Zusammenfassung – Die Übernahme einer kritischen Softwarelösung ist ein Hebel, um Geschäftsprozesse zu sichern, technische Schulden zu kontrollieren und eine unterbrechungsfreie Servicekontinuität zu gewährleisten. Sie beruht auf einem gründlichen Audit, einer Kartografie der Komponenten und Abläufe, der Bewertung von Code und Architektur sowie auf Backup-, Test- und Zugriffskontrollen. Der Modernisierungspfad kombiniert gezieltes Refactoring, Containerisierung und die Aufteilung in Microservices mit der Option einer Neuentwicklung je nach Schuldenstand und Business-Anforderungen.
Lösung: Audit → Absicherung & Tests → modulares Refactoring → Container/CI-CD → Microservices oder Neuentwicklung
Die Übernahme einer bestehenden Software oder Anwendung besteht nicht nur darin, Fehler zu beheben oder den Betrieb aufrechtzuerhalten. Sie dient vielmehr als Hebel, um Ihre Geschäftsprozesse zu sichern, technische Risiken zu minimieren und Ihre IT-Landschaft an Ihre strategischen Ziele anzupassen. In einem Umfeld, in dem die Service-Kontinuität entscheidend wird, ist es essenziell, diese Übernahme vorausschauend zu planen und zu strukturieren, um ein fragiles Asset in einen Katalysator für Innovation und Performance zu verwandeln.
Verstehen und Bewerten eines mitunter schlecht dokumentierten Bestands
Ohne eine genaue Bestandsaufnahme drohen kostspielige Überraschungen und unerwartete Blockaden. Eine rigorose technische und funktionale Audit-Phase ist unerlässlich, um Schwachstellen, technische Schulden und kritische Abhängigkeiten zu identifizieren.
Komponenten und Datenflüsse kartieren
Vor jeder Intervention sollten Sie einen vollständigen Inventar des Codes, der Drittanbieter-Bibliotheken und der zugehörigen Services erstellen. Dieser Schritt macht veraltete Versionen, individualisierte Module und nicht dokumentierte Schnittstellen sichtbar, die zu Schwachstellen oder Inkompatibilitäten führen können.
Die Analyse der Datenflüsse zwischen den Modulen und externen Systemen deckt die kritischen Pfade Ihrer Prozesse auf. So lassen sich Prioritäten setzen und potenzielle Auswirkungen geplanter Änderungen besser einschätzen.
Schließlich sorgt das Kartieren der Abhängigkeiten für Transparenz über interne und externe Interaktionen. Damit reduzieren Sie das Risiko von Regressionen bei Updates oder Teil-Refactorings der Anwendung.
Qualität von Code und Architektur bewerten
Die Code-Qualität wird anhand von Kennzahlen beurteilt, etwa Testabdeckungsgrad, Einhaltung von Modularitäts-Standards und Vorhandensein aussagekräftiger Kommentare. Jeder schlecht strukturierte oder doppelt vorhandene Codeblock kann zukünftige Weiterentwicklungen hemmen.
Die Betrachtung der Software-Architektur zeigt auf, ob es sich um einen monolithischen Ansatz, Microservices oder ein Hybridmodell handelt. Diese Erkenntnis bestimmt die Modernisierungsstrategie und die Möglichkeit, Änderungen ohne Produktionsunterbrechung umzusetzen.
Ein abschließender Blick auf Performance und Skalierbarkeit deckt Engpässe auf. Ein Last- und Stresstest liefert konkrete Kennzahlen, um strategische Optimierungen zu priorisieren.
Illustratives Beispiel und Erkenntnisse
In einer Genfer Behörde basierte eine entscheidende Fachanwendung auf undokumentiertem, stark verschachteltem Code und einem veralteten Framework. Das Audit förderte hohe technische Schulden und unverschlüsselte Datenströme zutage, die ein Skalieren unmöglich machten.
Diese Analyse unterstrich die Bedeutung einer fundierten Erstdiagnose: Ohne sie hätte jede Modernisierungsmaßnahme zu massiven Serviceunterbrechungen für mehrere Dutzend Nutzer geführt.
Auf Basis dieser Erkenntnisse konnte das Projektteam eine klare Roadmap erstellen, die Refactoring-Arbeiten priorisieren und Schnittstellen absichern, bevor eine umfassende Neugestaltung in Angriff genommen wurde.
Kontinuität und Sicherheit kritischer Abläufe gewährleisten
Die Verfügbarkeit und Unversehrtheit Ihrer Geschäftsprozesse ist in jedem Übernahmeprojekt unverzichtbar. Schon vor jedem Codeeingriff müssen Backup-Mechanismen, Monitoring und Zugriffssteuerungen etabliert werden.
Sicherungen, Rollback und Testumgebungen
Vor jeder Änderung sollten automatisierte Backup-Szenarien für Quellcode, Datenbanken und Konfigurationsdateien definiert werden. So stellen Sie im Notfall den stabilen Ausgangszustand wieder her.
Repräsentative Pre-Production-Umgebungen, die der Live-Umgebung entsprechen, erlauben die Validierung von Änderungen ohne Risiko für Endnutzer. Versionierungs-Tests müssen hier obligatorisch sein.
Ein klar dokumentierter Rollback-Plan reduziert den operativen Druck: Jeder Beteiligte weiß genau, wie er im Fehlerfall den Service schnellstmöglich wiederherstellt.
Sicherheit und Zugangsverwaltung stärken
Die Übernahme einer unkontrollierten Anwendung birgt oft Sicherheitslücken und verwaiste Benutzerkonten. Ein Audit der Rollen und Rechte eliminiert unnötige Accounts und beschränkt Zugriffe auf das notwendige Minimum.
Die Integration starker Authentifizierungsverfahren und Audit-Logs ermöglicht die lückenlose Nachverfolgung jeder Änderung und das schnelle Aufspüren ungewöhnlicher Aktivitäten.
Netzwerksegmentierung und Isolierung kritischer Komponenten per Application-Firewall oder Container bieten zusätzlichen Schutz gegen externe Angriffe.
Beispiel für Kontinuitätssicherung
Ein in Lausanne ansässiges Konsumgüter-KMU setzte eine instabile Lagerverwaltungsanwendung ein, die anfällig für SQL-Injektionen war. Vor dem Refactoring führten regelmäßige Datenbank-Snapshots und ein Failover-Cluster zu 99,8 % Verfügbarkeit während der Umstellung.
So konnten die Fachabteilungen ihre Prozesse ohne Unterbrechung fortsetzen.
Der Fall zeigt: Eine konsequente Steuerung der Kontinuität ist ebenso wichtig wie die technische Neuentwicklung kritischer Module.
Edana: Strategischer Digitalpartner in der Schweiz
Wir begleiten Unternehmen und Organisationen bei ihrer digitalen Transformation.
Modernisierung und Skalierbarkeit: Abwägung zwischen Refactoring, Containerisierung und Microservices
Die Übernahme bietet die Chance, Ihre Anwendung agiler, modularer und an moderne Standards angepasst zu gestalten. Die Wahl der richtigen Strategie (Teil-Refactoring, Containerisierung, Microservice-Architektur) entscheidet über Ihre Fähigkeit, schnell auf neue Anforderungen zu reagieren.
Zielgerichtetes Refactoring zur Reduzierung technischer Schulden
Refactoring bedeutet, den bestehenden Code umzugestalten, ohne das funktionale Verhalten zu ändern. Es ist der schonendste Weg, Schwachstellen zu beheben und die Wartbarkeit zu erhöhen.
Konzentriert man sich auf hoch verschuldete Module (kritische Funktionen, langsame Deploy-Zyklen), lassen sich Performance-Gewinne erzielen und Regressionen vermeiden.
Diese Maßnahme sollte von einer Abdeckung durch automatisierte Tests begleitet werden, um sicherzustellen, dass keine neuen Fehler eingeführt werden.
Containerisierung und orchestrierte Deployments
Komponenten in Container (z. B. Docker, Kubernetes) zu verpacken isoliert Abhängigkeiten und erleichtert CI/CD-Pipelines. Jeder Service wird unabhängig deploybar und kann eigenständig skaliert werden.
Diese Architektur erhöht die Resilienz: Ein Ausfall eines einzelnen Dienstes betrifft nicht mehr die gesamte Plattform.
Zudem profitieren Sie von Orchestrierungsfunktionen für Auto-Scaling und proaktives Ressourcen-Management gemäß der Nachfrage.
Beispiel für schrittweise Skalierbarkeit
Ein Finanzdienstleister mit einer leistungsschwachen Back-Office-Anwendung entschied sich für eine schrittweise Microservice-Migration. Die Kommissionsberechnung wurde in einen eigenständigen Service ausgelagert und parallel zum alten Modul betrieben.
Die inkrementelle Migration zeigte, dass Modernisierung ohne Bruch möglich ist: Nach erfolgreicher Validierung der ersten Microservices wurde die restliche Anwendung in kontrollierten Phasen fragmentiert.
Das Projekt reduzierte die Antwortzeiten um 40 % und schuf eine skalierbare Architektur für künftige Feature-Erweiterungen.
Neuentwicklung oder vollständiger Neubau: Entscheidung für die Zukunft der IT-Landschaft
In einigen Fällen ist nur ein kompletter Neubau in der Lage, architektonische Blockaden zu beseitigen und ein konsistentes Fundament für die Zukunft zu schaffen. Diese weitreichende Entscheidung muss auf klaren Kriterien zu geschäftlichen Auswirkungen, Kosten und Zeitrahmen beruhen.
Entscheidungskriterien zwischen teilweiser Überarbeitung und kompletter Neubau
Das erste Kriterium ist das Ausmaß der technischen Schulden: Bei fehlender Testabdeckung, kritischen Abhängigkeiten und veraltetem Legacy-Code kann eine partielle Überarbeitung teurer sein als ein Neubau.
Das zweite betrifft die funktionalen Altlasten: Erfüllen zahlreiche Funktionen nicht mehr die aktuellen Geschäftsanforderungen, lohnt sich unter Umständen ein Neustart mit besserer Ausrichtung.
Das dritte Kriterium ist Ihre interne Kapazität: Verfügen Sie über ausreichend erfahrene Ressourcen für einen Neubau, oder ist ein schrittweises Refactoring mit parallelem Kompetenzaufbau sinnvoller?
Planung des Neubauprojekts
Ein Neubauprojekt beginnt mit der Definition eines MVP (Minimum Viable Product), das die kritischsten Funktionen abdeckt. Eine SCRUM-ähnliche Methodik ermöglicht schnelle, stabile Releases und sukzessive Erweiterung.
Technologische Entscheidungen (Programmiersprachen, Frameworks, Datenbank) orientieren sich an bewährten Open-Source-Bausteinen, um Vendor-Lock-In zu vermeiden und langfristige Wartbarkeit zu sichern.
Ab dem ersten Sprint werden Code-Reviews und Dokumentationsprozesse etabliert, um die Entstehung neuer technischer Schulden zu verhindern.
Begleitung des Wandels und Vorbereitung der Kompetenzsteigerung
Der Erfolg eines Neubaus hängt auch von der Projekt-Governance ab: Binden Sie IT-Leitung, Fachbereiche und Anwender kontinuierlich ein, um jedes Inkrement abzustimmen.
Ein Trainingskonzept und Wissens-Workshops stellen sicher, dass Ihre Teams die neue Plattform eigenständig betreiben können.
Performance-Indikatoren (KPIs) wie Code-Qualität, Release-Geschwindigkeit und Nutzerzufriedenheit ermöglichen eine fortlaufende Optimierung.
Verwandeln Sie Ihre kritische Bestandslösung in einen strategischen Vorteil
Eine Übernahme bestehender Software als strategisches Projekt stärkt die Sicherheit, optimiert die Wartbarkeit und fördert Innovation. Eine gründliche Audit-Phase, kombiniert mit modularen, Open-Source-Ansätzen, garantiert schnelle Erfolge und eine zukunftsfähige Architektur.
Ob Sie sich für zielgerichtetes Refactoring, schrittweise Containerisierung oder einen vollständigen Neubau entscheiden – unsere Expertinnen und Experten unterstützen Sie dabei, die optimale Lösung für Ihre Geschäftsanforderungen und Ihre technische Situation zu finden.
Besprechen Sie Ihre Herausforderungen mit einem Edana-Experten







Ansichten: 3