Zusammenfassung – Ein Projekt ohne Product Discovery riskiert Budgetüberschreitungen, regulatorische Verstöße und geringe Nutzerakzeptanz. Der Ansatz kombiniert Feldinterviews und In-situ-Beobachtungen, Kartierung von ROI, Risiken und Aufwand, Low-Fidelity-Prototyping und frühe Tests, um reale Bedürfnisse zu ermitteln, Funktionen zu priorisieren und technische Machbarkeit sowie regulatorische Konformität zu prüfen.
Lösung: Kurze, nutzer- und regulatorisch ausgerichtete Workshops organisieren, um Risiken zu senken, Kosten zu kontrollieren und ein nützliches, angenommenes Produkt zu liefern.
Product Discovery ist der Schlüssel, um ein Projekt nicht „blind“ zu starten und Ihre Investitionen auf wertstarke Funktionen zu fokussieren. Im Gesundheitswesen ermöglicht dieser Ansatz, regulatorische und anwendungsspezifische Risiken durch frühe und iterative Feldvalidierungen zu begrenzen.
Indem der Nutzer in den Mittelpunkt gestellt und UX, Technik, Business und Compliance kombiniert werden, lassen sich echte Bedürfnisse schnell identifizieren und ungetestete interne Annahmen verwerfen. Das Ergebnis: ein nützliches, angenommenes und konformes Produkt, dessen Entwicklung agil bleibt und finanziell kontrolliert wird.
Die Nutzer mit einem pragmatischen Feldansatz verstehen
Nutzerforschung beschränkt sich nicht auf theoretische Umfragen. Sie basiert auf gezielten Interviews, konkreten Beobachtungen und einer Analyse realer Rahmenbedingungen.
Bei einem Projekt für eine digitale Patientenakte ermöglichen kurze Feldinterviews das Erfassen der Frustrationen des Pflegepersonals und der Verfügbarkeitsbeschränkungen. Dieser Ansatz geht über einfache Fragebögen im Besprechungsraum hinaus: Er integriert sich in Routinen, Briefings und informelle Pausen.
Die Beobachtung der aktuellen Nutzung bestehender Tools deckt oft Abweichungen von offiziellen Prozessen auf. Diese Beobachtungen in situ helfen zu verstehen, warum bestimmte „nicht konforme“ Praktiken fortbestehen und ermöglichen den Aufbau von Workflows, die wirklich zum Krankenhausumfeld passen.
Die Analyse interner und externer Zwänge – etwa administrative Belastung, Personalrotation oder Sicherheitsprotokolle – lenkt sofort die Prioritäten. Diese operativen Faktoren beeinflussen direkt die technische Machbarkeit und das Nutzererlebnis insgesamt. IT-Anforderungskatalog
Kurze und gezielte Feldinterviews
Die auf konkrete Situationen fokussierten Interviews liefern unmittelbare Rückmeldungen zu den tatsächlichen Bedürfnissen der Nutzer. Sie dauern in der Regel 30 bis 45 Minuten, um den medizinischen Zeitrahmen nicht zu beeinträchtigen.
Durchgeführt mit unterschiedlichen Profilen (Pflegekräfte, Ärzte, Apotheker) decken diese Gespräche divergierende Erwartungen auf und zeigen Ansätze für gemeinsame Lösungen. Ein Beispiel: Eine Pflegekraft wünscht sich eine kompakte Übersichtsmeldung, während ein Apotheker ein detailliertes Protokoll benötigt.
Beobachtung realer Nutzung
Ein Nutzer auf seinen Wegen zu begleiten, macht Reibungspunkte sichtbar, die in Interviews nicht zur Sprache kommen. So entdeckt man ungenutzte Systembereiche oder zeitraubende Umwege.
Diese Beobachtungsmomente offenbaren Alltagsroutinen, provisorische Workarounds und informelle Abweichungen, die auf Lücken in den aktuellen Systemen hinweisen. Diese Erkenntnisse lassen sich sofort in UX- und technische Verbesserungen übersetzen.
Die Dokumentation der Abläufe mit Fotos und Anmerkungen setzt jede Nutzungsphase in Kontext und erleichtert den Aufbau realistischer Prototypen – nicht idealisierter Prozesse.
Analyse operativer Rahmenbedingungen
Das Verständnis von Sicherheitsprotokollen, DSGVO-Anforderungen oder internen Freigabeprozessen ist entscheidend, um Design und Architektur bereits in der Discovery-Phase abzustimmen.
Die Berücksichtigung der Personalverfügbarkeit, der IT-Wartungsfenster und der Integrationsanforderungen mit Bestandssystemen verhindert unnötige, nicht nutzbare Entwicklungen. So lässt sich die technische Machbarkeit bereits im Vorfeld bewerten.
Ein Universitätsklinikum passte seinen Rollout-Fahrplan an, indem es Product-Discovery-Workshops an die Schichtwechsel des Pflegepersonals anlehnte. Dieses Beispiel zeigt: Die Identifikation verfügbarer Fenster ist ebenso kritisch wie die Bedarfsermittlung.
Ideen nach Geschäftswert generieren und priorisieren
Co-Creation-Workshops sollten kurz, fokussiert und entscheidungsorientiert sein. Die Priorisierung erfolgt über ein Mapping der Funktionen nach ROI, Risiko und Aufwand.
In einer gemeinsamen Session wird jede Idee im Hinblick auf ihren Einfluss auf die Wertschöpfungskette und ihre technische Komplexität bewertet. Diese Methode verhindert Feature-Bloat und fördert die Akzeptanz bei Entscheidern. MVP-Entwicklung: Vor- und Nachteile
Low-Fidelity-Prototypen (Papiermodelle oder interaktive Wireframes) nähren die Diskussion und dienen als Basis für schnelle Entscheidungen. Ungetestete Intuitionen weichen quantifizierbaren, vergleichbaren Optionen. Prototyp-Verständnis
Die resultierende Funktionslandkarte gliedert sich in drei Achsen: vom Nutzer wahrgenommenen Wert, Risikoniveau (technisch, regulatorisch, operativ) und Umsetzungsaufwand. Diese visuelle Darstellung leitet Stakeholder sofort.
Edana: Strategischer Digitalpartner in der Schweiz
Wir begleiten Unternehmen und Organisationen bei ihrer digitalen Transformation.
Kurze und effiziente Workshops
Halbtägige Workshops maximieren die Konzentration und vermeiden endlose Diskussionen. Jede Session beginnt mit einer Zusammenfassung der Feld-Insights und endet mit klaren Prioritäten.
Die Teilnahme des Führungsteams, der Fachverantwortlichen und der IT-Vertreter ist essenziell. Der Abgleich unterschiedlicher Perspektiven beschleunigt Entscheidungen und verstärkt die Verbindlichkeit des Aktionsplans.
Schnelles Low-Fidelity-Prototyping
Tools wie Figma oder Papiermodelle ermöglichen mehrere Varianten in wenigen Stunden zu testen. So lassen sich Hypothesen ohne großen Aufwand verifizieren.
Jeder Low-Fidelity-Prototyp fokussiert auf Schlüsselabläufe und kritische Bildschirme. Nutzer validieren oder verwerfen sofort Navigation, Wortwahl und Anordnung der Elemente.
Diese frühen Rückmeldungen fließen in einen priorisierten Backlog ein, der auf Fakten basiert. Unnötige Entwicklungen werden so vermieden.
ROI-, Risiko- und Aufwand-Mapping
Jede Funktion wird in einer dreidimensionalen Matrix positioniert: Geschäftswert, technische Komplexität und Risikoniveau. Dieser Überblick leitet die Entscheidungen.
Initiativen mit hohem Impact und geringem Aufwand rücken an die Spitze, risikoreiche oder unsichere Optionen werden verschoben oder abgelehnt.
Schweizer Pharmalaboratorium verzichtete auf ein technisch anspruchsvolles Analysemodul, das zwar reizvoll, aber selten verwendet wurde. Dank der Kartierung sparte es über 25 % des ursprünglichen Budgets und zeigte, dass die Priorisierung nach Geschäftswert unnötige Ausgaben vermeidet.
Prototyping und UX: früh testen, auf das Wesentliche fokussieren
Interaktive Prototypen, die bereits in den ersten Tagen getestet werden, decken schnell Inkonsistenzen in Abläufen auf. Das Design konzentriert sich auf Barrierefreiheit, Konformität und nahtlose Integration in Geschäftsprozesse.
Wireframes werden entwickelt, um die kritischsten Nutzungsszenarien zu validieren. Jede Iteration integriert Feedback aus den Usability-Tests und stellt sicher, dass die UI die operativen Prozesse optimal unterstützt. High-Fidelity-Wireframe-Leitfaden
Der interaktive Prototyp misst die Aufgabendurchlaufzeiten, identifiziert Fehlerquellen und optimiert die Navigation, bevor auch nur eine Zeile Code geschrieben wird.
Der Fokus liegt auf Informationsarchitektur und visueller Klarheit: Ziel ist eine Erfolgsrate von über 90 % bei der ersten Test-Iteration.
Wireframes und Nutzungsszenarien
Wireframes veranschaulichen die Schlüsselabläufe und berücksichtigen gesundheitsspezifische Regulierungen wie Einwilligungserfassung und Nachvollziehbarkeit aller Aktionen.
Jedes Szenario konzentriert sich auf eine kritische Aufgabe: Patientenakte anlegen, Verschreibung erstellen, Verlaufsdaten abrufen. Die Tests basieren auf kurzen, reproduzierbaren Protokollen.
Erste Rückmeldungen zeigen oft kleine Anpassungen – etwa Button-Positionen oder Bezeichnungen –, die Ergonomie und Effizienz deutlich steigern.
Frühe interaktive Tests
Der Prototyp wird Pflegekräften in realen Bedingungen vorgelegt, um Interaktionsfehler aufzuspüren. Dabei werden Durchlaufzeiten, Fehlerraten und qualitative Kommentare analysiert.
Diese Tests offenbaren auch emotionale Erwartungen der Nutzer, ein wesentlicher Aspekt im Patientenkontext. Sie zeigen den Bedarf an sofortigem Feedback oder visueller Bestätigung.
Ein ambulantes Versorgungszentrum reduzierte nach zwei Testzyklen den Aufwand für administrative Dateneingabe um 30 %. Ein konkreter Beleg für den Nutzen früher UX-Iterationen.
Barrierefreies, konformes und skalierbares Design
Das Design orientiert sich an den WCAG-Richtlinien und den UX-/Use-Safety-Anforderungen der MDR. Jeder Bildschirm wird auf Kontrast, Lesbarkeit und Tastaturnavigation geprüft.
Die modulare Struktur des Prototyps ermöglicht das Hinzufügen oder Anpassen von Komponenten, ohne bestehende Abläufe zu stören. So ist eine kontrollierte Weiterentwicklung gewährleistet.
Der hybride Ansatz – Open-Source-Bausteine kombiniert mit maßgeschneiderten Modulen – sichert technologische Freiheit, minimiert Vendor-Lock-In und bietet gleichzeitig eine sichere, zukunftsfähige Basis.
Evaluation, Tests und Nutzennachweis
Die Validierung erfolgt entlang der drei Achsen: Begehrlichkeit, Machbarkeit und Geschäftskohärenz. Operative Risiken und regulatorische Kompatibilität sind von Anfang an integriert.
Nach dem Prototyping umfasst die Testphase Extremszenarien und Simulationen menschlicher Fehler. Es wird geprüft, ob das Tool selbst bei Fehlbedienung oder hoher Last zuverlässig bleibt. IT-Projektgovernance
Leistungstests vorab messen Skalierbarkeit und technische Robustheit, um Lastspitzen zu antizipieren und Systemstabilität zu garantieren. Total Cost of Ownership
Schließlich wird die IT-Machbarkeit durch eine High-Level-Architekturreview bestätigt, um die Kohärenz mit dem bestehenden Ökosystem sicherzustellen und Integrationspunkte zu identifizieren.
UX- und Technik-Validierung
Der Prototyp wird Endnutzern vorgelegt, um Zufriedenheit und Bedienfreundlichkeit zu messen. Quantitative und qualitative Rückmeldungen fließen in einen Empfehlungsbericht.
Parallel bewertet das Technikteam die Machbarkeit durch leichte Proofs of Concept, validiert Architekturentscheidungen, APIs und Schlüsselkomponenten.
Dieser doppelte Blick sichert, dass das versprochene Nutzererlebnis technisch realisierbar ist, ohne Budgetüberschreitungen oder bedeutende Verzögerungen.
Regulatorische und IT-Kompatibilität
Im medizinischen Umfeld erfordern die MDR-Konformität und UX-/Use-Safety-Vorgaben strikte Einhaltung. Jede Anforderung wird vor der Entwicklung erfasst und freigegeben.
Die High-Level-Architekturreview gewährleistet die Integration mit bestehenden Informationssystemen: ERP, elektronische Patientenakte, Verzeichnisdienste und sichere Messaging-Lösungen.
Diese vorausschauende Prüfung verhindert Verzögerungen und synchronisiert den Rollout-Plan mit regulatorischen Freigaben und IT-Wartungszyklen.
Vom Ungewissen zur Produktsicherheit
Product Discovery schafft eine klare Vision darüber, was gebaut werden soll, was nicht und welche Prioritäten gelten. Durch die Kombination aus Feldforschung, schnellem Prototyping und mehrdimensionaler Bewertung begrenzen Sie Risiken, kontrollieren Kosten und erzielen eine starke Abstimmung zwischen Fachbereichen und IT.
Gerade im Gesundheitswesen und bei strengen Compliance-Anforderungen verhindert dieser pragmatische Ansatz kritische Fehler, verkürzt Time-to-Market und sichert eine nachhaltige Nutzerakzeptanz.
Unsere Expertinnen und Experten begleiten Sie bei der Umsetzung eines beschleunigten, flexiblen Ansatzes, der perfekt auf die Größe und Herausforderungen Ihrer Organisation abgestimmt ist.
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