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Die zentrale Rolle des nutzerzentrierten Designs in medizinischer Software

Auteur n°15 – David

Von David Mendes
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Zusammenfassung – Medizinische Software ohne angepasste Ergonomie einzusetzen, birgt klinische Risiken, stößt auf Widerstand in den Teams und verzögert die MDR-/ISO-62366-Zertifizierung. Durch frühes Prototyping der Workflows, Ergonomietests und Nutzungsanalysen lassen sich Reibungspunkte identifizieren, Stakeholder abstimmen und Nacharbeit um 80 % reduzieren. Lösung: eine integrierte HCD-Methodik mit iterativen Schleifen, Usability-Test-Sprints und regulatorischem Monitoring einführen, um eine reibungslose, konforme und sichere Einführung zu gewährleisten.

In der Medizin beschränkt sich eine Software nicht nur auf die Datenverwaltung: Sie wirkt sich direkt auf die Patientensicherheit, die Effizienz der Pflege-Teams und die regulatorische Konformität aus.

Eine von Anfang an verfolgte nutzerzentrierte Design-Strategie ermöglicht es, klinische Anwendungsfälle vorauszuahnen, Fehler zu reduzieren und eine konforme Zertifizierung (MDR, ISO 62366) zu gewährleisten. Die erfolgreichsten HealthTech-Projekte setzen deshalb früh Prototypen, kontinuierliche Verbesserungszyklen und strenge Tests ein, um schon vor der ersten Codezeile eine akzeptierte und nützliche Lösung zu liefern.

Frühes Prototyping zur Reduzierung von 80 % der Risiken im Vorfeld

Frühes Prototyping erlaubt die Validierung von Workflows und das Erkennen von Reibungspunkten vor der Entwicklung. Es minimiert Unsicherheiten und bringt klinische und technische Anforderungen bereits in den ersten Entwürfen in Einklang.

Visualisierung klinischer Workflows

Die grafische Darstellung von Nutzungsszenarien im Krankenhaus erleichtert das Verständnis der operativen Abläufe. Sie zeigt kritische Sequenzen auf, in denen Latenzzeiten oder komplexe Navigation klinische Folgen haben können. Durch die Kartierung der Schritte – von der Aufnahme der Patient:innen bis zur Übermittlung der Berichte – werden potenzielle Reibungspunkte sichtbar.

Diese Kartierung bindet medizinische Teams und IT-Spezialist:innen an ein gemeinsames visuelles Referenzsystem. Sie dient als Basis für kollaborative Workshops und erste funktionale Validierungen. Ärzt:innen und Pflegende machen sich so frühzeitig mit dem Tool vertraut, was umfangreiche Nacharbeiten am Projektende verhindert.

In dieser Phase werden Design-Annahmen in konkrete klinische Szenarien übersetzt, wodurch implizite Bedürfnisse sichtbar werden, die in einem traditionellen Pflichtenheft oft fehlen.

Usability-Tests vor dem Code

Click-Dummies und interaktive Wireframes bieten einen sicheren Raum für Experimente, bevor die Anwendungsschicht implementiert wird. Sie erlauben das Testen der Anordnung von Elementen, der Menüabfolgen und der Verständlichkeit der Beschriftungen.

Durch kurze Usability-Tests misst man die kognitive Belastung, die Dauer der Aufgaben und die Häufigkeit von Navigationsfehlern. Die Ergebnisse steuern die nächsten Iterationen des Prototyps und verhindern die Entwicklung unpassender Funktionen.

Diese Sitzungen liefern quantitative Indikatoren (Aufgabenerfolgsrate, Bearbeitungszeit) und qualitative Rückmeldungen (verbale Anmerkungen, Verwirrungsstellen). So nähert sich jede Prototyp-Version dem Endprodukt an und reduziert teure Überarbeitungen.

Abstimmung der Stakeholder

Prototyping fördert die bereichsübergreifende Zusammenarbeit zwischen medizinischen Teams, IT, Compliance und Qualitätssicherung. Jede:r bringt spezielles Fachwissen ein, um die Entwürfe zu verfeinern und Prozesse zu validieren.

Beispielsweise führte ein mittelgroßes Krankenhaus bereits in der Mockup-Phase eine gemeinsame Überprüfung mit Pharmazeut:innen, Biomedizintechniker:innen und IT-Expert:innen durch. So wurde eine Uneinigkeit bei der Eingabe von Medikamentendosen erkannt und eine komplette Neuentwicklung eines Moduls vermieden.

Das Ergebnis war ein Entwurf, der den fachlichen und regulatorischen Anforderungen entsprach, die Akzeptanz im Team stärkte und die Fehlerquote in der Software-Validierungsphase um 70 % senkte.

Ein kontinuierlicher Verbesserungszyklus im Lebenszyklus integriert

Die Einführung einer medizinischen Software markiert nicht das Ende der Iterationen: Sie eröffnet eine Phase permanenter Optimierung basierend auf Echtzeit-Daten. Dieser Kreislauf sorgt für eine konstante Anpassung an klinische, regulatorische und technologische Entwicklungen.

Anpassung an sich wandelnde klinische Praktiken

Pflegeroutine und Behandlungsprotokolle ändern sich laufend, sei es durch neue medizinische Leitlinien oder therapeutische Innovationen. Eine nach nutzerzentriertem Design entwickelte Software integriert daher von Anfang an einen Prozess für Monitoring und Überarbeitung der Workflows.

Mit vierteljährlichen Review-Sitzungen zur Nutzung erkennen Teams neue Anforderungen, passen das Interface an und optimieren die Bildschirmabfolgen. Diese Flexibilität verhindert ein funktionales und sicherheitstechnisches Veralten der Lösung.

Zudem ermöglicht die Erhebung von Nutzungskennzahlen (Klick-Raten, ungenutzte Bereiche) die Messung der Akzeptanz und die Priorisierung weiterer Verbesserungen nach tatsächlichem klinischen Nutzen.

Stetige regulatorische Konformität

Die Anforderungen aus der MDR, ISO 62366 und anderen internationalen Normen ändern sich regelmäßig. Für Software als Medizinprodukt (SaMD) kann jede Aktualisierung eine erneute Bewertung von Ergonomie und Gebrauchssicherheit (Critical-Use-Errors) erfordern.

Ein regelmäßiger ISO-Audit-Prozess, ergänzt durch eine Aktualisierung der Dokumentation zum nutzerzentrierten Design, stellt sicher, dass die Zertifizierung ohne unvorhergesehene Verzögerungen erhalten bleibt. Updates werden frühzeitig geplant und in die Produkt-Roadmap aufgenommen.

Diese proaktive Vorgehensweise minimiert das Risiko von Verkaufsstopps oder Compliance-Problemen durch verspätete Umsetzungen regulatorischer Vorgaben.

Auswertung von Feldrückmeldungen

In der Praxis können neue Probleme auftreten: unvorhersehbare Patient:innenfälle, verschiedene Hardware-Plattformen, Netzwerkbeschränkungen usw. Rückmeldungen aus der Praxis werden über kurze Umfragen, Logbücher und Beobachtungssitzungen gesammelt.

Ein medizinisches Labor für Hämatologie richtete beispielsweise ein Nutzer-Feedback-System ein. Techniker:innen meldeten Engpässe im Ergebnis-Eingabemodul und schlugen Anpassungen bei den Anzeigeformaten vor.

Diese Feld-Daten führten zu einer Umstrukturierung der grafischen Oberfläche und der Einführung dynamischer Filter, was die Eingabegeschwindigkeit um 25 % steigerte und Transkriptionsfehler reduzierte.

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Warum nutzerzentriertes Design im Gesundheitswesen unverzichtbar ist

Eine benutzerorientierte medizinische Software verbessert direkt Effizienz, Sicherheit und Akzeptanz bei den Anwender:innen. Dieser Ansatz verringert die kognitive Belastung und beugt kritischen Fehlern im klinischen Alltag vor.

Verbesserte Usability

Im Krankenhausumfeld stehen Anwender:innen unter hohem Zeitdruck und müssen oft schnell zwischen mehreren Oberflächen wechseln. Ein intuitives Design reduziert unnötige Klicks und strukturiert Informationen hierarchisch.

Optimierte Navigationswege führen zu kürzeren Schulungszeiten, weniger Support-Anfragen und letztlich zu geringeren Betriebskosten für das Change Management.

Indikatoren wie Fehlerrate bei Aufgaben, durchschnittliche Bearbeitungszeit und Nutzer:innenvertrauen belegen die ergonomische Leistungsfähigkeit des Tools.

Reduzierung von Risiken und Fehlern

Critical-Use-Errors, also Nutzungsfehler mit potenziell gefährlichen Folgen für Patient:innen, werden durch Ergonomie-Studien und realistische Simulationen im Vorfeld ausgeschlossen.

Beispielsweise entdeckte eine Klinik bei einem Audit des nutzerzentrierten Designs Unklarheiten in der Anzeige von Medikations­einheiten. Die Korrektur und zusätzliche visuelle Schutzmechanismen (Farbwarnungen) senkten die Vorfälle fehlerhafter Verschreibungen um 40 %.

Diese Verbesserungen stärken die Einhaltung von Behandlungsprotokollen und fördern die regulatorische Gebrauchssicherheit.

Höhere Adoption und Zufriedenheit

Produkte, die mit aktiver Mitarbeit der zukünftigen Anwender:innen entwickelt werden, weisen deutlich höhere Akzeptanzraten auf. Das Pflege­personal fühlt sich gehört und eingebunden, was das Vertrauen fördert.

Eine Nutzungsrate von über 90 % in der ersten Woche ermöglicht schnellen operativen ROI und liefert wertvolle qualitative Rückmeldungen für die weitere Roadmap.

Diese hohe Adhärenz wirkt sich direkt auf die Versorgungsqualität aus: Sie erhöht die Daten­zuverlässigkeit und erleichtert die bereichsübergreifende Koordination.

Empfohlene Methoden

Es gibt kein universelles Rezept: Jedes HealthTech-Projekt erfordert einen maßgeschneiderten Ansatz, der bewährte Methoden und spezifische fachliche Kontexte kombiniert. Die Wahl der Vorgehensweise sollte auf Gerätetyp und klinische Zielsetzungen abgestimmt sein.

Nutzerzentriertes Design (ISO 62366)

Das im Rahmen der Norm ISO 62366 definierte nutzerzentrierte Design strukturiert die Entwicklung um die Identifikation von Nutzungsszenarien und Critical-Use-Errors. Es umfasst mehrere Phasen: Nutzerforschung, Gestaltung, Evaluierung und Validierung.

Diese Methode gewährleistet eine lückenlose Nachverfolgbarkeit aller Design-Entscheidungen mit normgerechten Deliverables und erleichtert die Erstellung der MDR-Zertifizierungsunterlagen.

Der Ansatz eignet sich besonders für komplexe Software als Medizinprodukt (SaMD), bei denen der Nachweis der Beherrschung von Gebrauchsrisko ein regulatorisches Erfordernis ist.

Design Thinking und klinische Workshops

Design Thinking fördert Kreativität und schnelle Problemlösung durch kollaborative Workshops. Es legt den Fokus auf Empathie mit den Anwender:innen und die Ideen­generierung vor dem Prototyping.

In diesen Workshops arbeiten Ärzt:innen, Pflegende, Pharmazeut:innen und Ingenieur:innen gemeinsam an realitätsnahen Szenarien. Die Ergebnisse helfen, priorisierte Funktionen zu definieren und fachliche Annahmen zu validieren.

Dieser kollaborative Ansatz beschleunigt Konsensbildung und verkürzt interne Freigabezyklen, während er eine innovationsgetriebene Dynamik beibehält, die sich an den klinischen Bedürfnissen orientiert.

Lean UX und Agile HealthTech

Lean UX setzt auf schnelles Lernen und prüfbare Hypothesen.

In Kombination mit agilen Prinzipien lassen sich Nutzer­feedbacks in kurzen, iterativen Sprints integrieren. Diese Flexibilität verkürzt die Time-to-Market von Features und senkt das Risiko, ungenutzte Funktionalitäten zu entwickeln. Jeder Inkrement wird in realen Bedingungen getestet und noch vor dem nächsten Sprint angepasst.

Beispielsweise hat eine E-Commerce-Plattform diesen Ansatz verwendet, um den Checkout-Prozess zu optimieren: In fünf Sprints verfeinerte sie ihr MVP und steigerte die Konversionsrate um 20 %.

Setzen Sie nutzerzentriertes Design als Hebel für exzellente klinische Ergebnisse ein

Nutzerzentriertes Design ist der Schlüssel zur Entwicklung sicherer, nutzerakzeptierter und konformer medizintechnischer Software. Mit frühem Prototyping, einem kontinuierlichen Verbesserungszyklus, optimierter Ergonomie und der richtigen Methodenauswahl sichern Sie positive Effekte auf die Versorgungsqualität und Patientensicherheit.

Unsere Expert:innen stehen Ihnen zur Seite, um eine maßgeschneiderte nutzerzentrierte Design-Strategie zu entwickeln, die regulatorische Anforderungen erfüllt und Ihre Geschäftsziele unterstützt.

Besprechen Sie Ihre Herausforderungen mit einem Edana-Experten

Von David

UX/UI Designer

VERÖFFENTLICHT VON

David Mendes

Avatar de David Mendes

David ist Senior UX/UI-Designer. Er gestaltet nutzerzentrierte Workflows und Oberflächen für Ihre Business-Software, SaaS-Lösungen, Websites und digitalen Ökosysteme. Als Experte für Nutzerforschung und Rapid Prototyping sorgt er für konsistente, fesselnde Erlebnisse an jedem Touchpoint.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zum benutzerzentrierten Design im Gesundheitswesen

Was ist benutzerzentriertes Design (BCD) und warum ist es für medizinische Software so entscheidend?

Benutzerzentriertes Design (BCD) ist ein Ansatz, der Pflegekräfte und Patienten ins Zentrum der Softwaregestaltung stellt. Durch die Integration ihrer Bedürfnisse, Arbeitsabläufe und klinischen Rahmenbedingungen bereits in den ersten Entwürfen lassen sich Bedienfehler voraussehen und eine sicherere Lösung gewährleisten, die den MDR- und ISO-62366-Normen entspricht. BCD verbessert die Ergonomie, beschleunigt die Einführung im Team und reduziert die Nacharbeiten am Projektende deutlich.

Wie reduziert frühes Prototyping Risiken und Kosten in einem HealthTech-Projekt?

Frühes Prototyping bedeutet, interaktive Modelle (Click-Dummies) zu erstellen, noch bevor eine einzige Codezeile geschrieben wird. Diese Prototypen ermöglichen die Validierung klinischer Arbeitsabläufe, das Erkennen von Reibungspunkten und das Testen der Ergonomie. Durch das Aufspüren von bis zu 80 % der Risiken im Vorfeld werden Rückläufe in der Endentwicklung minimiert, teure Überarbeitungen reduziert und die Markteinführung beschleunigt.

Was sind die Hauptphasen des HCD-Ansatzes gemäß der Norm ISO 62366?

Der Human-Centered Design-Ansatz (ISO 62366) gliedert sich in vier Phasen: Nutzerforschung zur Definition klinischer Anforderungen, Prototypenentwicklung, Evaluation durch Usability-Tests und formale Validierung der Nutzungsrisiken. Jede Phase erzeugt normgerechte Arbeitsergebnisse, um die Nachvollziehbarkeit der Designentscheidungen zu gewährleisten und die Erstellung der MDR-Zertifizierungsunterlagen zu erleichtern.

Welche KPIs sollte man verfolgen, um die ergonomische Effizienz einer medizinischen Software zu messen?

Zu den wichtigsten Kennzahlen gehören die Erfolgsquote bei Aufgaben (Success Rate), die durchschnittliche Abschlusszeit, die Häufigkeit von Navigationsfehlern und das Nutzerzufriedenheitsniveau. Außerdem kann man die Nutzungsrate (Adoptionsrate) und die Reduzierung des technischen Supports messen. Diese quantitativen und qualitativen KPIs geben Aufschluss über die ergonomische Effizienz und leiten die Prototyp-Iterationen.

Wie integriert man eine kontinuierliche Verbesserungsschleife nach der Einführung?

Nach dem Rollout führt man vierteljährliche Nutzungsreviews durch, um Felddaten zu sammeln (Beobachtungen, kurze Umfragen, Logbücher). Diese Rückmeldungen fließen in die Produkt-Roadmap ein, und man plant regelmäßige ISO-Audits, um die HCD-Dokumentation zu aktualisieren. Dieser agile Prozess stellt sicher, dass sich die Lösung kontinuierlich an klinische Praxen und regulatorische Anforderungen anpasst.

Welche häufigen Fehler gilt es bei der Implementierung des benutzerzentrierten Designs zu vermeiden?

Vermeiden Sie, ohne Einbindung der Pflegekräfte zu starten oder das Prototyping bis zur Endphase aufzuschieben. Unterschätzen Sie nicht die HCD-Dokumentation und vernachlässigen Sie nicht echte Tests. Die Ergonomie auszulagern ohne bereichsübergreifende Zusammenarbeit oder Feldfeedback zu ignorieren, führt zu unpassenden Funktionen und Compliance-Verzögerungen.

Wie garantiert man die Akzeptanz des Pflegepersonals bereits in der Konzeptionsphase?

Organisieren Sie kollaborative Workshops mit Ärzten, Pflegekräften, Apothekern und Ingenieuren in Design-Thinking-Sessions. Binden Sie sie in die Erstellung und Validierung interaktiver Prototypen ein. Diese aktive Beteiligung schafft ein Gefühl der Mitverantwortung, stimmt Geschäftsanforderungen ab und reduziert Widerstände gegen Veränderungen schon in frühen Iterationen.

Wie stellt man die regulatorische Konformität (MDR, ISO 62366) während des gesamten Lebenszyklus sicher?

Integrieren Sie bereits in der Konzeptphase einen Zeitplan für interne und externe Audits, um Ergonomie und Gebrauchssicherheit zu validieren, und aktualisieren Sie fortlaufend die HCD-Dokumentation entsprechend den Normänderungen. Planen Sie regulatorische Updates in der Produkt-Roadmap, um Vertriebspausen zu vermeiden.

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