Indem man die Ressource als potenziellen Engpass behandelt, richtet man die Aufgabenfolge so aus, dass ineffizientes Multitasking vermieden wird. Jede kritische Aufgabe erhält einen durchgehenden Zeitblock.

Dieser Ansatz reduziert Durchlaufzeiten und verbessert die Transparenz über den Gesamtfortschritt, ohne unter einer Vielzahl oft irreführender Einzelmeilensteine zu leiden.

Erste Implementierung

Im ersten Schritt werden alle Aufgaben aufgelistet und ihre Dauer ohne persönliche Sicherheitsmargen geschätzt. Diese Schätzungen liegen in der Regel um 25 bis 30 % unter den Werten traditioneller Pläne.

Anschließend wird die kritischste Ressource ermittelt und daraus die Critical Chain gebildet, indem man die von ihr abhängigen Aufgaben verknüpft. Am Ende der Planung wird ein Projektpuffer in Höhe von 50 % der Dauer der Critical Chain eingefügt.

Beispiel: Ein mittelständischer Finanzdienstleister hat diese Prinzipien für ein Plattform-Relaunch-Projekt angewendet. Durch den Wegfall lokaler Puffer und die Zuweisung eines einzigen Buffers verkürzte das Team die ursprünglich geschätzte Dauer um 18 % und verbesserte die Risikotransparenz.

Dieser Fall zeigt, dass die Critical-Chain-Methode die Fristen nicht künstlich verkürzt, sondern den Umgang mit Unsicherheiten und Expertenverfügbarkeiten optimiert.

Gezielte Schätzungen und Projektpuffer

Die Stärke der Critical-Chain-Methode liegt in realistischen Schätzungen ohne kumulative Einzelmargen. Der Gesamtpuffer absorbiert Variabilitäten und wird so zum einzigen Projektindikator.

Wegfall lokaler Puffer

In traditionellen Plänen passt jeder Aufgabenverantwortliche seine Schätzung an, um Unvorhergesehenes abzufangen. Diese wohlmeinenden Anpassungen belasten den Gesamtplan. Mehr zu den Hebeln für Termin- und Budgeteinhaltung in IT-Entwicklungsprojekten.

In der CCPM verzichtet man auf diese Pufferanreicherung. Die Schätzungen erfolgen „fokussiert“, basierend auf der durchschnittlich benötigten Zeit für eine ununterbrochene Ausführung.

Diese Disziplin fördert eine ehrliche Planung und verhindert das „Padding“, das Prokrastination und Multitasking begünstigt.

Definition und Dimensionierung des Projektpuffers

Der Projektpuffer wird aus der Gesamtdauer der Critical Chain berechnet und dient als Spielraum für tatsächliche Verzögerungen, wie in unserem Artikel zu den Risiken der digitalen Transformation erläutert.

Die Puffergröße folgt einer einfachen Regel: 50 % der Summe der Dauer aller kritischen Aufgaben. Je nach Volatilität des Kontexts oder Reifegrad der Organisation lässt sich dieser Wert anpassen.

Der Puffer wird nur dann beansprucht, wenn eine kritische Aufgabe ihre fokussierte Schätzung überschreitet. Werden alle Aufgaben termingerecht geliefert, bleibt der Puffer unversehrt und spiegelt die am Projektende verfügbare Reserve wider.

Beispiel für realistische Schätzungen

Ein Industrie­konzern hat die Planung eines ERP-Rollouts mithilfe vergangener Projektdaten angepasst und die Schätzungen um 30 % reduziert.

Zwei Monate nach Projektstart lag der Rückstand im fokussierten Plan bei fünf Tagen, aber der auf fünfzehn Tage bemessene Projektpuffer deckte die Abweichung locker ab.

Dieses Feedback zeigt die Stärke des Puffers: Er ermöglicht ein transparentes Management von Unwägbarkeiten und vereinfacht das Monitoring für Entscheider.

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Explizite Einbindung begrenzter Ressourcen

Die Critical-Chain-Methode erkennt an, dass Ressourcen knapp sind und sequenziert eingesetzt werden müssen. Durch den Verzicht auf Multitasking bei kritischen Aktivitäten werden Produktivitätsverluste und Prioritätskonflikte minimiert.

Kompetenz- und Verfügbarkeitsmapping

Vor der Planung sollte man die Kompetenzen und Verfügbarkeiten jeder Ressource inventarisieren. Dieses Mapping zeigt, wann eine Ressource voll ausgelastet, geteilt oder frei ist.

Es basiert auf einfachen Tools, die oft im Projektplan oder PMO integriert sind. Ziel ist es, sicherzustellen, dass eine Ressource immer nur einer einzigen kritischen Aufgabe zugewiesen wird.

Diese granulare Sicht ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Termin­konflikten und das Priorisieren nach Projektkritikalität.

Identifikation der Critical Chain

Die Critical Chain entsteht durch die sequentielle Verknüpfung der Aufgaben gemäß ihrer Ressourcen­verfügbarkeit. Jede kritische Aufgabe folgt direkt auf die vorherige, ohne Leerlauf oder Überlappung.

Nicht-kritische Aktivitäten werden um diese Sequenz herum geplant, damit die Teams ihre Aufmerksamkeit auf die wirklichen Engpässe des Projekts richten.

Diese synchronisierte Struktur optimiert Ressourceneinsatz und minimiert die Übergangs­zeiten zwischen den Aufgaben.

Optimierung des Projektportfolios

Auf Portfolioebene hilft die Methode, die Anzahl gleichzeitig konkurrierender Projekte für eine zentrale Ressource zu begrenzen. Durch Prioritätsanpassungen vermeidet man Streuung der Kapazitäten und allgemeine Verzögerungen. Mehr zur Optimierung von Projektportfolios.

Diese lenkungsbasierte Governance erhöht den Gesamtdurchsatz der Projekte, anstatt jedes Projekt isoliert zu optimieren.

Steuerung über Pufferverbrauch und schlanke Governance

Anstelle zahlreicher Zwischenmeilensteine konzentriert sich die Critical-Chain-Methode auf einen einzigen Indikator: den Pufferstatus. Dieser Ansatz verringert Mikromanagement und steigert die Entscheidungsfähigkeit.

Einheitliche Fortschrittskennzahl

Das Projekt­monitoring beschränkt sich auf zwei Kennzahlen: den Fortschritt der Critical Chain und den Pufferverbrauch in Prozent. Diese Metriken bieten eine klare, sofort verfügbare Projektmonitoring.

Überschreitet der Pufferverbrauch einen definierten Schwellenwert (beispielsweise 50 %), wird ein Alarm ausgelöst. Anpassungsentscheidungen werden dann zielgerichtet auf Prioritäten ausgerichtet, statt auf zahlreiche gescheiterte Meilensteine.

Dieser Syntheseindikator vereinfacht die Kommunikation zwischen Projektleitern, IT-Abteilung und Geschäftsleitung, indem er eine gemeinsame Grundlage schafft.

Reduzierung von Multitasking und Fokussierung

Durch den Verzicht auf Multitasking verbessert die Critical-Chain-Methode die individuelle Produktivität. Die Teams arbeiten stets an einer kritischen Aufgabe und werden nicht von weniger dringlichen Nebenaufgaben abgelenkt.

Dieser klare Fokus verringert die kognitiven Kosten durch Kontextwechsel und beschleunigt die Durchführung sensibler Tätigkeiten.

Die Methode fördert zudem kurze, faktenbasierte Reviews auf Grundlage der Pufferkennzahlen, statt komplexe und zeitaufwändige Lenkungsausschüsse.

Beispiel für vereinfachtes Monitoring

Eine Behörde, die mehrere Online-Dienste modernisieren sollte, setzte die Critical-Chain-Methode für ihr Programm ein. Die Projektleiter präsentierten keine zwanzig Monatsmeilensteine mehr, sondern nur noch zwei Kennzahlen: Fortschritt und Pufferverbrauch.

Die Governance-Gremien konzentrierten sich auf Fälle, in denen der Puffer über 30 % lag, und leiteten sofort Priorisierungen für kritische Ressourcen ein.

Dieses schlanke Monitoring reduzierte den Zeitaufwand für Lenkungsausschüsse um die Hälfte und verbesserte gleichzeitig die Reaktionsfähigkeit bei unvorhergesehenen Ereignissen.

Optimieren Sie die Lieferung Ihrer IT-Projekte mit der Critical-Chain-Methode

Die Critical-Chain-Methode revolutioniert das Projektmanagement, indem sie die Planung auf Ressourcen ausrichtet und einen einzigen globalen Puffer als Schutzmechanismus einsetzt. Mit fokussierten Schätzungen, expliziter Berücksichtigung von Verfügbarkeitsrestriktionen und Steuerung über den Pufferverbrauch erhalten Sie ein klares, reaktionsschnelles Monitoring und entlasten gleichzeitig Ihre Teams.

Für den Erfolg Ihrer IT-Projekte in Zeit- und Budgetrahmen stehen Ihnen unsere Edana-Experten zur Seite – von der Implementierung der Critical-Chain-Methode über die Anpassung an Ihr Umfeld bis hin zum Training Ihrer Teams in Best Practices.

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Von Benjamin

Digitaler Experte

VERÖFFENTLICHT VON

Benjamin Massa

Benjamin ist ein erfahrener Strategieberater mit 360°-Kompetenzen und einem starken Einblick in die digitalen Märkte über eine Vielzahl von Branchen hinweg. Er berät unsere Kunden in strategischen und operativen Fragen und entwickelt leistungsstarke, maßgeschneiderte Lösungen, die es Organisationen und Unternehmern ermöglichen, ihre Ziele zu erreichen und im digitalen Zeitalter zu wachsen. Die Führungskräfte von morgen zum Leben zu erwecken, ist seine tägliche Aufgabe.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zur Kritischen-Ketten-Methode in der IT

Wie korrigiert die Kritische-Ketten-Methode die Schwächen des Critical-Path-Verfahrens in IT-Projekten?

Die Kritische-Ketten-Methode übernimmt die klassische Planung und berücksichtigt zusätzlich gemeinsame Ressourceneinschränkungen. Sie entfernt lokale Puffer und bündelt die Sicherheitsreserven in einem globalen Puffer. Durch das Sequenzieren der Aufgaben nach der tatsächlichen Verfügbarkeit der Experten und das Zusammenfassen des Spielraums am Ende verringert sie ineffektives Multitasking und puffert Unwägbarkeiten ab, wodurch eine zuverlässigere und praxisorientierte Steuerung ermöglicht wird.

Wie berechnet man den Projektpuffer und welche Regeln passen ihn an?

Der Projektpuffer wird als 50 % der Gesamtdauer der kritischen Kette berechnet. Diese Regel kann je nach Volatilität des Umfelds oder Reife des Teams angepasst werden. Der Puffer wird nur verbraucht, wenn eine Aufgabe ihre fokussierte Schätzung überschreitet. Durch die Überwachung der Verbrauchsrate werden Korrekturmaßnahmen ausgelöst, sobald eine definierte Schwelle (z. B. 50 %) erreicht ist.

Wie reduzieren fokussierte Zeitabschätzungen die Gesamtprojektlaufzeit?

Fokussierte Zeitabschätzungen basieren auf der realen Durchschnittsdauer einer Aufgabe, ohne individuelle Puffer hinzuzufügen. Das verhindert übertriebene Reserven („Padding“) und die dadurch entstehende Prokrastination. Im Angesicht eines einzigen Endpuffers werden die Teams motiviert, effizient zu liefern, was die Gesamtlaufzeit verkürzt, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.

Wie verhindert man ineffektives Multitasking bei kritischen Aufgaben?

Die Kritische-Ketten-Methode weist Ressourcen für jede kritische Aufgabe einen ununterbrochenen Zeitblock zu und eliminiert so Überschneidungen. Durch die Erfassung von Fähigkeiten und Verfügbarkeiten wird sichergestellt, dass ein Experte jeweils nur einer einzigen kritischen Aufgabe zugeordnet ist. Diese Disziplin minimiert die kognitiven Kosten durch Kontextwechsel und beschleunigt die Ausführung der prioritären Aufgaben.

Welche zentralen Schritte sind nötig, um die kritische Kette eines Projekts zu identifizieren und aufzubauen?

Beginnen Sie damit, alle Aufgaben aufzulisten und deren Dauer ohne lokale Puffer zu schätzen. Identifizieren Sie dann die meistbeanspruchte Ressource (Engpass) und verknüpfen Sie die von ihr abhängigen Aufgaben, um die kritische Kette zu bilden. Abschließend legen Sie einen Projektpuffer fest, der 50 % der Summe dieser Dauern entspricht, und platzieren ihn am Ende des Zeitplans.

Welche KPIs bieten eine übersichtliche Darstellung des Projektfortschritts in CCPM?

Die Überwachung stützt sich auf zwei Kennzahlen: den Fortschritt der kritischen Kette (Prozentsatz abgeschlossener Aufgaben) und die Pufferverbrauchsrate. Zusammen liefern sie eine klare Übersicht über den Projektstatus. Ein vordefinierter Verbrauchsschwellenwert löst gezielte Entscheidungen aus und vereinfacht die Kommunikation zwischen Projektleitung und Management.

Wie integriert man Verfügbarkeits- und Kompetenzbeschränkungen der Experten bereits in der Planung?

Erstellen Sie zunächst eine Übersicht der Kompetenzen und Verfügbarkeitskalender. Nutzen Sie diese Daten, um jede kritische Ressource jederzeit nur einer Aufgabe in der Kette zuzuordnen. Diese Granularität ermöglicht es, Planungskonflikte schnell zu erkennen und Prioritäten anhand der Projektziele und Kritikalität abzuwägen.

Welche häufigen Fehler behindern die Einführung der Kritischen-Ketten-Methode?

Zu den häufigsten Fehlern zählen: das Beibehalten übermäßiger lokaler Puffer, das Unterdimensionieren des Projektpuffers, das Vernachlässigen der Schulung der Teams in der CCPM-Disziplin und das Ignorieren einer detaillierten Ressourcenverwaltung. Ohne eine sorgfältige Kompetenzübersicht und Unterstützung durch das Management kann die Methode ihre Vorteile kaum entfalten.

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