Zusammenfassung – Komplexe Prozesse, mehrfache Dateneingaben und fehlende Nachvollziehbarkeit bremsen die Digitalisierung und verzögern den ROI eines ERP, wenn die Einführung starr bleibt. Die klassische Methode verursacht Verzögerungen, Budgetabweichungen und entkoppelte Spezifikationen, während ein agiles Vorgehen das Projekt in Sprints strukturiert, Backlog und Fachanforderungen kontinuierlich abgleicht und durch iterative Migration und Tests Anomalien begrenzt und die Akzeptanz steigert. Lösung: Kombinieren Sie eine solide Governance, modulare Microservices/API-Architektur und agiles Projektmanagement eines erfahrenen Integrators für Audit, maßgeschneiderte Automatisierungen, schrittweise Schulungen und nachhaltigen Support.
Wenn Prozesse zu komplex werden, sich Datenerfassungen häufen und die Nachverfolgbarkeit verloren geht, erweist sich ein ERP-System als Lösung, um Daten zu vereinheitlichen und Abläufe zu verschlanken.
Angesichts der Tatsache, dass der Erfolg einer Einführung nicht allein von der Wahl des Tools abhängt, ist die Implementierungsmethode entscheidend, um schnell Geschäftswert zu generieren und Risiken zu reduzieren. Zwischen klassischem, sequentiellem Vorgehen und agiler Methodik – welche empfiehlt sich für ein kontrolliertes und skalierbares ERP-Projekt? Dieser Artikel seziert die Schwächen des Wasserfallmodells, die Stärken der Agilität, die Bedeutung einer modularen Architektur und die Schlüsselrolle des Implementierungspartners.
Grenzen des Wasserfallmodells bei ERP-Projekten
Die Starrheit und lineare Abfolge der Phasen führen zu Verzögerungen, Budgetüberschreitungen und Unzufriedenheit in den Fachabteilungen. Späte Lieferungen verursachen oft eine Diskrepanz zwischen dem ursprünglich festgelegten Umfang und den tatsächlichen Anforderungen während des Projekts.
Starrheit der Spezifikationsphasen
Die Wasserfallmethode baut auf einer ersten Phase umfassender Dokumentation auf, bevor mit der Umsetzung begonnen wird. Dieser Ansatz mag beruhigend wirken, berücksichtigt jedoch nicht die unvermeidlichen Änderungen der Fachanforderungen im Projektverlauf.
In der Praxis bleibt die anfängliche Bedarfserhebung oft unvollständig: Bestimmte Vorgaben oder regulatorische Neuerungen treten erst nach Projektstart zutage. Daraus resultieren zahlreiche Änderungswünsche, die das Vorankommen bremsen oder den Umfang aufblähen, ohne den Zeitplan anzupassen.
Die Technikteams stehen dann zwischen einem unverrückbaren Zeitplan und sich ändernden Spezifikationen. Diese Diskrepanz erzeugt einen Dominoeffekt: Entwicklungsverzögerungen, vielfache Überarbeitungen und zusätzliche Tests belasten Budget und Motivation der Beteiligten stark.
Zielkonflikte zwischen IT und Fachbereichen
Ohne regelmäßige Kontrollpunkte weicht die ursprüngliche Projektvision rasch zwischen der Entscheidungsinstanz und den operativen Teams ab. Jeder interpretiert die Spezifikationen nach eigenem Verständnis, was während der Abnahmephase zu Abweichungen führt.
Die Endanwender, die ausschließlich bei der finalen Validierung konsultiert werden, entdecken unvollständige oder unpassende Module. Sie formulieren ihre Bedürfnisse dann fragmentiert, häufig in Form von dringenden Tickets, was Zeitpläne und Entwicklerkapazitäten durcheinanderbringt.
Das Management ist gezwungen, ad hoc Prioritäten neu zu setzen, was häufig Kompromisse bei den Kernfunktionen oder bei der Qualität der Lösung zur Folge hat. Am Ende erfüllt das ERP weder die Erwartungen der Fachbereiche noch die geforderten Leistungsstandards.
Datenmanagement und Nachverfolgbarkeit gefährdet
In einem Wasserfallprojekt wird die anfängliche Datenerfassung oft als nachrangig angesehen und an das Ende des Zyklus verschoben. Dieser Ansatz beeinträchtigt die Qualität und Konsistenz der Referenzdaten im ERP.
Findet die Datenmigration zu spät statt, treten Anomalien auf: Duplikate, heterogene Formate, nicht dokumentierte Prozesse. Diese Fehler werden erst in den Tests entdeckt, was mühsame manuelle Korrekturen und eine umfassende Revalidierung erfordert.
Der Mangel an Nachverfolgbarkeit zwischen den Altsystemen und dem ERP erschwert die Historienverfolgung und das Auditing von Transaktionen. Compliance- und Qualitätsverantwortliche haben Probleme, die Zuverlässigkeit der Daten zu belegen, was die Akzeptanz und Skalierung der Lösung hemmt.
Beispiel: Ein mittelständisches Schweizer Industrieunternehmen startete sein ERP-Projekt nach einem strikten Wasserfallplan. In der Testphase wiesen über 40 % der Lieferantendaten Inkonsistenzen auf. Die manuelle Bereinigung verzögerte die Inbetriebnahme um sechs Monate und verdeutlichte die Folgen verspäteter Datenpflege und unzureichender Nachverfolgbarkeit.
Vorteile agiler Methoden für ein ERP
Agilität ermöglicht regelmäßige Auslieferungen funktionaler Module und kontinuierliches Feedback aus den Fachabteilungen. Sie sichert die Prioritäten ab, indem sie den Fortschritt permanent an den strategischen Zielen ausrichtet.
Funktionale Inkremente und kontinuierliches Feedback
Anstatt auf eine vollständige Lieferung zu warten, teilt die agile Vorgehensweise das Projekt in aufeinanderfolgende Lieferungen. Jedes Inkrement liefert eine testbare, nutzbare oder vorführbare Funktionalität für die Fachbereiche.
Dieser Ansatz fördert eine zügige Validierung der zugrundeliegenden Annahmen und integrierten Prozesse. Die Fachteams erkennen frühzeitig Abweichungen und können die Entwicklung noch steuern, bevor die Korrekturkosten prohibitiv werden.
Mit Sprints von zwei bis vier Wochen behält das Projekt ein hohes und transparentes Tempo bei. Jede Demonstration dient als Anpassungspunkt und stellt die Übereinstimmung zwischen der entwickelten Lösung und den tatsächlichen Anforderungen sicher.
Dynamische Priorisierung des Backlogs
Das Backlog wird zum zentralen Steuerungsinstrument, in dem die Anwendergeschichten (User Stories) nach ihrem Geschäftswert und Risiko sortiert werden. Diese granulare Sicht erleichtert Entscheidungen darüber, welche Funktionen zuerst geliefert werden.
Die Priorisierungen erfolgen fortlaufend, basierend auf den real beobachteten Ergebnissen und veränderten Rahmenbedingungen. Eine neue regulatorische Vorgabe oder eine kommerzielle Chance kann so integriert werden, ohne den Gesamtplan zu sprengen.
Diese Flexibilität reduziert Ressourcenverschwendung für weniger strategische Entwicklungen und stellt einen konstanten Fokus auf wertstiftende Funktionen sicher – sowohl in der Breite als auch in der Tiefe.
Beispiel: Ein Schweizer Finanzdienstleister setzte eine Agile-Methode ein, um die Auftragsverwaltungsmodule einzuführen. Nach drei Sprints validierten die Nutzer den automatisierten Freigabeprozess, was in der Pilotphase zu einer 30 %igen Zeitersparnis führte und den Nutzen von schnellem Feedback und evolutionärer Priorisierung unter Beweis stellte.
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Modulare Architektur für ein skalierbares ERP
Eine modulare Architektur auf Basis von Microservices und APIs gewährleistet Skalierbarkeit und Resilienz des ERP. Die schrittweise Integration der Module minimiert Risiken und vereinfacht den Unterhalt.
Microservices und APIs für Interoperabilität
Durch die Aufteilung des ERP in eigenständige Microservices lässt sich jede Komponente unabhängig deployen, weiterentwickeln und skalieren. APIs bieten klar definierte und dokumentierte Geschäftsfunktionen an.
Diese Modularität ermöglicht technische Agilität: Ein Ausfall eines Service beeinträchtigt nicht das Gesamtsystem, und jedes Team kann Updates ohne aufwendige Koordination durchführen. Open-Source-Werkzeuge unterstützen diesen Ansatz und verhindern die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern (Vendor Lock-in).
Eine „API First“-Strategie sorgt für nahtlose Integration mit Drittsystemen: CRM, BI, Lohnbuchhaltung oder Beschaffungslösungen. Standardisierte Schnittstellen stärken die Konsistenz der Datenflüsse und bieten Flexibilität in der Technologieauswahl.
Middleware und schrittweise Integration
Ein Middleware fungiert als Datenbus und orchestriert den Austausch zwischen ERP, bestehenden Anwendungen und neuen Interfaces. Es zentralisiert Datentransformation und Synchronisation.
Die Integration erfolgt jedoch nicht in einem einzigen Schritt. Prioritäre Module werden zuerst angebunden, bevor der Funktionsumfang schrittweise erweitert wird. Dieser stufenweise Rollout reduziert die Risiken, die mit einem vollständigen Umschwung verbunden sind.
Jede Phase umfasst End-to-End-Tests, bevor zur nächsten übergegangen wird. So werden Zuverlässigkeit und Nachvollziehbarkeit der Transaktionen über Systeme hinweg sichergestellt. Die Middleware wird so zum Garanten der globalen Konsistenz.
Modulares Go-live
Anstelle eines „Big Bang“ geht das ERP in Teilbereichen live: Lagerverwaltung, Fakturierung, Beschaffung oder Personalwesen. Jeder Bereich kann unabhängig aktiviert werden.
Diese Strategie verringert Abhängigkeitseffekte und ermöglicht es den Fachbereichen, sich vor jeder Ausrollung zu schulen und Prozesse anzupassen. Das Risiko einer umfassenden Betriebsunterbrechung wird dadurch minimiert.
Im Störfall ermöglicht die selektive Deaktivierung der fehlerhaften Module einen schnellen Rollback oder die Isolierung der Problematik, sodass kritische Geschäftsprozesse weiterlaufen.
Beispiel: Ein Schweizer Logistikunternehmen führte sein ERP modular ein. Das Inventarmodul ging zuerst live, wurde innerhalb von zwei Wochen validiert, bevor das Fakturierungspaket hinzugefügt wurde – ohne Störung des Kundenservices. Der modulare Ansatz verkürzte die Gesamtübergangszeit um 50 %.
Rolle des ERP-Implementierungspartners
Ein erfahrener Integrationspartner begleitet die Prozessüberarbeitung, erstellt ein priorisiertes Backlog und steuert den Change-Management-Prozess, um eine nachhaltige Einführung zu sichern. Seine Unterstützung gewährleistet den Kompetenzaufbau und die Stabilität des ERP langfristig.
Prozessaudit und Backlog-Aufbau
Im ersten Schritt werden die aktuellen Abläufe kartiert und Reibungspunkte mithilfe einer erfolgreichen agilen Projektsteuerung identifiziert. Das Audit bildet die Grundlage für die präzise Definition der prioritären Anwendergeschichten (User Stories) und der Key Performance Indicators (KPIs).
Das resultierende Backlog bündelt technische Aufgaben und fachliche Anforderungen mit einem Impact- und Risikoscore. Es dient als Roadmap für Sprintplanung und Erfolgskontrolle.
Ein erfahrener Partner passt dieses Backlog fortlaufend an, basierend auf Feedback und aufkommenden Hindernissen, und stellt so eine konstante Ausrichtung auf die strategischen Ziele sicher.
Maßgeschneiderte Automatisierungen und Change-Management
Die Anpassung von Automatisierungen – Schnittstellen, Workflows, Freigabeprozesse – steigert die Akzeptanz bei den Anwendern, indem tägliche Abläufe vereinfacht werden. Jede Automatisierung wird in einem Sprint getestet und ausgerollt.
Parallel dazu bereitet das Change-Management die Teams vor: Schulungen bereits ab den ersten Inkrementen, schrittweise Dokumentation und Kompetenzaufbau durch regelmäßige Sessions. Widerstände werden kontinuierlich adressiert, wodurch kulturelle Implikationen des Projekts minimiert werden.
Der Partner organisiert Workshops und Coaching-Sessions, um sicherzustellen, dass jeder Mitarbeitende die neuen Funktionen beherrscht und die Prozesse ohne Brüche übernimmt.
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