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ERP-Wechsel oder nicht: Objektiv den richtigen Zeitpunkt zum Handeln ermitteln

Auteur n°4 – Mariami

Von Mariami Minadze
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Zusammenfassung – Die Wettbewerbsfähigkeit leidet unter einem starren ERP, sobald es manuelle Workarounds, Shadow IT, Datensilos und versteckte Kosten erzeugt und so Reaktionsfähigkeit und Wachstum hemmt. Die Bewertung sollte Ergonomie, API-Integration, monolithische vs. Microservices-Architektur, Vendor Lock-in und Skalierbarkeit berücksichtigen, um technologische Veralterung zu erkennen.
Lösung: strukturiertes Audit → funktionale und technische Quick Wins → modulare Roadmap (Headless-ERP, Microservices, Open Source) für ein agiles, weiterentwickelbares und beherrschbares digitales Fundament.

In einem Umfeld, in dem Wettbewerbsfähigkeit auf reibungslosen Prozessen und intelligenter Datennutzung beruht, ist das ERP längst mehr als nur ein funktionales Werkzeug. Es wird zu einem strategischen Fundament oder im Gegenteil zu einem Hemmnis für Innovation und Wachstum.

Angesichts der Explosion digitaler Kanäle (CRM, MES, E-Commerce, Fachanwendungen) und der Forderung nach Agilität ist es entscheidend, eine objektive Diagnose zu stellen, bevor man eine Umstellung beschließt. Dieser Artikel schlägt einen strukturierten Analyse-Rahmen vor, um zu prüfen, ob das aktuelle ERP als solide Basis oder als Glasdecke fungiert, und um modulare, erweiterbare und interoperable Modelle zu erkunden, die den tatsächlichen Anforderungen des Unternehmens entsprechen.

Die ersten Anzeichen für ein veraltetes ERP erkennen

Ein ERP muss heute mehr leisten als nur „seine Arbeit tun“ – es sollte Wachstum und Performance aktiv unterstützen. Mehrere Frühwarnzeichen deuten darauf hin, dass die Lösung nicht mehr mit den Zielen der Organisation Schritt hält.

Deckt ein ERP manche Schlüsselprozesse nicht mehr ab oder ist die Benutzeroberfläche wenig intuitiv, suchen Anwender schnell nach Ausweichlösungen. Dies führt zu einer Flut ergänzender Tools oder Tabellenkalkulationen, erhöht den manuellen Aufwand und das Fehlerpotenzial.

Fehlende Funktionen, etwa für komplexe Promotionen oder die Nachverfolgung logistischer Retouren, zwingen zum Basteln mit Skripten oder zu manuellen Exporten. Der Zeitaufwand steigt, während die Gesamtproduktivität sinkt.

Langfristig verschlechtert die starre Oberfläche die Akzeptanz der Lösung im Team. Fehlende ergonomische Anpassungsmöglichkeiten erzeugen internen Widerstand und fragmentierte Nutzungsweisen – ein deutlicher Hinweis darauf, dass eine ERP-Wechsel gerechtfertigt sein könnte.

Technologische Veralterung diagnostizieren

Eine veraltete Architektur und überholte Technologien begrenzen die Weiterentwicklung des ERP und machen es anfällig. Ein technisches Audit misst diese Risiken und quantifiziert ihren Einfluss auf die Performance.

Monolith versus entkoppelte Services

Monolithische Lösungen, in denen jedes Modul eng verzahnt ist, behindern die Flexibilität. Schon ein Update eines einzelnen Bausteins kann den kompletten Neu-Ausroll erfordern, mit Ausfallzeiten und langen Testphasen.

Dagegen erleichtert eine microservices-orientierte Architektur oder entkoppelte Services die unabhängige Weiterentwicklung der Funktionsblöcke. Wartungsfenster verkürzen sich, und neue Softwarebausteine lassen sich schneller integrieren.

Das Audit sollte Abhängigkeiten aufzeigen, Reibungspunkte identifizieren und die Machbarkeit einer schrittweisen Entkopplung bewerten, um Agilität zu gewinnen und Regressionen zu minimieren.

Technische Abhängigkeiten und Vendor-Lock-in

Proprietäre Module oder teilproprietäre Komponenten führen oft zu einem teuren Vendor-Lock-in. Lizenzen, Anpassungsoptionen und Lieferzeiten des Herstellers beeinflussen direkt die Innovationsfähigkeit.

Ein Audit muss alle Drittanbieter-Abhängigkeiten auflisten, deren Bindungsgrad bewerten und die wiederkehrenden Kosten mit Open-Source- oder flexibleren Alternativen vergleichen.

Dieses Fundament schafft Transparenz über das Risiko eines Einzelanbieters und definiert eine Strategie zur Diversifizierung der Technologien.

Datensilos und systemische Integration

Ein ERP sollte das Herz eines vernetzten Ökosystems sein: CRM, MES, E-Commerce, EDI oder BI. Bei manuellen oder unvollständigen Datenaustauschen büßt das Unternehmen Kohärenz und Reaktionsgeschwindigkeit ein.

Das technische Audit bewertet die API-Integration, Latenzen bei der Synchronisation und die Kompatibilität der Datenformate. Es deckt Bruchstellen in Schnittstellen auf, die Anpassungen oder ergänzende Entwicklungen erfordern.

Diese Analyse ermöglicht die Planung passender Konnektoren oder Middleware, die einen kontinuierlichen und zuverlässigen Datenaustausch zwischen ERP und allen Fachsystemen gewährleisten.

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Skalierbarkeit und Weiterentwicklungsfähigkeit beurteilen

Die Fähigkeit, Lastspitzen zu bewältigen und neue Prozesse oder Volumina zu integrieren, ist essenziell für nachhaltiges Wachstum. Ein modernes ERP braucht eine modulare und erweiterbare Architektur.

Last und Performance unter Belastung

Saisonale Spitzen (Sommergeschäft, Werbekampagnen, Jahresabschluss) stellen die Skalierbarkeit auf die Probe. Verarbeitungszeiten verlängern sich, die Reaktionsgeschwindigkeit der Oberfläche sinkt, und Transaktionsfehler nehmen zu.

Ein Logistikunternehmen etwa beobachtete kritische Verzögerungen bei der Erstellung von Lieferscheinen in Zeiten hoher Auslastung. Die native Plattform konnte gleichzeitige Zugriffe auf dasselbe Modul nicht stemmen.

Dieses Beispiel unterstreicht, wie wichtig es ist, die Lösung unter realen Volumina zu testen und eine elastische Dimensionierung oder eine Cloud-Architektur vorzusehen, die in Echtzeit zusätzliche Ressourcen bereitstellt.

Modularität und schrittweise Integration

Modularität erlaubt das Aktivieren oder Deaktivieren von Funktionen je nach Bedarf, ohne das Gesamtsystem zu beeinflussen. Jedes Modul kann unabhängig weiterentwickelt, ersetzt oder aktualisiert werden.

Lastspitzen werden durch das Hinzufügen spezialisierter Module (Qualitätsmanagement, erweiterte Planung, externe Niederlassungen) gemeistert, die über APIs oder einen Datenbus angebunden sind. Monolithische Rollouts und damit verbundene Mehrkosten werden so vermieden.

Die Kombination aus fertigen Modulen und maßgeschneiderten Komponenten bietet die notwendige Flexibilität für geografisches oder branchenspezifisches Wachstum.

Anpassung an neue Nutzungsszenarien

Nutzungsgewohnheiten ändern sich: Mobiler Zugriff, Self-Service-Portale, Chatbots oder IoT. Das ERP muss diese Kanäle integrieren können, ohne die bestehende Architektur zu beeinträchtigen.

Verfügbare RESTful-APIs, Webhooks und SDKs erleichtern die Anbindung mobiler Apps oder Echtzeit-Notification-Dienste. Neue Nutzungsszenarien werden nahtlos ergänzt.

Dieses Maß an Erweiterbarkeit garantiert, dass das Unternehmen schnell auf digitale Märkte oder die steigende Nachfrage der Mitarbeitenden nach modernen, intuitiven Werkzeugen reagieren kann.

Moderne ERP-Modelle und Alternativen erkunden

Jenseits der Entscheidung zwischen proprietärem und Open-Source-ERP gibt es hybride, modulare und maßgeschneiderte Architekturen, die Skalierbarkeit und Kostenkontrolle optimal kombinieren. Dieser Mix richtet sich nach den geschäftlichen Prioritäten.

Modulare und Headless-ERP-Lösungen

Headless-ERPs trennen Backend und Frontend, sodass Benutzeroberflächen unabhängig als spezialisierte Anwendungen gestaltet werden können. Jeder Frontend-Baustein lässt sich separat weiterentwickeln und liefert kontextspezifische User Experiences.

Geschäftsmodule (Einkauf, Vertrieb, Lager) verbinden sich über APIs mit einem zentralen Kern. Open-Source- oder Cloud-Native-Erweiterungen bereichern die Plattform ohne Brüche und ohne blockierende Lizenzkosten.

Dieser Ansatz garantiert gezielte Skalierung, feine Individualisierung und eine größere Auswahl an Dienstleistern für jede Komponente, wodurch der Vendor-Lock-in minimiert wird.

Hybride Architektur und Microservices-Integration

Hybride Architekturen kombinieren ein bestehendes ERP mit Microservices für kritische oder neue Prozesse. Microservices übernehmen komplexe Berechnungen, KI-Funktionen oder spezifische Workflows.

Jeder Microservice läuft in Containern oder als serverlose Funktion und skaliert unabhängig. Das ERP bleibt Referenzkern, während die Microservices Agilität und Performance liefern.

Dieses Modell erlaubt das schrittweise Hinzufügen innovativer Technologien ohne umfassende ERP-Überarbeitung und begrenzt gleichzeitig die technische Verschuldung.

Individuelle Entwicklungen und Open Source

In bestimmten Situationen bietet eine individuelle Entwicklung einen Wettbewerbsvorteil, weil sie sehr spezifische Anforderungen exakt abdeckt. Durch den Einsatz von Open-Source-Technologien behält das Unternehmen die Kontrolle über den Code und vermeidet hohe Lizenzkosten.

Ein robustes Open-Source-Framework in Kombination mit DevOps-Praktiken und CI/CD-Pipelines sorgt für schnelle, kontinuierliche Auslieferung im Einklang mit der Business-Roadmap. Gemeinsame Komponenten profitieren von einer aktiven, sicheren Community.

Dieser kontextbezogene Ansatz ermöglicht den Aufbau eines digitalen Kerns, der präzise auf Strategie und Struktur des Unternehmens abgestimmt ist.

Das ERP als Wachstumstreiber bewerten

Ein modernes ERP sollte danach beurteilt werden, wie gut es Agilität, Skalierung und Öffnung zu einem größeren Ökosystem unterstützt. Wichtige Kennzahlen sind die Aktualisierungsgeschwindigkeit, die Kosten der evolutionären Wartung und die Leichtigkeit der Integration neuer Bausteine.

Die Entscheidung für Migration, Optimierung oder Weiterentwicklung des bestehenden ERP basiert auf einer präzisen Diagnose funktionaler, technologischer und organisatorischer Grenzen. Ziel ist nicht ein Wechsel um des Wechsels willen, sondern der Aufbau eines flexiblen, interoperablen und wachstumsorientierten digitalen Fundaments.

Unsere Expertinnen und Experten stehen Ihnen zur Verfügung, um Ihre Situation zu analysieren, modulare Szenarien zu definieren und Ihr Projekt zu einer zukunftssicheren, skalierbaren Lösung zu führen.

Besprechen Sie Ihre Herausforderungen mit einem Edana-Experten

Von Mariami

Project Manager

VERÖFFENTLICHT VON

Mariami Minadze

Mariami ist Expertin für digitale Strategien und Projektmanagement. Sie prüft die digitale Präsenz von Unternehmen und Organisationen aller Größen und Branchen und erarbeitet Strategien und Pläne, die für unsere Kunden Mehrwert schaffen. Sie ist darauf spezialisiert, die richtigen Lösungen für Ihre Ziele zu finden und zu steuern, um messbare Ergebnisse und einen maximalen Return on Investment zu erzielen.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zum ERP-Wechsel

Wie erkennt man, dass ein ERP seine funktionalen Grenzen erreicht hat?

Wenn das ERP bestimmte Kernprozesse (z. B. Verwaltung komplexer Rabattaktionen oder logistische Retouren) nicht mehr abdeckt und die Anwender mit Tabellen, Skripts oder Spezialtools Lücken umgehen, ist das ein deutliches Zeichen für funktionale Grenzen. Diese manuellen Umgehungen erhöhen den Aufwand und die Fehlerrisiken und weisen auf eine starre Benutzerführung sowie unerfüllten Anpassungsbedarf hin, was ein Audit oder Überlegungen zu einer modulareren Lösung rechtfertigt.

Welche finanziellen und operativen Indikatoren deuten auf ein ungeeignetes ERP hin?

Indikatoren wie verlängerte Abschlusszeiten, häufige Lagerengpässe oder ständige Abweichungen zwischen Planung und Ist deuten auf operative Reibungsverluste hin. Parallel dazu führt ein nicht-linearer Anstieg der Total Cost of Ownership (Wartung, Support, Updates) sowie eine Zunahme der Support-Tickets zu steigenden finanziellen Belastungen. Diese KPIs warnen vor der Unpassung des ERP und motivieren den Vergleich effizienterer Lösungen.

Wie bewertet man die technische Architektur, um Veralterung zu erkennen?

Ein technisches Audit bewertet den monolithischen oder serviceorientierten Aufbau des ERP, identifiziert interne Abhängigkeiten und veraltete Technologien (überholte Programmiersprachen, geschlossene Datenbanken). Es misst den Grad des Vendor Lock-in, die API-Kompatibilität und die Integration in bestehende Systeme. Diese Analyse zeigt Update-Risiken auf und prüft die Machbarkeit einer teilweisen Migration zu einer Microservices-Architektur.

Was sind die Hauptgefahren des Vendor Lock-ins und wie misst man sie?

Vendor Lock-in zeigt sich durch proprietäre Module, restriktive Lizenzen und wiederkehrende Kosten für Anpassungen. Um dieses Risiko zu messen, listet man Drittabhängigkeiten auf, vergleicht Lizenzgebühren und Reaktionszeiten des Anbieters und prüft vorhandene Open-Source-Alternativen. Ein Verhältnis proprietärer Module zur Gesamtanzahl sowie ein TCO-Vergleich mit flexibleren Lösungen bieten einen klaren Überblick über die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter.

Wie testet man die Skalierbarkeit des ERP, bevor man eine Umstellung beschließt?

Um die Skalierbarkeit zu testen, führt man Lasttests durch, indem man Aktivitätsspitzen (z. B. Werbeaktionen oder Jahresabschluss) simuliert, und misst Antwortzeiten, Fehlerraten und Latenz unter Belastung. Man bewertet die Elastizität bei Cloud-Betrieb und identifiziert Engpässe in Datenbanken und APIs. Diese Tests bestätigen, ob die Lösung Lastspitzen ohne Leistungseinbußen bewältigt.

Welche Kriterien sollte man bei der Gegenüberstellung modularer und monolithischer Lösungen berücksichtigen?

Bei der Gegenüberstellung sollte man Modularität (API-first-Ansatz, Plugins, Microservices), Erweiterbarkeit (Funktionserweiterung ohne Neuentwicklung) sowie verfügbare Dokumentationen und SDKs priorisieren. Analysieren Sie das Maß an benutzerfreundlicher Anpassung, die Möglichkeit unabhängiger Updates und die Qualität des Ökosystems (Open-Source-Community, Partnernetzwerk). Dieser kontextbezogene Ansatz ermöglicht die Auswahl eines ERPs, das Ihren Anforderungen gerecht wird und flexibel bleibt.

Wie schätzt man die organisatorischen Auswirkungen einer ERP-Migration ein?

Die organisatorischen Auswirkungen umfassen Change Management, Anwenderschulung und Einführung neuer Prozesse. Eine frühzeitige Daten-Governance, die Reduzierung von Schatten-IT und die Kommunikation der Vorteile helfen, Widerstände zu verringern. Planen Sie einen Change-Management-Plan mit Fachworkshops, Nutzertests und Nachbetreuung nach dem Go-live, um einen reibungslosen Übergang und eine schnelle Adoption der neuen Lösung sicherzustellen.

Was sind häufige Fehler bei einem ERP-Audit vor einer Umstellung?

Zu den häufigen Fehlern bei einem ERP-Audit zählen das Auslassen von Performancetests, die Unterschätzung der Integrationskomplexität mit Drittsystemen und unzureichende Vorbereitung der Datenmigration. Das Vernachlässigen der Einbindung der Endanwender und das Unterlassen einer Dokumentation bestehender Prozesse führen zu Verzögerungen und zusätzlichen Kosten. Ein strukturiertes und partizipatives Audit vermeidet diese Stolperfallen.

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