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Wie CFOs die Kontrolle über Technologieprojekte zurückgewinnen

Auteur n°3 – Benjamin

Von Benjamin Massa
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Zusammenfassung – Angesichts von Budgetüberschreitungen und Wertverlust, wenn das Finanzwesen bei Technologieprojekten nur Zuschauer bleibt, führen späte Steuerungsansätze zu Kosten-/Nutzen-Abweichungen für Fachbereiche und IT. Den CFO bereits bei Projektstart einbinden, eine Finance-IT-Governance-Charta formalisieren, fachliche KPIs und den erwarteten ROI validieren, ein Entscheidungsjournal einführen und vierteljährliche Reviews etablieren, sichert strategische Ausrichtung und agile Entscheidungen. Lösung: Dem CFO die digitale Führung übertragen, um die Vision festzulegen, die Roadmap anhand von Kennzahlen zu steuern und das Post-Go-Live-Monitoring sicherzustellen, damit Gewinne maximiert und die Anwenderakzeptanz stabilisiert werden.

In vielen Organisationen werden Technologieprojekte als rein zu finanzierende IT-Vorhaben betrachtet, ohne dass die Finanzabteilung tatsächlich in deren Steuerung eingebunden wird. Dieser Ansatz führt häufig zu Budgetüberschreitungen, zu einer begrenzten Akzeptanz durch die Fachbereiche und zu einem dauerhaften Wertverlust.

CFOs, die proaktiv agieren, verwandeln diese Projekte in Performance-Treiber, indem sie den Schwerpunkt auf das Business legen und eine klare Governance mit der IT etablieren. Sie sind von der Initiierung an beteiligt, treffen Entscheidungen nach dem erwarteten Mehrwert und sorgen nach dem Go-Live für ein kontinuierliches Monitoring, um die nachhaltige Erreichung der finanziellen und operativen Ziele zu gewährleisten.

Strategische Rolle der Finanzabteilung beim Projektstart

Die Finanzabteilung muss die Definition von Vision und Business-Zielen übernehmen. Der CFO ist nicht nur Budgetwächter, sondern Treiber der Transformation.

Vision und strategische Ausrichtung

Ein ERP-Projekt oder ein Finanztool ohne formelle Validierung des erwarteten Nutzens birgt die Gefahr erheblicher Abweichungen zwischen Erwartung und Realität. Indem die Finanzabteilung im Vorfeld die finanziellen Ziele, die fachlichen KPIs und die prognostizierten Einsparungen festlegt, stellt sie sicher, dass jede Funktionalität zum Gesamtertrag beiträgt.

Diese Phase erfordert eine präzise Prozesslandkarte der betroffenen Abläufe, eine Quantifizierung temporärer Produktivitätsverluste und eine Schätzung der wiederkehrenden Vorteile. Der CFO fungiert als sichtbarer Sponsor und setzt somit einen gemeinsamen Kurs für Fachabteilungen und IT-Team.

Eine frühzeitig kommunizierte Vision verhindert kontraproduktive technische Kompromisse und garantiert, dass die gewählte Lösung der finanziellen Roadmap des Unternehmens entspricht – unabhängig vom abgedeckten Funktionsumfang.

Klare Rollen und Verantwortlichkeiten

Fehlt eine eindeutige Aufgabenverteilung, wird die Finanzabteilung rasch zur reinen Zuschauerin, ohne Einfluss auf strategische Entscheidungen oder Prioritäten. Deshalb muss der CFO in einer Projekt-Governance-Charta die Rolle jedes Beteiligten formalisieren.

Diese Charta legt fest, wer Scope-Änderungen freigibt, wer Weiterentwicklungen entscheidet und wie Budgetabweichungen gemessen werden. Ohne solche Leitplanken kann die IT kostspielige Individualisierungen oder nicht prioritäre Entwicklungen anhäufen.

Durch eine klare Trennung von Wertsteuerung (Finanzabteilung) und technischer Umsetzung (IT) vermeidet das Unternehmen eine klientell-lieferantenartige Beziehung und behält die Kontrolle über sein künftiges Betriebsmodell.

Praxisbeispiel

Ein KMU aus dem Finanzdienstleistungssektor startete die Einführung eines neuen ERP-Systems, ohne den CFO in die Definition der entscheidenden KPIs einzubinden. Das Ergebnis: Das maßgeschneiderte Anlagenbuchhaltungsmodul wurde verspätet und mit doppelten Kosten ausgeliefert, ohne eine signifikante Verbesserung des Abschlussprozesses.

Dieses Beispiel zeigt, dass eine zu späte Finanzsteuerung das Risiko birgt, unnötige Funktionen zu entwickeln. Das Unternehmen musste einen Relaunch-Ausschuss einsetzen, einen Korrekturplan erstellen und mehrere Individualisierungen streichen – insgesamt 20 % der Entwicklungen entfielen auf nicht geschäftsrelevante Anpassungen.

Das verdeutlicht, wie wichtig ein starkes Engagement des CFO bereits in der Vorprojektphase ist, um den Umfang zu präzisieren, Quick Wins zu identifizieren und Abweichungen frühzeitig in den ersten Fachworkshops zu vermeiden.

Geteilte Finance-IT-Governance

Die Partnerschaft zwischen Finanzabteilung und IT muss auf gemeinsamen Governance-Regeln basieren. Jede technische Entscheidung wird nach ihrem Wertbeitrag bewertet.

Prinzipien einer strukturierten Partnerschaft

Eine gesunde Beziehung zwischen Finance und IT ist weder eine klassische Kunden-Lieferanten-Beziehung noch eine reine Verantwortungsdelegation. Sie beruht auf einer gemeinsamen Vision und iterativen Entscheidungen, bei denen die Finanzabteilung die Wert-Roadmap verantwortet und die IT technische Lösungsvorschläge unterbreitet.

Der CFO nimmt an Steuerungsausschüssen teil, genehmigt Budgets für Individualisierungen und stellt sicher, dass jede Investition einer strikten Kosten-Nutzen-Analyse entspricht. Regelmäßiger Austausch verhindert einseitige Entscheidungen und wahrt die Übereinstimmung zwischen Geschäftsanforderungen und Technologiewahl.

Dieser Ansatz reduziert die Abhängigkeit von externen IT-Dienstleistern, indem nicht gerechtfertigte Entwicklungen eingeschränkt und modulare Open-Source-Bausteine gefördert werden, die auf strategische Prioritäten abgestimmt sind.

Mechanismen für gemeinsame Governance

Ein Entscheidungsjournal ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Instrument, um alle Kompromisse festzuhalten. Jede Scope-Änderung, jede Budget- oder Technik-Exzeption wird dokumentiert und mit einem geschätzten ROI versehen.

Zusätzlich ermöglichen vierteljährliche Reviews die Neuausrichtung der Roadmap auf Basis der erzielten Ergebnisse und aktuellen Geschäftsbedarfe. Der CFO erhält so greifbare Indikatoren zu Fortschritt, Budgeteinhaltung und geschaffener Wertschöpfung, während die IT ihre Prioritäten entsprechend anpasst.

Diese Mechanismen sichern eine agile Governance: Das Unternehmen kann rasch entscheiden, ein unterperformantes Modul stoppen und Ressourcen vielversprechenderen Vorhaben zuweisen.

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Kontinuierliche ROI-Indikatoren und Entscheidungen

Entscheidungen müssen auf klaren finanziellen und operativen Kennzahlen basieren. Der CFO definiert und überwacht Metriken, die auf jede Projektphase zugeschnitten sind.

Erfolgskriterien festlegen

Vor Projektstart legt der CFO quantifizierbare KPIs fest: Verkürzung der Abschlusszeiten, Verringerung von Erfassungsfehlern, Produktivitätssteigerung pro Nutzer etc. Bei jedem Meilenstein werden Abweichungen zwischen Prognosen und Ist-Werten gemessen und im Ausschuss analysiert. Negative Abweichungen werden umgehend korrigiert, positive Abweichungen können zur Ressourcen­umverteilung auf weitere Optimierungen führen.

Dieses Controlling erlaubt es, Kostensteigerungen frühzeitig zu erkennen und Budget-Überraschungen zu vermeiden. Es etabliert einen faktenbasierten Dialog zwischen Finanzabteilung, IT und Fachbereichen.

Agiler Entscheidungsprozess

Wenn unvorhergesehene Szenarien auftreten (z. B. technische Verzögerungen oder neue Geschäftsanforderungen), erleichtert ein agiler Entscheidungsprozess die rasche Weichenstellung.

Dieser Prozess basiert auf vorerstellten „What-If“-Szenarien: Jede Scope-Variante wird mit zusätzlichem Aufwand und geschätztem Nutzen bewertet. Die Stakeholder verfügen so über ein solides Referenzmodell, um den besten Wert-Kosten-Hebel auszuwählen.

Auf diese Weise behält das Unternehmen die Budgetkontrolle, vermeidet Projektverzögerungen durch fehlende Entscheidungen und behält den Fokus auf den prioritären Mehrwerten.

Wertstabilisierung nach dem Go-Live

Der Projekterfolg bemisst sich nicht am Go-Live, sondern an der tatsächlichen Realisierung der Vorteile. Der CFO steuert Stabilisierung, User Adoption und Datenqualität.

Post-Go-Live-Governance und Stabilisierung

Bei der Inbetriebnahme werden die Prozesse durch ein dediziertes Follow-up-Komitee stabilisiert. Die Finanzabteilung genehmigt den operativen Übergangsplan und die Schulung der Fachteams.

In dieser Phase werden verbleibende Fehler behoben, Einstellungen verfeinert und Schnittstellen auf Stabilität geprüft. Ohne finanzielle Verantwortung drohen bei traditionellen Governance-Modellen kostspielige Nachbesserungen unentdeckt zu bleiben.

Monitoring von Nutzung und Datenqualität

Die Anwenderakzeptanz wird über Kennzahlen wie Nutzungsraten zentraler Funktionen, Häufigkeit von Erfassungsfehlern oder Anzahl offener Tickets gemessen. Die Finanzabteilung wertet diese Daten aus, um die tatsächliche Nutzenerzielung zu bestätigen.

Parallel dazu sorgt ein regelmäßiges Datenqualitäts-Audit für Konsistenz, Vollständigkeit und Verlässlichkeit der für Reports genutzten Informationen. Prozesse zur Datenbereinigung und Daten-Governance sichern den langfristigen Projekterfolg.

IT-Finanzierung als nachhaltigen Performance-Hebel nutzen

Ein engagierter CFO aktiviert Wertschöpfung bereits in der Initiierungsphase, definiert eine partnerschaftliche Governance mit der IT, steuert Entscheidungen über ROI-Kenngrößen und sorgt für ein konsequentes Post-Go-Live-Monitoring.

In der Schweizer Landschaft, in der finanzielle Strenge, Datenverlässlichkeit und Risikokontrolle entscheidend sind, ist dieses digitale Leadership mehr als ein Vorteil: Es ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche digitale Transformation.

Unsere Experten stehen Ihnen zur Seite, um Ihre Governance zu strukturieren, Erfolgskennzahlen zu definieren und Ihre Technologieprojekte nachhaltig zu steuern.

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Von Benjamin

Digitaler Experte

VERÖFFENTLICHT VON

Benjamin Massa

Benjamin ist ein erfahrener Strategieberater mit 360°-Kompetenzen und einem starken Einblick in die digitalen Märkte über eine Vielzahl von Branchen hinweg. Er berät unsere Kunden in strategischen und operativen Fragen und entwickelt leistungsstarke, maßgeschneiderte Lösungen, die es Organisationen und Unternehmern ermöglichen, ihre Ziele zu erreichen und im digitalen Zeitalter zu wachsen. Die Führungskräfte von morgen zum Leben zu erwecken, ist seine tägliche Aufgabe.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Finanz-IT-Controlling

Wie legt ein CFO die KPIs für ein Technologieprojekt fest?

Der CFO identifiziert vor Projektstart die wichtigsten Kennzahlen: Verkürzung der Abschlussdauer, Verringerung der Erfassungsfehler und Produktivitätssteigerung je Benutzer. Er kartiert die betroffenen Prozesse, definiert quantifizierbare Ziele und stellt diese KPIs im Lenkungsausschuss dar. Bei jedem Meilenstein werden die Ergebnisse mit den Prognosen abgeglichen, um Maßnahmen sofort anzupassen und Prioritäten anhand des geschaffenen Nutzens neu auszurichten.

Welche Rolle übernimmt die Governance-Charta in der Finanz-IT-Zusammenarbeit?

Die Governance-Charta definiert eindeutig die Verantwortlichkeiten: Wer genehmigt Umfangsänderungen, wer entscheidet über Weiterentwicklungen und wer misst Budgetabweichungen. Sie formt das wertorientierte Controlling der Finanzabteilung und überträgt die technische Umsetzung an die IT. Diese organisatorische Klarheit begrenzt Abweichungen, verhindert unpriorisierte Entwicklungen und stellt die Ausrichtung an der finanziellen Roadmap sicher.

Wie bewertet man den ROI eines ERP-Moduls vor der Entwicklung?

Um den ROI abzuschätzen, erfasst der CFO die direkten Kosten (Lizenzen, Entwicklung, Schulung) und die indirekten Kosten (vorübergehende Produktivitätsverluste) und prognostiziert die wiederkehrenden Einsparungen (kürzere Durchlaufzeiten, geringere Fehlerquote, Ressourceneinsparungen). Jedes Szenario wird mit Kosten- und Nutzenannahmen modelliert, im Lenkungsausschuss validiert und über ein Wert-Kosten-Verhältnis verglichen, um die wirtschaftlichste Lösung auszuwählen.

Welche Schlüsselphasen durchläuft ein agiles Entscheidungsverfahren bei Kostenüberschreitungen?

Bei Budgetüberschreitungen wird ein agiler Entscheidungsprozess aktiviert: Präsentation der quantifizierten What-if-Szenarien, Finance-IT-Entscheidungsgremium, Analyse der Nutzen-Kosten-Impakte und Auswahl der optimalen Option. Die Protokollierung der Entscheidungen gewährleistet Transparenz. Quartalsreviews erlauben die Neubewertung der Roadmap und die Umverteilung der Ressourcen auf die Module mit dem größten Potenzial.

Warum sollte man Open-Source- und modulare Lösungen bevorzugen?

Open-Source- und modulare Architekturen bieten Flexibilität, Sicherheit und Skalierbarkeit. Sie senken Lizenzkosten, vermeiden Vendor Lock-in und erleichtern die Integration neuer Funktionen. Durch die Kombination bewährter Komponenten mit individuellen Entwicklungen behält das Unternehmen die Kontrolle über sein System und kann seine Tools schnell an strategische Prioritäten anpassen.

Wie sichert man das Post-Go-live-Monitoring, um die erwarteten Vorteile zu garantieren?

Nach dem Go-live validiert ein Überwachungsgremium die Stabilisierung der Prozesse, steuert die Schulung der Teams und überwacht die Datenqualität. Der CFO verfolgt Kennzahlen wie die Nutzungsraten der zentralen Funktionen, die Anzahl der Tickets und die Erfassungsfehler. Regelmäßige Audits gewährleisten die Datenkonsistenz und die Realisierung der erwarteten Vorteile.

Welche Fallen gilt es bei der Anpassung einer individuellen Lösung zu vermeiden?

Man sollte sich vor überflüssigen Entwicklungen hüten, die nicht mit den finanziellen KPIs übereinstimmen. Jede Anpassung muss durch einen klaren ROI gerechtfertigt und im Vorfeld freigegeben werden. Ohne finanzielle Steuerung summieren sich die Mehrkosten und erschweren die Wartung. Priorisieren Sie Quick Wins mit geringen Kosten und kritische Funktionen, um Risiken zu minimieren.

Wie kann die Finanzabteilung die Abhängigkeit von externen Dienstleistern reduzieren?

Die Finanzabteilung fördert den Einsatz von Open-Source-Bausteinen und modularen Standards, um Lizenz- und Wartungskosten zu senken. Sie formuliert einen Wissensübergabeplan für interne Teams und organisiert regelmäßige Reviews, um den Nutzen der Leistungen zu validieren. Dieser hybride Ansatz stärkt die Autonomie des Unternehmens und reduziert den Lieferanten-Lock-in.

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