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Process Mining: Ihre tatsächlichen Prozesse verstehen, um Kosten zu reduzieren und Effizienz zu steigern

Auteur n°3 – Benjamin

Von Benjamin Massa
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Zusammenfassung – Angesichts undurchsichtiger Prozesse mit Workarounds, manuellen Nacharbeiten und versteckten Engpässen erleiden Führungskräfte Verzögerungen, Mehrkosten und Compliance-Risiken. Process Mining extrahiert und normalisiert Event-Logs aus ERP/CRM/TMS, um Echtzeit-Flüsse abzubilden, Varianten, Reibungspunkte und Engpässe zu erkennen und Optimierungen in Order-to-Cash, Procure-to-Pay, Compliance und ERP-Migrationen zu priorisieren.
Lösung: Eine datengestützte Analyse als Basis vor jeder Neugestaltung oder Automatisierung einsetzen, ein standardisiertes Prozessdesign garantieren, Durchlaufzeiten verkürzen, versteckte Kosten reduzieren und Skalierbarkeit sichern.

Die meisten Organisationen haben nur eine partielle Sicht auf ihre Prozesse: Umgehungen, ungeplante Varianten, manuelle Neueingaben, redundante Freigaben und persönliche Abhängigkeiten bleiben unsichtbar. Process Mining nutzt die Event-Logs Ihrer ERP-, CRM- und Fachanwendungen, um den tatsächlichen Ablauf jeder Transaktion objektiv und vollständig zu rekonstruieren. Diese Transparenz macht Engpässe, lange Zykluszeiten und versteckte Kosten sichtbar.

Basierend auf diesen Daten lassen sich Optimierungsmaßnahmen priorisieren, Abläufe standardisieren und die Skalierbarkeit frühzeitig einschätzen. Mehr als ein reines Audit bildet Process Mining die technische Grundlage für jede erfolgreiche digitale Transformation.

Ihre operativen Prozesse in Echtzeit visualisieren

Process Mining stellt Ihre Abläufe automatisch aus digitalen Spuren dar und liefert eine akkurate Landkarte vorhandener Varianten und Abweichungen.

Rekonstruktion der Abläufe aus den Event-Logs

Process Mining extrahiert und normalisiert die Historien Ihrer Systeme, um eine detaillierte Darstellung jeder Prozessstufe zu erstellen. Dabei kommen Techniken des Data Wrangling zum Einsatz. Im Gegensatz zu subjektiven Workshops basiert dieser Ansatz auf unveränderbaren Daten aus Ihrem ERP-, CRM-System oder TMS-System.

Jedes zeitgestempelte Ereignis wird so zum Wegpunkt im Transaktionsverlauf und erlaubt die präzise Erfassung von Ablauf­sequenzen, beteiligten Akteuren und der tatsächlichen Dauer jeder Phase.

Diese automatische Rekonstruktion garantiert volle Abbildung der realen Abläufe und eliminiert Verzerrungen durch Interviews oder individuelles Erinnerungsvermögen.

Erkennung von Varianten und Abweichungen

Innerhalb desselben Prozesses lassen sich schnell Dutzende unterschiedlicher Pfade identifizieren. Teams weichen aus, um Hindernisse zu umgehen, was zu nicht dokumentierten Abweichungen führt.

Process Mining gruppiert und klassifiziert diese Varianten nach Häufigkeit und Auswirkung, um kritische Abweichungen aufzuspüren, die Zykluszeiten verlängern und Fehlerquoten erhöhen.

Diese Granularität ermöglicht es, Korrekturmaßnahmen zu priorisieren – beginnend bei den Varianten, die die höchsten Kosten oder Verzögerungen verursachen.

Transparenz bei Reibungspunkten und Engpässen

Durch die Messung der Wartezeiten zwischen den Aktivitäten deckt Process Mining organisatorische und technische Blockaden auf, sei es eine überlastete Freigabestelle oder eine unterdimensionierte Software­schnittstelle.

Solche Reibungspunkte, oft in Excel-Tabellen oder internen Abläufen versteckt, führen zu kumulierten Verzögerungen und Kosten für Nacharbeiten.

Die Cluster-Darstellung der Aktivitäten erleichtert zudem die Abstimmung zwischen IT-Abteilung, Fachbereichen und Geschäftsführung, um passende Gegenmaßnahmen zu definieren.

Beispiel aus der Praxis

Ein mittelständisches Schweizer Handelsunternehmen implementierte Process Mining in seinem Beschaffungszyklus. Die Analyse zeigte, dass eine doppelte manuelle Freigabe knapp 20 % der Bestellungen durchschnittlich 48 Stunden blockierte. Diese Erkenntnis machte deutlich, wie wichtig datenbasierte Entscheidungen sind, um unnötige Schritte zu eliminieren und den Procure-to-Pay-Prozess zu beschleunigen.

Sofortige Nutzen und typische Anwendungsfälle

Process Mining generiert rasch Einsparungen bei Kosten und Durchlaufzeiten, indem es eine faktische Sicht auf kritische Prozesse bietet. Die wichtigsten Einsatzgebiete sind Order-to-Cash, Procure-to-Pay, Record-to-Report und Supply Chain.

Optimierung des Order-to-Cash-Zyklus

Jede Verzögerung bei der Rechnungserstellung oder eine Kundenreklamation wirkt sich unmittelbar auf den Working Capital Bedarf und die Liquidität aus. Process Mining identifiziert genau jene Punkte, an denen Rechnungs­versand, Mahnwesen oder Zahlungserfassung zum Engpass werden.

Durch die präzise Kartierung der Wege zurückgewiesener oder zurückgesprungener Rechnungen lassen sich Ursachen wie Datenformat, ERP-Integration oder manuelle Freigabeverfahren gezielt beheben.

Dieser datengetriebene Ansatz reduziert Forderungslaufzeiten und optimiert Lagerumschläge, ohne den Prozess komplett neu zu definieren.

Verbesserung des Procure-to-Pay

Vom Bestellanforderungsschritt bis zur Lieferanten­zahlung werden oft manuelle Eingriffe und überflüssige Kontrollen durchgeführt. Process Mining deckt die Anzahl von Mahnungen, Wareneingangsabweichungen und Freigabe­blockaden auf.

Finanzverantwortliche können so Validierungsschwellen straffen, Reconciliation-Prozesse automatisieren und Zahlungsfristen drastisch verkürzen.

Diese erhöhte Reaktionsschnelligkeit gegenüber Lieferanten führt zu besseren Einkaufs­konditionen und niedrigeren Finanzierungskosten.

Stärkung von Compliance und Qualität

In regulierten Branchen ist eine lückenlose Nachvollziehbarkeit unverzichtbar. Process Mining überprüft die effektive Einhaltung von Zielprozessen und gesetzlichen Anforderungen.

Abweichungen werden automatisch gemeldet und mit allen betroffenen Transaktionen dokumentiert, was interne und externe Audits erheblich erleichtert.

Über die Compliance hinaus unterstützt diese Transparenz die Standardisierung bewährter Praktiken zwischen Standorten und die Verbreitung identifizierter Best Practices.

Beispiel aus der Praxis

Ein Schweizer Finanzdienstleister stellte mithilfe von Process Mining fest, dass 15 % der Bankabstimmungen drei Tage nach Monatsabschluss manuell nachbearbeitet wurden, was zu Reporting-Abweichungen führte. Diese Analyse zeigte, wie ein faktenbasierter Diagnoseansatz manuelle Nacharbeiten reduziert und den Monatsabschluss beschleunigt.

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Process Mining in Ihre ERP-Projekte integrieren

Process Mining ist die unverzichtbare Vorstufe jeder ERP-Migration oder Workflow-Neugestaltung. Es sichert ein zukünftiges Design, das auf der operativen Realität basiert.

Vorbereitung auf die ERP-Migration

Bevor Sie auf ein neues ERP-System umsteigen (z. B. S/4HANA, D365, Oracle …), müssen Sie die tatsächliche Struktur Ihrer Prozesse verstehen. Theoretische Workshops übersehen häufig nachträgliche Anpassungen und Ausnahmen.

Process Mining erfasst diese Abweichungen und liefert eine objektive Grundlage für die Definition eines standardisierten Zielmodells, in dem Ausnahmen gezielt erhalten oder neu bewertet werden.

Diese Vorbereitung reduziert Parametrierungsaufwände, minimiert Überraschungen in der Testphase und beschleunigt die Anwenderakzeptanz.

Entwicklung eines prozessorientierten Designs auf Basis der Realität

Statt einen idealen Ablauf vorzugeben, speist Process Mining historische Daten in die Modellierung ein. Geschäftsanforderungen und häufige Varianten werden so von Anfang an im Zielmodell berücksichtigt.

Dieser kontextbezogene Ansatz – mit modularen Open-Source-Komponenten und gezielten Eigenentwicklungen – vermeidet Vendor Lock-in und sichert kontinuierliche Weiterentwicklung.

Das Ergebnis ist ein ERP, das exakt auf Ihre spezifische Umgebung zugeschnitten ist, Post-Implementation-Abweichungen minimiert und den ROI maximiert.

Post-Go-Live-Monitoring und kontinuierliche Verbesserung

Nach dem Go-Live bleibt Process Mining ein kontinuierliches Monitoring-Tool. Es misst die Konformität neuer Abläufe, erkennt Abweichungen früh und überprüft geplante Einsparungen.

Mit automatischen Alerts können Sie reagieren, sobald ein Prozess nachlässt oder eine neue Variante auftritt – für eine proaktive Governance.

Dieser iterative Ansatz stellt sicher, dass Ihr ERP stets mit der fachlichen Realität im Einklang bleibt und sich ohne umfassende Reengineering-Maßnahmen weiterentwickelt.

Beispiel aus der Praxis

Ein mittelständisches Industrieunternehmen nutzte Process Mining nach einer ERP-Migration. Die Nachanalyse zeigte, dass 10 % der Aufträge weiterhin manuell über ein veraltetes Modul liefen. Diese Erkenntnis leitete einen gezielten Migrationsschritt ein und beschleunigte die Systemstabilisierung.

Synergien zwischen Process Mining, BI, BPM und Automatisierung

Process Mining unterscheidet sich von BI und BPM, ergänzt sie aber ideal und fungiert als Ausgangspunkt für RPA- und KI-Initiativen.

Process Mining vs. BI: Flussdarstellung statt Kennzahlen

Business Intelligence liefert KPIs und konsolidierte Reports, zeigt aber nicht, welchen Weg jede einzelne Transaktion nimmt. BI gibt lediglich durchschnittliche Verzögerungen an, ohne zu erklären, wo und wie sie entstehen.

Process Mining rekonstruiert die Abläufe und beantwortet diese Fragen präzise. So entstehen kontextualisierte Kennzahlen, die BI inhaltlich bereichern und auf die realen Prozesse ausrichten.

Durch die Kombination von BI und Process Mining lassen sich operative Leistung und finanzielle Ergebnisse granular verknüpfen – etwa in einem BI-ERP-Ansatz.

Process Mining vs. BPM: Realität statt Ideal

BPM modelliert einen Zielprozess, oft auf der Basis von Geschäftsannahmen und idealisierten Abläufen. Lokale Anpassungen und operative Abweichungen bleiben dabei unberücksichtigt.

Process Mining liefert den Nachweis aus der Praxis, ergänzt das BPM um tatsächliche Varianten und priorisiert Verbesserungen nach Häufigkeit und Auswirkung.

Diese Kombination schafft ein realistisches und pragmatisches BPM-Repository, das die Akzeptanz der Teams fördert und nachhaltige Optimierungen ermöglicht.

Schritt 0 vor RPA und KI

Wer Prozesse automatisiert, ohne alle Feinheiten zu kennen, riskiert fragile und wartungsintensive Roboter. Process Mining dient als präventive Analyse und identifiziert wiederkehrende, stabile Szenarien, die sich vorrangig automatisieren lassen.

So lässt sich eine Use-Case-Landkarte für RPA und KI erstellen und klare Workflows definieren – ohne unnötige, unvollständige Skripte.

Automatisierung wird so zu einem wirklich effizienten und langfristig rentablen Hebel.

Der Weg zu nachhaltiger operativer Performance mit Process Mining

Process Mining liefert eine objektive, vollständige und messbare Sicht auf Ihre Prozesse, deckt Engpässe, kostspielige Varianten und Wachstumshürden auf. Es bildet das Fundament für kontinuierliche Optimierung, ERP-Migrationen und kontrollierte Automatisierung. Dieser datengetriebene Ansatz senkt versteckte Kosten, beschleunigt Abläufe und erhöht die Compliance – unabhängig von der Größe Ihrer Organisation.

Unsere Experten analysieren Ihre Event-Logs, erarbeiten eine kontextualisierte Roadmap und begleiten Ihre digitale Transformation auf belastbarer, sicherer Basis.

Besprechen Sie Ihre Herausforderungen mit einem Edana-Experten

Von Benjamin

Digitaler Experte

VERÖFFENTLICHT VON

Benjamin Massa

Benjamin ist ein erfahrener Strategieberater mit 360°-Kompetenzen und einem starken Einblick in die digitalen Märkte über eine Vielzahl von Branchen hinweg. Er berät unsere Kunden in strategischen und operativen Fragen und entwickelt leistungsstarke, maßgeschneiderte Lösungen, die es Organisationen und Unternehmern ermöglichen, ihre Ziele zu erreichen und im digitalen Zeitalter zu wachsen. Die Führungskräfte von morgen zum Leben zu erwecken, ist seine tägliche Aufgabe.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Process Mining

Was ist Process Mining?

Process Mining ist eine Technik zur Prozessanalyse, die Event Logs Ihrer Systeme (ERP, CRM, TMS) nutzt, um automatisch den tatsächlichen Verlauf von Transaktionen zu rekonstruieren. Sie liefert eine objektive und vollständige Abbildung der Schritte, Varianten und Abweichungen, ohne Interviews durchzuführen. Dieser datengetriebene Ansatz deckt Engpässe und versteckte Kosten auf und bildet die Grundlage für eine kontinuierliche Optimierung.

Wie integriert man Process Mining in bestehende ERP- und CRM-Systeme?

Die Integration erfolgt über die Extraktion der Event Logs aus Ihren ERP- und CRM-Systemen mittels Konnektoren oder APIs. Die Daten werden vor der Analyse durch das Process-Mining-Tool normalisiert und bereinigt. Diese Vorgehensweise erfordert keine strukturelle Änderung der Systeme, was eine schnelle Implementierung und volle Abbildung der realen Abläufe sicherstellt.

Welche Kriterien sind bei der Auswahl eines Open-Source-Tools für Process Mining entscheidend?

Bei Open-Source-Tools sollten Sie auf eine permissive Lizenz, eine aktive Community, regelmäßige Updates und Erweiterungsmöglichkeiten (APIs, Plugins) achten. Prüfen Sie die Kompatibilität mit Ihrer bestehenden Technologie, die Qualität der Dokumentation und den technischen Support. Modularität und Skalierbarkeit sind entscheidend, um das Tool an die speziellen Anforderungen Ihrer Organisation anzupassen.

Welche Daten werden benötigt, um ein Process-Mining-Projekt zu starten?

Mindestens erforderlich sind Event Logs mit einer eindeutigen Fall-ID (Transaktion), einem Aktivitätsnamen, einem Zeitstempel und idealerweise einer Benutzer- oder Ressourcenkennung. Je präziser und vollständiger die Logs sind (Dauer, Nebenschritte, Ausnahmeereignisse), desto genauer und aussagekräftiger fällt die Prozessrekonstruktion aus.

Wie lässt sich der Return on Investment (ROI) einer Process-Mining-Initiative messen?

Der ROI wird durch den Vergleich von Kennzahlen vor und nach der Implementierung ermittelt: Reduzierung der Durchlaufzeiten, Wegfall redundanter Schritte, Produktivitätssteigerungen und Senkung der Kosten für Fehlerbehebung. Zusätzlich werden Konformitätsraten, Abschlussgeschwindigkeiten von Prozessen und Einsparungen bei Personal- und Sachkosten beobachtet.

Welche typischen Risiken und Hindernisse treten bei der Implementierung auf?

Zu den Hauptproblemen zählen Datenqualität und -konsistenz, Systemfragmentierung, Widerstand gegen Veränderungen und fehlende Governance. Binden Sie Fachabteilungen und IT frühzeitig ein, definieren Sie einen klaren Projektumfang und planen Sie eine Phase zur Bereinigung der Logs ein, um die Zuverlässigkeit der Analysen sicherzustellen.

In welcher Phase eines ERP-Projekts sollte man Process Mining durchführen?

Process Mining eignet sich idealerweise vor der ERP-Migration zur Ist-Analyse, während der Designphase zur Validierung des Zielmodells und nach dem Go-Live zum Monitoring der Prozesskonformität. Dieses dreistufige Vorgehen optimiert die Systemkonfiguration, minimiert Überraschungen bei Tests und unterstützt eine schnelle Nutzerakzeptanz.

Wie ergänzt Process Mining BI und BPM?

Im Gegensatz zur BI, die aggregierte Kennzahlen liefert, und zum BPM, das ideale Prozessmodelle beschreibt, bildet Process Mining die tatsächlichen Abläufe ab. Es bereichert BI-Dashboards mit kontextualisierten Daten und validiert BPM-Modelle anhand realer Varianten. Diese Kombination verbessert Entscheidungsfindung und Priorisierung von Optimierungsmaßnahmen.

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