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Souveräne Generative KI: Autonomie erlangen, ohne Performance zu opfern

Auteur n°3 – Benjamin

Von Benjamin Massa
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Zusammenfassung – Um regulatorische und geschäftliche Anforderungen zu erfüllen, müssen IT-Leitungen Datensouveränität, Agilität und GenAI-Performance vereinen. Eine hybride Infrastruktur aus On-Premise, europäischen souveränen Clouds und Hyperscaler-Enklaven in Kombination mit Open-Source-LLMs und einem modularen Software-Ökosystem gewährleistet Elastizität, granulare Kontrolle und Nachvollziehbarkeit.
Lösung : Audit des bestehenden Stacks → Klassifizierung der Workloads → schrittweise Bereitstellung einer souveränen GenAI über orchestrierte CI/CD-Pipelines

Das Konzept der souveränen Generativen KI definiert den Ansatz von Unternehmen im Umgang mit künstlicher Intelligenz neu: Es geht nicht darum, Hyperscaler grundsätzlich zu meiden, sondern eine hybride und schrittweise Strategie zu entwickeln. Durch die Kombination von On-Premise, europäischen Souveränitäts-Clouds und dedizierten Angeboten der großen Cloud-Anbieter behalten Organisationen die Kontrolle über ihre sensiblen Daten und profitieren gleichzeitig von Elastizität und Skalierbarkeit. Dieser Ansatz ermöglicht es, technologische Eigenständigkeit und operationelle Agilität zu vereinen – eine unverzichtbare Voraussetzung, um aktuelle fachliche und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

Eine hybride Infrastruktur für materielle Souveränität

Materielle Souveränität entsteht durch einen ausgewogenen Mix aus On-Premise-Umgebungen, europäischen Souveränitäts-Clouds und dedizierten Hyperscaler-Angeboten. Dieser hybride Ansatz gewährleistet die Vertraulichkeit kritischer Daten und bewahrt gleichzeitig die für GenAI-Projekte notwendige Elastizität.

In der Realität von 66 % der Unternehmen besteht die hybride Infrastruktur nicht mehr ausschließlich aus On-Premise oder Public Cloud, sondern ist ein Puzzle aus physischen und virtualisierten Lösungen, verteilt nach der Kritikalität der Workloads. Diese Segmentierung erlaubt es, sowohl Leistungsanforderungen und operative Resilienz als auch regulatorische Vorgaben zur Datenlokalisierung zu erfüllen.

Praxis des Mix aus On-Premise und souveränen Clouds

On-Premise-Systeme bleiben unverzichtbar für Daten mit extrem hohen Sicherheitsanforderungen oder strengen gesetzlichen Auflagen. Sie bieten absolute Kontrolle über den gesamten Informationslebenszyklus und die eingesetzte Hardwarekonfiguration. Ihre Skalierbarkeit ist jedoch begrenzt und die Betriebskosten können bei plötzlicher Laststeigerung stark ansteigen.

Dagegen ergänzen europäische Souveränitäts-Clouds das On-Premise-Angebot, ohne Kompromisse bei Datenlokation und -schutz einzugehen. Sie bieten SLAs auf dem Niveau klassischer Hyperscaler, mit dem Vorteil DSGVO-, BDSG- oder PIPEDA-konformer Hosting-Standorte. Diese Clouds sind ideale Plattformen für das Hosting von KI-Modellen und vorverarbeiteten Datenpipelines.

Die materielle Governance dieses Mix erfordert jedoch eine zentralisierte Überwachung. Multi-Cloud-Management-Lösungen vereinheitlichen die Betriebsabläufe, orchestrieren Deployments und ermöglichen granulare Verbrauchsüberwachung. Diese Steuerungsebene, häufig über Infrastructure-as-Code-Tools realisiert, ist die Voraussetzung für den effizienten Betrieb verteilter Umgebungen.

Fortschritte europäischer Souveränitäts-Clouds

In den letzten Jahren haben europäische Souveränitäts-Clouds in puncto Managed Services und geografischer Abdeckung erhebliche Fortschritte gemacht. Anbieter wie StackIT oder IONOS offerieren mittlerweile GPU- und AI-ready-Lösungen, die das Aufsetzen von Kubernetes-Clustern für das Training großer Modelle erleichtern. Fehlende Exit-Barrieren und transparente Lokalisierungsklauseln sorgen für mehr Sicherheit bei den IT-Abteilungen.

Viele dieser Clouds integrieren native On-the-Fly-Verschlüsselung und Daten-Tokenisierung, wodurch das Risiko von Diebstahl und Missbrauch minimiert wird. Sie verfügen über Zertifizierungen wie ISO 27001 und TISAX, die ein Sicherheitsniveau attestieren, das dem traditioneller Hyperscaler entspricht. Dieses Upgrade ebnet den Weg für einen breiteren Einsatz in der Generativen KI.

Die Preise für diese Umgebungen werden durch Rechenzentrumsoptimierung und Einsatz erneuerbarer Energien immer wettbewerbsfähiger. Der Total Cost of Ownership (TCO) gewinnt an Planbarkeit, insbesondere wenn man Hardware, Wartung und Energiekosten in die Kalkulation einbezieht.

Souveräne Angebote der Hyperscaler

Auch die Hyperscaler selbst bieten inzwischen “souveräne” Clouds an, die lokalen regulatorischen Anforderungen gerecht werden. AWS Local Zones, Google Distributed Cloud oder Microsoft Azure Confidential Computing stellen verschlüsselte, isolierte Enklaven bereit, die nach nationalen Vorgaben betrieben werden. Diese Dienste erleichtern die Koexistenz mit bestehenden hybriden Architekturen.

Ein großer Schweizer Industriekonzern testete eine solche Enklave für ein Kundenempfehlungsmodell mit sensiblen Gesundheitsdaten. Die Initiative zeigte, dass man die GPU-Leistung der Hyperscaler nutzen kann und gleichzeitig eine strikte Trennung sensibler Daten gewährleistet. Dieses Beispiel verdeutlicht die Machbarkeit einer kontrollierten Koexistenz von Cloud-Performance und Souveränitätsanforderungen.

IT-Abteilungen können ihre Workloads je nach Kritikalität zuweisen: intensives Training in der Hyperscaler-Enklave, leichte Inferenz in einer europäischen Souveränitäts-Cloud und Speicherung hochsensibler Daten On-Premise. Diese Granularität stärkt die Kontrolle und mindert den Vendor-Lock-In.

Leistungsunterschiede bei Open-Source-Modellen

Der Performance-Gap zwischen proprietären Modellen (OpenAI, Google) und Open-Source-Varianten (Llama, Mistral, DeepSeek) liegt in vielen B2B-Szenarien mittlerweile bei nur noch 5 %. Diese Annäherung ermöglicht es, Innovationen nahezu in Echtzeit im Open-Source-Ökosystem verfügbar zu machen.

In den vergangenen Monaten haben Open-Source-Modelle erhebliche Verbesserungen in sprachlicher Qualität und Effizienz der Attention-Mechanismen erfahren. Interne Benchmarks der Forschungsteams bestätigen diesen Trend und validieren den Einsatz dieser LLMs für Generierung, Klassifikation und Texterkennung im großen Maßstab.

Performance von Open-Source-LLMs für B2B-Use-Cases

Fachliche Anwendungsfälle wie Zusammenfassungen, Ticketklassifikation oder technische Dokumentation nutzen strukturierte und semi-strukturierte Datensätze. In diesem Umfeld bieten auf branchenspezifische Daten feinjustierte Varianten von Mistral oder Llama ein sehr wettbewerbsfähiges Performance-Kosten-Verhältnis. Sie lassen sich lokal oder in einer souveränen Cloud betreiben und so den Datenzugriff kontrollieren.

Eine Schweizer Regierungsstelle implementierte eine automatisierte Antwort-Pipeline für Bürgeranfragen, basierend auf einem Open-Source-LLM. Die Initiative zeigte, dass Latenzzeiten und Antwortqualität mit einer proprietären Lösung vergleichbar sind, während alle Logs innerhalb einer souveränen Cloud verbleiben.

Abgesehen von der Rohleistung garantiert die granulare Kontrolle über Gewichte und Parameter vollständige Nachvollziehbarkeit von KI-Entscheidungen – ein Muss für regulierte Branchen. Diese Transparenz ist ein entscheidender Vorteil bei Audits und im Vertrauen der Stakeholder.

Innovationszyklen und Wissens­transfer

Neue Verfeinerungen oder Architekturankündigungen bleiben nicht länger Labor-Geheimnisse: Sie werden innerhalb weniger Monate in Open-Source-Communities übernommen. Quantisierungsoptimierungen, Modellkompression und Distillationstechniken verbreiten sich schnell und verringern die Lücke zu proprietären Angeboten.

Dieser kollaborative Ansatz beschleunigt Updates und erlaubt Hardware-optimierte Verbesserungen (z. B. AVX512-Instruktionen oder GPUs mit Ampere-Architektur), ohne von einem einzigen Anbieter abhängig zu sein. Unternehmen können so eine evolutionäre KI-Roadmap erstellen und interne Beiträge bündeln.

Die Modularität dieser Modelle, oft als Microservices verpackt, erleichtert das Hinzufügen spezialisierter Komponenten (Vision, Audio, Code). Diese technische Flexibilität ist ein Wettbewerbsvorteil, da sie schnelle Experimente ohne hohe Lizenzkosten ermöglicht.

Interoperabilität und Modellkontrolle

Frameworks wie ONNX oder Triton Inference Server standardisieren die Modellausführung, unabhängig davon, ob es sich um Open-Source oder proprietäre Modelle handelt. Diese Abstraktionsschicht erlaubt einen Backend-Wechsel ohne größere Refaktorierung und erleichtert die Anpassung an Last- und Kostenanforderungen.

Die Möglichkeit, Gewichte zu verschlüsseln und Versionen zu kontrollieren, stärkt die Vertrauenskette. Unternehmen können digitale Signaturen einsetzen, um die Integrität von KI-Artefakten sicherzustellen und so den Anforderungen moderner Cybersicherheitsstandards zu genügen.

Mit diesen offenen Standards sichern Sie sich Entscheidungsfreiheit und Modellportabilität – zwei zentrale Säulen einer erfolgreichen souveränen GenAI-Strategie.

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Open-Source-Software-Ökosystem für souveräne Generative KI

Ein Software-Ökosystem auf Basis von Open-Source-Bausteinen (LangChain, LlamaIndex, Ollama, AutoGPT) bildet das Fundament einer robusten und modularen Generativen KI. Diese Komponenten liefern Orchestrierung, Observability und Governance auf Enterprise-Niveau.

Der Einsatz dieser Frameworks ermöglicht den Aufbau von Datenverarbeitungsketten, die Integration von Modellaufrufen, die Ressourcenüberwachung und die Rückverfolgung jeder Anfrage zur Gewährleistung von Auditierbarkeit und Compliance. Die Industrialisierung dieser Workflows erfordert jedoch Expertise in Sicherheit, Skalierbarkeit und Modellgovernance.

LangChain und LlamaIndex zur Orchestrierung von Pipelines

LangChain bietet eine Orchestrierungs-Engine, um Modellaufrufe zu verketten, Prompts anzureichern und Feedback-Schleifen zu verwalten. LlamaIndex erleichtert das Ingestieren und Durchsuchen heterogener Korpora, sei es PDF-Dokumente, SQL-Datenbanken oder externe APIs.

Eine Schweizer Finanzinstitution implementierte einen internen virtuellen Assistenten auf Basis dieser Kombination. Der Pipeline-Prozess erfasste Kundendossiers, befragte feinjustierte Modelle und lieferte in Echtzeit regulatorische Zusammenfassungen. Die Architektur bewies, dass sich kritische Volumina verarbeiten lassen, während Daten und Entscheidungen lückenlos nachvollziehbar bleiben.

Dank dieser Bausteine ist die Wartung des Workflows einfacher: Jede Stufe ist versionierbar und testbar, und der Austausch eines Modells erfordert keine komplette Neugestaltung der Architektur.

Ollama, AutoGPT und Workflow-Automatisierung

Ollama vereinfacht den Betrieb lokaler Open-Source-Modelle, indem es Download, Ausführung und Updates der Artefakte verwaltet. AutoGPT automatisiert komplexe Sequenzen wie Ticketverfolgung, Berichtserstellung oder Batch-Orchestrierung.

In Kombination ermöglichen diese Tools einen vollständig automatisierten “Data-to-Decision”-Zyklus: Datenerfassung, -bereinigung, Kontextualisierung, Inferenzen und Rückgabe. Die dabei entstehenden Logs speisen Observability-Dashboards, die für den Produktionsbetrieb unverzichtbar sind.

Diese Automatisierung minimiert manuelle Eingriffe, beschleunigt das Time-to-Market neuer Funktionen und sorgt für detaillierte Nachverfolgbarkeit jeder Interaktion mit dem Modell.

Sicherheit, Observability und Governance in einem modularen Ökosystem

Der Produktivbetrieb von GenAI-Pipelines erfordert eine strikte Sicherheitsstrategie: Container-Isolation, Verschlüsselung der Inter-Service-Kommunikation und starke Authentifizierung für API-Aufrufe. Open-Source-Tools integrieren sich in der Regel nahtlos mit Vaulting- und Secrets-Management-Lösungen.

Observability umfasst die Erfassung von Metriken (Latenz, Fehlerraten, Ressourcennutzung) und verteilten Traces. Lösungen wie Prometheus und Grafana lassen sich leicht anbinden und alarmieren bei Performance-Abweichungen oder Anomalien, um einen robusten Betrieb sicherzustellen.

Die Modellgovernance basiert auf Versionierungs-Repos, Validierungsworkflows vor dem Produktiveinsatz und “Kill-Switch”-Mechanismen, um ein Modell bei Fehlverhalten oder Störfällen sofort abzuschalten.

Zu einer progressiven und hybriden Strategie: Governance und pragmatische Entscheidungen

Die souveräne Generative KI entsteht in Phasen: Bestandsaufnahme der aktuellen Infrastruktur, Klassifizierung der Workloads und schrittweises Deployment. Dieser pragmatische Ansatz optimiert Innovation und minimiert gleichzeitig Betriebs- sowie Regulierungsrisiken.

Workload-Kartierung und Daten­sensitivität

Jeder Verarbeitungstyp muss nach dem Vertraulichkeitsgrad der Daten und dem potenziellen Risiko bei Datenlecks bewertet werden. Die Einteilung kann in Kategorien wie “öffentlich”, “intern” oder “vertraulich” erfolgen, jeweils verbunden mit spezifischen Infrastrukturregeln.

Diese Klassifizierung dient als Entscheidungsgrundlage, ob ein Modell in einer Public Cloud, einer Souveränitäts-Cloud oder On-Premise betrieben wird. Sie bildet auch die Basis für Ressourcendimensionierung, TCO-Schätzung und Lastprognosen.

Die Nachvollziehbarkeit der Daten vom Ingestionszeitpunkt bis zur Ergebnisausgabe stützt sich auf zeitgestempelte, unveränderliche Logs, die für Audits und Compliance unverzichtbar sind.

Technologiemix: Hyperscaler für Elastizität, Souveränität für Vertraulichkeit

Hyperscaler bleiben unverzichtbar für massiv rechenintensive Trainingsphasen, die GPUs der neuesten Generation und optimierte Frameworks erfordern. Sie liefern bedarfsgerechte Elastizität ohne Vorabinvestitionen.

Parallel dazu kommen souveräne Clouds oder On-Premise-Lösungen für hochfrequente Inferenz auf sensiblen Daten zum Einsatz. Diese Kombination gewährleistet schnellen Zugriff auf leistungsstarke Ressourcen bei gleichzeitiger strikter Trennung kritischer Informationen.

Die Orchestrierung über mehrere Umgebungen erfolgt mittels einheitlicher CI/CD-Pipelines, die ein identisches Artefakt je nach Governance-Regeln auf verschiedene Ziele ausrollen.

Kompetenzaufbau und Governance

Das Beherrschen dieses Ökosystems verlangt hybride Profile: Cloud-Ingenieure, Data Scientists und KI-Architekten. Ein gezieltes Schulungsprogramm zu Open-Source-Bausteinen und Sicherheit vermittelt Best Practices im Team.

Die Einrichtung eines GenAI-Governance-Komitees mit IT-Leitung, Fachbereichsverantwortlichen und Sicherheitsexperten gewährleistet die kontinuierliche Überwachung von Fortschritten, Incident-Reviews und die Weiterentwicklung von Nutzungsrichtlinien.

Diese Entscheidungsstruktur stellt sicher, dass KI-Initiativen mit der Unternehmensstrategie im Einklang stehen und neue Technologien schrittweise eingeführt werden.

Eine pragmatische und leistungsfähige souveräne Generative KI aufbauen

Durch die Kombination einer hybriden Infrastruktur, dem Einsatz offener LLMs und der Integration eines modularen Open-Source-Software-Ökosystems lässt sich eine souveräne Generative KI implementieren, ohne Agilität oder Performance einzubüßen. Dieses Triptychon – kontrollierte Hardware, wettbewerbsfähige Modelle und Open-Source-Software – bietet die Roadmap für nachhaltige technologische Unabhängigkeit.

Unsere Experten begleiten jeden Schritt dieser Reise: Bestandsaufnahme Ihres bestehenden Stacks, Klassifizierung der Workloads, Auswahl der Clouds und Modelle, Aufbau der Pipelines und Governance. Gemeinsam entwickeln wir eine progressive Strategie, zugeschnitten auf Ihre fachlichen Anforderungen und Souveränitätsziele.

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Von Benjamin

Digitaler Experte

VERÖFFENTLICHT VON

Benjamin Massa

Benjamin ist ein erfahrener Strategieberater mit 360°-Kompetenzen und einem starken Einblick in die digitalen Märkte über eine Vielzahl von Branchen hinweg. Er berät unsere Kunden in strategischen und operativen Fragen und entwickelt leistungsstarke, maßgeschneiderte Lösungen, die es Organisationen und Unternehmern ermöglichen, ihre Ziele zu erreichen und im digitalen Zeitalter zu wachsen. Die Führungskräfte von morgen zum Leben zu erwecken, ist seine tägliche Aufgabe.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zur souveränen GenAI

Was ist eine hybride souveräne GenAI-Strategie?

Eine hybride souveräne GenAI-Strategie kombiniert On-Premise-Infrastrukturen, europäische souveräne Clouds und dedizierte Angebote von Hyperscalern. Ziel ist es, die Kontrolle über sensible Daten zu behalten und gleichzeitig von der Elastizität und Skalierbarkeit externer Umgebungen zu profitieren. Dieses Modell gewährleistet technologische Autonomie, regulatorische Compliance und operative Agilität für KI-Projekte im Unternehmensmaßstab.

Wie wählt man je nach Workload zwischen On-Premise, souveräner Cloud und Hyperscalern aus?

Die Wahl richtet sich nach der Kritikalität und dem Lebenszyklus der Daten. Sensible Workloads, die strengen gesetzlichen Vorgaben unterliegen, verbleiben On-Premise. Inferenzprozesse mit hohem Volumen können in eine europäische souveräne Cloud verlagert werden. Massive Trainingsphasen nutzen die GPUs der Hyperscaler. Eine vorherige Klassifizierung der Workloads und ein Audit der Sicherheitsanforderungen leiten diese Auswahl.

Welche Governance-Kriterien sind erforderlich, um eine verteilte GenAI-Umgebung zu überwachen?

Die zentrale Überwachung basiert auf Multi-Cloud-Management-Tools und Infrastructure-as-Code. Wichtige Kennzahlen sind die Orchestrierung von Deployments, die detaillierte Verbrauchsüberwachung, das Zugriffs-Audit und die Nachverfolgbarkeit von Modellversionen. Immutable-Configuration-Praktiken und Secret-Repositories gewährleisten Konsistenz, Sicherheit und Compliance bei Deployments in einer verteilten Umgebung.

Wie bewertet man die Performance von Open-Source-Modellen gegenüber proprietären Angeboten?

Interne Benchmarks messen die sprachliche Qualität, Latenz, Ressourcenkonsum und die Total Cost of Ownership. Open-Source-Modelle wie Llama oder Mistral, die auf Unternehmensdaten fine-getunt sind, erreichen inzwischen 90–95 % der Performance der Cloud-Riesen für B2B-Anwendungen. Es empfiehlt sich, sie unter realen Bedingungen mit repräsentativen Datensätzen vor der Produktionsumsetzung zu testen.

Was sind die wichtigsten Schritte, um eine modulare GenAI-Pipeline produktiv einzusetzen?

Die Implementierung umfasst ein anfängliches Audit, die Datenklassifizierung, die Auswahl der Open-Source-Bausteine (LangChain, LlamaIndex …), die CI/CD-Konfiguration und das Observability-Instrumentarium. Jeder Abschnitt – Ingestion, Training, Inferenz, Monitoring – muss containerisiert und unabhängig versioniert werden. Pre-Production-Umgebungen validieren die Governance, bevor es in die Produktion geht.

Welche regulatorischen und Sicherheitsrisiken sollten bei einem souveränen GenAI-Projekt beachtet werden?

Die Hauptgefahren betreffen die Datenlokalisierung, das Offenlegen sensibler Informationen und die Integrität der Modelle. Es gilt, die Einhaltung von DSGVO, BDSG oder PIPEDA zu prüfen, On-the-Fly-Verschlüsselung anzuwenden, Schlüssel in einem Vault zu verwalten und strenge Zugriffskontrollen einzurichten. Ein „Kill-Switch“ und regelmäßige Audits gewährleisten eine schnelle Reaktion im Störfall.

Welche KPIs sollte man verfolgen, um den Erfolg einer souveränen GenAI-Initiative zu messen?

Zu den wichtigsten KPIs zählen die Ressourcenauslastung, die Inferenzlatenz, die Kosten pro Anfrage, die Einhaltung der SLAs und die Fehlerrate der Prozesse. Hinzu kommen Compliance-Indikatoren (Audit-Trails, Incident-Management) und geschäftliche Rückmeldungen (Produktivitätsgewinn, Nutzerzufriedenheit). Diese Werte ermöglichen eine kontinuierliche Anpassung von Governance und Architektur.

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