Zusammenfassung – Angesichts der wachsenden Komplexität bei IT-Modernisierungen und in der Lieferkette verlassen sich Unternehmen noch immer auf trügerische Annahmen, die Engpässe, Verzögerungen und Mehrkosten verursachen. Process Intelligence sammelt und vereinheitlicht kontinuierlich Transaktionsdaten (ERP, CRM, WMS, maßgeschneiderte Systeme), rekonstruiert automatisch die tatsächlichen Abläufe, deckt Abweichungen, kritische Schleifen und Best Practices auf und priorisiert Projekte nach geschäftlicher Wirkung und Aufwand. Lösung: Eine modulare Open-Source-/Hybridplattform mit Standard-Connectors oder APIs einführen, um die Performance zu steuern und Ihre Transformationen abzusichern.
In einer Umgebung, in der Projekte zur Modernisierung von IT-Systemen, zur Optimierung der Supply Chain und zur Einführung von ERP-Systemen einander ablösen, basieren Organisationen noch allzu oft auf Annahmen, wenn sie ihre Prozesse beschreiben. Die Herausforderung besteht heute darin, auf einen faktischen Ansatz umzusteigen und jede einzelne Transaktion zu nutzen, um das tatsächliche operative Vorgehen zu rekonstruieren.
Process Intelligence rückt die Daten in den Mittelpunkt der Transformation, indem es die Flüsse, Abweichungen und Schattenbereiche präzise misst. Die aus Process Intelligence gewonnenen Erkenntnisse ebnen den Weg zu mehr Transparenz, zur Identifikation bewährter Vorgehensweisen und zu einer Priorisierung auf Basis objektiver Kriterien.
Operative Prozessrealität rekonstruieren
Process Intelligence nutzt transaktionale Daten, um das tatsächliche Funktionieren jedes einzelnen Flusses offenzulegen. Der Ansatz beschränkt sich nicht auf Dokumentation: Er kartiert automatisch Abweichungen, Engpässe und Ausnahmen.
Erfassung und Integration von Systemdaten
Der erste Schritt besteht darin, die Protokolle und Ausführungs-Logs aller Geschäftssysteme zu erfassen: ERP, CRM, WMS und maßgeschneiderte Anwendungen. Jede Transaktion wird extrahiert, bereinigt und normalisiert, um eine Inter-System-Konsistenz zu gewährleisten. Diese Zentralisierung bildet die einheitliche Basis für jede Analyse und vermeidet Verzerrungen, die durch partielle Dashboards oder manuelle Berichte entstehen.
Hybride Architekturen, die Open-Source-Lösungen und proprietäre Module kombinieren, können über Standard-Connectoren oder maßgeschneiderte APIs integriert werden, etwa um einen webbasierten Geschäfts-Workflow in SAP oder Microsoft Dynamics einzubinden. Ziel ist es, die Kontinuität der Datenerfassung sicherzustellen, ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen oder einen Vendor-Lock-in zu erzeugen.
Sobald die Daten konsolidiert sind, wird ein Data Warehouse oder Data Lake zum Einstiegspunkt für die Analysealgorithmen, was die lückenlose Nachverfolgbarkeit jedes Ereignisses sicherstellt und den Boden für die Phase der Prozessrekonstruktion bereitet.
Automatisierte Rekonstruktion der realen Flüsse
Die Process-Intelligence-Engine rekonstruiert die Transaktionspfade, indem sie aufeinanderfolgende Aufzeichnungen verknüpft. Von der Erstellung einer Bestellung bis zur Bezahlung wird jeder Schritt automatisch identifiziert und sequenziell angeordnet. Sequenzabweichungen oder unerwartete Schleifen werden sofort sichtbar.
Im Gegensatz zu Idealmodellen berücksichtigt diese Rekonstruktion Wartezeiten, manuelle Korrekturen und Aufgabenumschichtungen. Ein Support-Ticket, das vor der Lösung mehrfach weitergeleitet wird, wird zum Beispiel als Ausnahmefall erkannt und liefert einen Indikator für operative Reibungsverluste.
Dank dieses Ansatzes gewinnen Organisationen an Agilität: Sie können ohne aufwendige Fachinterviews den tatsächlichen Pfad jeder Transaktion visualisieren und verborgene Komplexitätsbereiche identifizieren.
Erkennung von Abweichungen und Ineffizienzen
Sobald die Flüsse rekonstruiert sind, hebt das System Abweichungen vom Zielprozess hervor: Verzögerungen, überflüssige Aufgaben, umgangene Schritte. Diese Abweichungen werden in Häufigkeit sowie zeitlichem oder finanziellem Impact gemessen und bieten eine quantifizierte Darstellung der Ineffizienzen.
Variationen zwischen Teams oder Standorten werden ebenfalls verglichen, um interne Best Practices zu identifizieren. Statt einer punktuellen Betrachtung liefert Process Intelligence eine End-to-End-Abbildung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit.
Beispiel: Ein mittelständisches Logistikunternehmen stellte fest, dass 25 % seiner Aufträge, obwohl sie für die automatische Freigabe vorgesehen waren, manuell bearbeitet wurden, was zu einer durchschnittlichen Verzögerung von sechs Stunden führte. Diese Analyse machte deutlich, dass die Routing-Regeln des Workflows überarbeitet und die Schulung der Operatoren verbessert werden musste. Dadurch konnten die Durchlaufzeiten um 30 % reduziert werden.
End-to-End-Transparenz und Priorisierung von Optimierungshebeln
Die vollständige Transparenz über Ihre Prozesse ermöglicht es, kritische Schleifen zu identifizieren und deren Auswirkungen auf die Ergebnisse zu bewerten. Dashboards, die auf Fakten basieren, bieten eine Möglichkeit, Transformationsmaßnahmen nach ihrem potenziellen Nutzen zu priorisieren.
Ganzheitliche Visualisierung kritischer Schleifen
Process-Intelligence-Tools erzeugen schematische Darstellungen der Prozesse, in denen jeder Knoten einen Prozessschritt und jede Verbindung eine Transaktionsübergabe repräsentiert.
Diese Visualisierung zeigt die meistgenutzten Pfade sowie gelegentliche Abweichungen und verschafft einen klaren Überblick über die Bereiche mit Optimierungspotenzial. Beispielsweise kann eine Rechnungsschleife, die mehrfach zurückspringt, auf eine SAP-Parametrisierung oder fehlende Eingaben wesentlicher Informationen hindeuten.
Über die grafische Darstellung hinaus ergänzen Dashboards zur Häufigkeit, Dauer und den Kosten jeder Schleife die Transparenz und erleichtern die Entscheidungsfindung.
Interner Benchmarking und Identifikation bewährter Vorgehensweisen
Durch den Vergleich der Leistungen verschiedener Standorte oder Teams identifiziert Process Intelligence die effizientesten Praktiken. Interne Benchmarks dienen als Referenzen, um optimale Standards unternehmensweit einzuführen.
Teams können sich an den kürzesten Transaktionspfaden orientieren, einschließlich Systemkonfigurationen, Autonomiegraden und Aufgabenzuweisungen. Dieser Ansatz fördert die Verbreitung von Best Practices ohne kostenintensive manuelle Audits.
Beispiel: Ein Hersteller von Industriezubehör analysierte drei Werke und stellte fest, dass das leistungsstärkste Werk seinen Produktionszyklus 20 % schneller abschloss, da eine automatische Prüfstation im ERP integriert war. Diese Praxis wurde in den beiden anderen Werken übernommen, was zu einer globalen Verkürzung der Produktionszeiten und einer Steigerung der Kapazität um 15 % führte.
Faktenbasierte Priorisierung von Transformationsprojekten
Die quantitativen Erkenntnisse aus Process Intelligence ermöglichen es, Projekte entlang zweier Achsen zu klassifizieren: geschäftlicher Impact (Verzögerung, Kosten, Qualität) und Umsetzungsaufwand. Diese Matrix dient als Leitfaden, um die rentabelsten Vorhaben hinsichtlich des ROI zu identifizieren.
Statt neue ERP-Module hinzuzufügen oder alle Prozesse gleichzeitig umzustellen, stellt der datengetriebene Ansatz sicher, dass jede Investition auf einer zuvor identifizierten konkreten Problemstellung basiert.
So definierte Prioritäten erleichtern die Zustimmung der Stakeholder und die Mobilisierung der Ressourcen, indem schon zu Projektbeginn der erwartete Hebeleffekt auf die Gesamtperformance demonstriert wird.
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Absicherung Ihrer technologischen Transformationsprojekte
Process Intelligence antizipiert Risiken vor jedem Rollout, indem es Szenarien validiert und potenzielle Auswirkungen misst. Diese Prognose stärkt die Zuverlässigkeit von ERP-Projekten, IT-Systemmodernisierungen und Supply-Chain-Reengineering.
Vorabvalidierung vor ERP-Rollouts
Vor jeder Migration zu einer neuen Version oder einem Zusatzmodul simuliert und prüft Process Intelligence die bestehenden Transaktionspfade von ERP-Rollouts. Jeder Anwendungsfall wird anhand historischer Daten rekonstruiert, um Seiteneffekte zu erkennen.
Dieser proaktive Ansatz begrenzt funktionale Regressionen und ermöglicht es, die Parametrisierung des künftigen ERP auf Basis realer Fälle statt Annahmen anzupassen. Er verkürzt die Testzyklen und stärkt das Vertrauen der Fachbereiche während der Deploy-Phase.
Kontinuierliche Optimierung der Lieferkette
Die nahezu in Echtzeit verlaufende Transaktionsüberwachung deckt Engpässe in der Lieferkette vom Lieferanten bis zum Endkunden auf und folgt damit einem ökosystemischen Ansatz für Supply Chains. Transportzeiten, Entladezeiten und nicht konforme Rücksendungen werden erfasst und mit den eingesetzten Ressourcen korreliert.
Die Analysen ermöglichen dynamische Anpassungen: Umverteilung der Transportkapazitäten, Änderung der Lieferfenster und Rationalisierung der Lagerbestände. Diese fortlaufende Reaktionsfähigkeit stärkt die Resilienz gegenüber Störungen und optimiert die Betriebskosten.
Die durch Process Intelligence geschaffene Transparenz verwandelt jede Stufe in einen Entscheidungshebel, der auf konkreten Indikatoren basiert, statt auf aggregierten KPI-Meldungen.
Verbesserung der Finanzzyklen und Reduktion von Fehlern
Monatliche und quartalsweise Abschlüsse profitieren von der detaillierten Nachverfolgung buchhalterischer Transaktionen. Jeder Buchungssatz wird von der Erstellung bis zur endgültigen Freigabe nachverfolgt, um Erfassungsverzögerungen und Unstimmigkeiten bei Bankabstimmungen zu erkennen.
Diese Granularität reduziert das Risiko manueller Fehler und beschleunigt den Close-to-Report-Zyklus. Die Finanzteams können sich so auf die Analyse von Abweichungen konzentrieren, statt nach fehlenden Daten zu suchen.
Beispiel: Ein Schweizer Vertriebsnetz verkürzte seinen monatlichen Abschluss von sechs auf drei Tage dank der Analyse des Rechnungserstellungs- und Zahlungsprozesses. Das Unternehmen identifizierte mehrere Blockaden in der manuellen Freigabe und automatisierte systematische Kontrollen, wodurch die Zuverlässigkeit der Key Figures gesteigert wurde.
Einführung einer datengetriebenen Kultur und kontinuierlicher Verbesserung
Process Intelligence wird zu einem Hebel für kulturellen Wandel, der datenbasierte Entscheidungen und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit fördert. Er stellt den Mitarbeiter in den Mittelpunkt und wertschätzt effiziente Verhaltensweisen.
Prozess-Governance und Verantwortlichkeitszuweisung
Die Prozess-Governance stützt sich auf regelmäßige Gremien, in denen IT-Leiter, Fachverantwortliche und Dienstleister gemeinsam Performance-Dashboards prüfen. Jede Abweichung wird einem Verantwortlichen zugewiesen, und Aktionspläne werden in einem gemeinsamen Backlog definiert.
Diese agile Organisation stärkt die Verantwortlichkeit und schafft einen positiven Kreislauf: Die Teams sehen die konkreten Auswirkungen ihrer Initiativen und passen ihre Praktiken kontinuierlich an. Process Intelligence dient dabei als gemeinsame Sprache und erleichtert Entscheidungen und Budgetabstimmungen.
People Analytics zur Analyse des menschlichen Faktors
Über die reinen Prozesse hinaus erlaubt Process Intelligence die Analyse menschlicher Interaktionen: aufgewendete Zeit pro Profil, Reibungspunkte bei der Kompetenzentwicklung und Zusammenarbeit zwischen Abteilungen. Diese zuverlässigen HR-Daten decken Bereiche auf, in denen die Arbeitsbelastung ungleich verteilt ist oder organisatorische Engpässe entstehen.
In Kombination mit internen Zufriedenheitsumfragen lassen sich Schulungsmaßnahmen anpassen, Rollen überdenken und gezielte Kompetenzentwicklungsprogramme fördern, was die Akzeptanz von Veränderungen verbessert.
Organisationen gewinnen so an digitaler Reife, indem sie die menschliche Dimension in den Mittelpunkt kontinuierlicher Verbesserungsprozesse stellen.
Kontinuierliches Monitoring und agile Anpassung
Steuerungscockpits liefern Echtzeitalarme für Schlüsselkriterien, sodass Prozesse bei Abweichungen schnell angepasst werden können. Workflows werden regelmäßig anhand neuer Daten überprüft, um eine konstante Anpassung an Marktveränderungen und strategische Prioritäten zu gewährleisten.
Dieser permanente Feedback-Zyklus verwandelt jedes Projekt in einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess, bei dem jede Anpassung gemessen und in die Analyse zurückgeführt wird, um die Nachhaltigkeit der operativen Performance sicherzustellen.
Steuern Sie Ihre Transformation mit Process Intelligence
Process Intelligence verwandelt ein auf Annahmen basierendes Vorgehen in einen objektiven Ansatz, der auf operativen Daten fußt. Es bietet End-to-End-Transparenz, hebt Best Practices hervor, sichert Technologieprojekte ab und etabliert eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung in Ihren Teams.
Unsere Experten begleiten Organisationen bei der Implementierung dieser kontextbezogenen und modularen Lösungen, mit Fokus auf Open Source und einer entwicklungsfähigen, sicheren Architektur ohne Vendor-Lock-in. Sie unterstützen Sie bei der Definition Ihrer Key Performance Indicators, dem Aufbau Ihrer Cockpits und der Einführung eines datengetriebenen Controllings, das auf Ihre Strategie abgestimmt ist.
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