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ERP-Einführung: Klassische Methode oder agile Vorgehensweise zur Wertmaximierung?

Auteur n°4 – Mariami

Von Mariami Minadze
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Zusammenfassung – Komplexe Prozesse, mehrfache Dateneingaben und fehlende Nachvollziehbarkeit bremsen die Digitalisierung und verzögern den ROI eines ERP, wenn die Einführung starr bleibt. Die klassische Methode verursacht Verzögerungen, Budgetabweichungen und entkoppelte Spezifikationen, während ein agiles Vorgehen das Projekt in Sprints strukturiert, Backlog und Fachanforderungen kontinuierlich abgleicht und durch iterative Migration und Tests Anomalien begrenzt und die Akzeptanz steigert. Lösung: Kombinieren Sie eine solide Governance, modulare Microservices/API-Architektur und agiles Projektmanagement eines erfahrenen Integrators für Audit, maßgeschneiderte Automatisierungen, schrittweise Schulungen und nachhaltigen Support.

Wenn Prozesse zu komplex werden, sich Datenerfassungen häufen und die Nachverfolgbarkeit verloren geht, erweist sich ein ERP-System als Lösung, um Daten zu vereinheitlichen und Abläufe zu verschlanken.

Angesichts der Tatsache, dass der Erfolg einer Einführung nicht allein von der Wahl des Tools abhängt, ist die Implementierungsmethode entscheidend, um schnell Geschäftswert zu generieren und Risiken zu reduzieren. Zwischen klassischem, sequentiellem Vorgehen und agiler Methodik – welche empfiehlt sich für ein kontrolliertes und skalierbares ERP-Projekt? Dieser Artikel seziert die Schwächen des Wasserfallmodells, die Stärken der Agilität, die Bedeutung einer modularen Architektur und die Schlüsselrolle des Implementierungspartners.

Grenzen des Wasserfallmodells bei ERP-Projekten

Die Starrheit und lineare Abfolge der Phasen führen zu Verzögerungen, Budgetüberschreitungen und Unzufriedenheit in den Fachabteilungen. Späte Lieferungen verursachen oft eine Diskrepanz zwischen dem ursprünglich festgelegten Umfang und den tatsächlichen Anforderungen während des Projekts.

Starrheit der Spezifikationsphasen

Die Wasserfallmethode baut auf einer ersten Phase umfassender Dokumentation auf, bevor mit der Umsetzung begonnen wird. Dieser Ansatz mag beruhigend wirken, berücksichtigt jedoch nicht die unvermeidlichen Änderungen der Fachanforderungen im Projektverlauf.

In der Praxis bleibt die anfängliche Bedarfserhebung oft unvollständig: Bestimmte Vorgaben oder regulatorische Neuerungen treten erst nach Projektstart zutage. Daraus resultieren zahlreiche Änderungswünsche, die das Vorankommen bremsen oder den Umfang aufblähen, ohne den Zeitplan anzupassen.

Die Technikteams stehen dann zwischen einem unverrückbaren Zeitplan und sich ändernden Spezifikationen. Diese Diskrepanz erzeugt einen Dominoeffekt: Entwicklungsverzögerungen, vielfache Überarbeitungen und zusätzliche Tests belasten Budget und Motivation der Beteiligten stark.

Zielkonflikte zwischen IT und Fachbereichen

Ohne regelmäßige Kontrollpunkte weicht die ursprüngliche Projektvision rasch zwischen der Entscheidungsinstanz und den operativen Teams ab. Jeder interpretiert die Spezifikationen nach eigenem Verständnis, was während der Abnahmephase zu Abweichungen führt.

Die Endanwender, die ausschließlich bei der finalen Validierung konsultiert werden, entdecken unvollständige oder unpassende Module. Sie formulieren ihre Bedürfnisse dann fragmentiert, häufig in Form von dringenden Tickets, was Zeitpläne und Entwicklerkapazitäten durcheinanderbringt.

Das Management ist gezwungen, ad hoc Prioritäten neu zu setzen, was häufig Kompromisse bei den Kernfunktionen oder bei der Qualität der Lösung zur Folge hat. Am Ende erfüllt das ERP weder die Erwartungen der Fachbereiche noch die geforderten Leistungsstandards.

Datenmanagement und Nachverfolgbarkeit gefährdet

In einem Wasserfallprojekt wird die anfängliche Datenerfassung oft als nachrangig angesehen und an das Ende des Zyklus verschoben. Dieser Ansatz beeinträchtigt die Qualität und Konsistenz der Referenzdaten im ERP.

Findet die Datenmigration zu spät statt, treten Anomalien auf: Duplikate, heterogene Formate, nicht dokumentierte Prozesse. Diese Fehler werden erst in den Tests entdeckt, was mühsame manuelle Korrekturen und eine umfassende Revalidierung erfordert.

Der Mangel an Nachverfolgbarkeit zwischen den Altsystemen und dem ERP erschwert die Historienverfolgung und das Auditing von Transaktionen. Compliance- und Qualitätsverantwortliche haben Probleme, die Zuverlässigkeit der Daten zu belegen, was die Akzeptanz und Skalierung der Lösung hemmt.

Beispiel: Ein mittelständisches Schweizer Industrieunternehmen startete sein ERP-Projekt nach einem strikten Wasserfallplan. In der Testphase wiesen über 40 % der Lieferantendaten Inkonsistenzen auf. Die manuelle Bereinigung verzögerte die Inbetriebnahme um sechs Monate und verdeutlichte die Folgen verspäteter Datenpflege und unzureichender Nachverfolgbarkeit.

Vorteile agiler Methoden für ein ERP

Agilität ermöglicht regelmäßige Auslieferungen funktionaler Module und kontinuierliches Feedback aus den Fachabteilungen. Sie sichert die Prioritäten ab, indem sie den Fortschritt permanent an den strategischen Zielen ausrichtet.

Funktionale Inkremente und kontinuierliches Feedback

Anstatt auf eine vollständige Lieferung zu warten, teilt die agile Vorgehensweise das Projekt in aufeinanderfolgende Lieferungen. Jedes Inkrement liefert eine testbare, nutzbare oder vorführbare Funktionalität für die Fachbereiche.

Dieser Ansatz fördert eine zügige Validierung der zugrundeliegenden Annahmen und integrierten Prozesse. Die Fachteams erkennen frühzeitig Abweichungen und können die Entwicklung noch steuern, bevor die Korrekturkosten prohibitiv werden.

Mit Sprints von zwei bis vier Wochen behält das Projekt ein hohes und transparentes Tempo bei. Jede Demonstration dient als Anpassungspunkt und stellt die Übereinstimmung zwischen der entwickelten Lösung und den tatsächlichen Anforderungen sicher.

Dynamische Priorisierung des Backlogs

Das Backlog wird zum zentralen Steuerungsinstrument, in dem die Anwendergeschichten (User Stories) nach ihrem Geschäftswert und Risiko sortiert werden. Diese granulare Sicht erleichtert Entscheidungen darüber, welche Funktionen zuerst geliefert werden.

Die Priorisierungen erfolgen fortlaufend, basierend auf den real beobachteten Ergebnissen und veränderten Rahmenbedingungen. Eine neue regulatorische Vorgabe oder eine kommerzielle Chance kann so integriert werden, ohne den Gesamtplan zu sprengen.

Diese Flexibilität reduziert Ressourcenverschwendung für weniger strategische Entwicklungen und stellt einen konstanten Fokus auf wertstiftende Funktionen sicher – sowohl in der Breite als auch in der Tiefe.

Beispiel: Ein Schweizer Finanzdienstleister setzte eine Agile-Methode ein, um die Auftragsverwaltungsmodule einzuführen. Nach drei Sprints validierten die Nutzer den automatisierten Freigabeprozess, was in der Pilotphase zu einer 30 %igen Zeitersparnis führte und den Nutzen von schnellem Feedback und evolutionärer Priorisierung unter Beweis stellte.

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Modulare Architektur für ein skalierbares ERP

Eine modulare Architektur auf Basis von Microservices und APIs gewährleistet Skalierbarkeit und Resilienz des ERP. Die schrittweise Integration der Module minimiert Risiken und vereinfacht den Unterhalt.

Microservices und APIs für Interoperabilität

Durch die Aufteilung des ERP in eigenständige Microservices lässt sich jede Komponente unabhängig deployen, weiterentwickeln und skalieren. APIs bieten klar definierte und dokumentierte Geschäfts­funktionen an.

Diese Modularität ermöglicht technische Agilität: Ein Ausfall eines Service beeinträchtigt nicht das Gesamtsystem, und jedes Team kann Updates ohne aufwendige Koordination durchführen. Open-Source-Werkzeuge unterstützen diesen Ansatz und verhindern die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern (Vendor Lock-in).

Eine „API First“-Strategie sorgt für nahtlose Integration mit Dritt­systemen: CRM, BI, Lohnbuchhaltung oder Beschaffungslösungen. Standardisierte Schnittstellen stärken die Konsistenz der Datenflüsse und bieten Flexibilität in der Technologie­auswahl.

Middleware und schrittweise Integration

Ein Middleware fungiert als Datenbus und orchestriert den Austausch zwischen ERP, bestehenden Anwendungen und neuen Interfaces. Es zentralisiert Daten­transformation und Synchronisation.

Die Integration erfolgt jedoch nicht in einem einzigen Schritt. Prioritäre Module werden zuerst angebunden, bevor der Funktionsumfang schrittweise erweitert wird. Dieser stufenweise Rollout reduziert die Risiken, die mit einem vollständigen Umschwung verbunden sind.

Jede Phase umfasst End-to-End-Tests, bevor zur nächsten übergegangen wird. So werden Zuverlässigkeit und Nachvollziehbarkeit der Transaktionen über Systeme hinweg sichergestellt. Die Middleware wird so zum Garanten der globalen Konsistenz.

Modulares Go-live

Anstelle eines „Big Bang“ geht das ERP in Teilbereichen live: Lagerverwaltung, Fakturierung, Beschaffung oder Personalwesen. Jeder Bereich kann unabhängig aktiviert werden.

Diese Strategie verringert Abhängigkeitseffekte und ermöglicht es den Fachbereichen, sich vor jeder Ausrollung zu schulen und Prozesse anzupassen. Das Risiko einer umfassenden Betriebsunterbrechung wird dadurch minimiert.

Im Störfall ermöglicht die selektive Deaktivierung der fehlerhaften Module einen schnellen Rollback oder die Isolierung der Problematik, sodass kritische Geschäftsprozesse weiterlaufen.

Beispiel: Ein Schweizer Logistikunternehmen führte sein ERP modular ein. Das Inventarmodul ging zuerst live, wurde innerhalb von zwei Wochen validiert, bevor das Fakturierungspaket hinzugefügt wurde – ohne Störung des Kundenservices. Der modulare Ansatz verkürzte die Gesamtübergangszeit um 50 %.

Rolle des ERP-Implementierungspartners

Ein erfahrener Integrationspartner begleitet die Prozess­überarbeitung, erstellt ein priorisiertes Backlog und steuert den Change-Management-Prozess, um eine nachhaltige Einführung zu sichern. Seine Unterstützung gewährleistet den Kompetenzaufbau und die Stabilität des ERP langfristig.

Prozessaudit und Backlog-Aufbau

Im ersten Schritt werden die aktuellen Abläufe kartiert und Reibungspunkte mithilfe einer erfolgreichen agilen Projektsteuerung identifiziert. Das Audit bildet die Grundlage für die präzise Definition der prioritären Anwendergeschichten (User Stories) und der Key Performance Indicators (KPIs).

Das resultierende Backlog bündelt technische Aufgaben und fachliche Anforderungen mit einem Impact- und Risikoscore. Es dient als Roadmap für Sprintplanung und Erfolgskontrolle.

Ein erfahrener Partner passt dieses Backlog fortlaufend an, basierend auf Feedback und aufkommenden Hindernissen, und stellt so eine konstante Ausrichtung auf die strategischen Ziele sicher.

Maßgeschneiderte Automatisierungen und Change-Management

Die Anpassung von Automatisierungen – Schnittstellen, Workflows, Freigabeprozesse – steigert die Akzeptanz bei den Anwendern, indem tägliche Abläufe vereinfacht werden. Jede Automatisierung wird in einem Sprint getestet und ausgerollt.

Parallel dazu bereitet das Change-Management die Teams vor: Schulungen bereits ab den ersten Inkrementen, schrittweise Dokumentation und Kompetenzaufbau durch regelmäßige Sessions. Widerstände werden kontinuierlich adressiert, wodurch kulturelle Implikationen des Projekts minimiert werden.

Der Partner organisiert Workshops und Coaching-Sessions, um sicherzustellen, dass jeder Mitarbeitende die neuen Funktionen beherrscht und die Prozesse ohne Brüche übernimmt.

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Von Mariami

Project Manager

VERÖFFENTLICHT VON

Mariami Minadze

Mariami ist Expertin für digitale Strategien und Projektmanagement. Sie prüft die digitale Präsenz von Unternehmen und Organisationen aller Größen und Branchen und erarbeitet Strategien und Pläne, die für unsere Kunden Mehrwert schaffen. Sie ist darauf spezialisiert, die richtigen Lösungen für Ihre Ziele zu finden und zu steuern, um messbare Ergebnisse und einen maximalen Return on Investment zu erzielen.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zum ERP-Einsatz

Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen der Waterfall-Methode und einem agilen Ansatz bei einem ERP-Projekt?

Die Waterfall-Methode folgt einer linearen Abfolge mit festgelegten Spezifikationen im Voraus, was zu einer gewissen Unflexibilität und Verzögerungen führen kann, wenn sich die Anforderungen ändern. Der agile Ansatz unterteilt die Implementierung in Sprints, liefert funktionsfähige Teilinkremente und passt den Umfang fortlaufend anhand des Feedbacks der Fachbereiche an. So werden höhere Flexibilität, geringeres Risiko und schnelle Wertschöpfung gewährleistet.

Wie stellt man die Datenqualität bei einer Migration auf ein neues ERP-System sicher?

Um die Datenqualität zu gewährleisten, sollte zu Beginn eine Prüfung der vorhandenen Referenzdaten durchgeführt werden, Duplikate bereinigt und Formate vereinheitlicht werden. Iterative Migrationstests, kombiniert mit Automatisierungsskripten und einer fachlichen Validierung in den Sprints, ermöglichen es, Anomalien vor dem Live-Gang zu erkennen und zu beheben.

Welche Vorteile bietet eine modulare Architektur für die Skalierbarkeit eines ERP-Systems?

Eine modulare Architektur auf Basis von Microservices und APIs ermöglicht hohe Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit. Jeder Baustein kann unabhängig bereitgestellt, aktualisiert oder skaliert werden, ohne das gesamte System zu beeinträchtigen. Diese Granularität erleichtert zudem die schrittweise Integration neuer Module und die kontinuierliche Wartung.

Welche Rolle spielt ein Integrationspartner für den Erfolg einer ERP-Einführung?

Der Integrationspartner führt die Prozessanalyse durch, erstellt ein priorisiertes Backlog, leitet die Sprints und begleitet das Change Management. Er sorgt für den Kompetenzaufbau im Team, passt Automatisierungen an, steuert die Tests und richtet den langfristigen Support ein. Seine ganzheitliche Perspektive und Expertise sichern eine nachhaltige Einführung, die an den Geschäftszielen ausgerichtet ist.

Wie priorisiert man Fachanforderungen in einem agilen Vorgehen?

Die Priorisierung erfolgt über ein dynamisches Backlog, in dem jede User Story nach ihrem Geschäftswert und Risiko bewertet wird. Regelmäßige Workshops mit den Stakeholdern passen die Prioritäten anhand von praktischem Feedback, regulatorischen Änderungen oder geschäftlichen Chancen an. So bleibt der Fokus stets auf der Wertschöpfung.

Welche Key Performance Indicators (KPIs) sollte man während eines ERP-Projekts überwachen?

Relevante KPIs sind unter anderem die Sprint-Velocity, Testabdeckung, Nutzerakzeptanz, Einhaltung des Rollout-Plans pro Release, Anzahl der entdeckten Fehler und durchschnittliche Behebungszeit. Diese Kennzahlen bieten einen klaren Einblick in Qualität, Effizienz und den operativen Impact der ERP-Einführung.

Wie geht man während der Einführung mit sich ändernden gesetzlichen Vorgaben um?

Ein agiler Ansatz erlaubt es, neue regulatorische Anforderungen als User Stories in das Backlog aufzunehmen und nach ihrer Auswirkung zu priorisieren. Kurze Sprints ermöglichen eine schnelle Anpassung des Umfangs, während regelmäßige Reviews mit den Fachbereichen die Compliance sicherstellen, ohne das Gesamtprojekt zu verzögern.

Welche Risiken werden durch einen inkrementellen und modularen Ansatz verringert?

Die modulare Einführung und inkrementelle Lieferung minimieren das Risiko eines kompletten Rollouts, begrenzen die Auswirkungen von etwaigen Störungen und erleichtern Rollbacks. Zudem ermöglicht sie den Nutzern eine schrittweise Einarbeitung und eine kontinuierliche Prozessvalidierung, was Korrekturkosten und das Risiko von Fehlfunktionen reduziert.

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